Mega-Choreo

Pyro-Wahnsinn legt Union-Spiel gegen Frankfurt lahm

Wegen einer gewaltigen Pyro-Show der Fans des 1. FC Union Berlin wird das Bundesliga-Duell gegen die Eintracht in Köpenick unterbrochen.

Author - Sebastian Schmitt
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Der Rauch der Pyro-Show zog durch die Alte Försterei. Das Union-Spiel gegen Frankfurt musste unterbrochen werden.
Der Rauch der Pyro-Show zog durch die Alte Försterei. Das Union-Spiel gegen Frankfurt musste unterbrochen werden.IMAGO/dts Nachrichtenagentur

Freitagabend, Flutlicht, Alte Försterei – und die Fans des 1. FC Union Berlin machen beim 1:1 (0:0) gegen Eintracht Frankfurt sofort klar, dass dieser Abend kein normaler werden soll. Noch bevor der Ball rollt, übernimmt der eiserne Anhang das Kommando und zwingt ganz Köpenick in den Ausnahmezustand. Feuerwerk, Rauch, eine Choreo über alle Tribünen – der Start gegen die SGE wird zum emotionalen Beben. 

Union-Fans starten XXL-Choreo zum 60. Geburtstag

Es ist kaum angepfiffen, da steht das Spiel schon unter Strom. Union gegen Frankfurt – ein Duell zweier Mannschaften ohne Sieg im neuen Jahr. Dennoch ist es ein Kampf um Europa.

Nach der Mega-Choreo zündeten die Fans des 1. FC Union Berlin Pyrotechnik. Das Spiel gegen Frankfurt musste unterbrochen werden.
Nach der Mega-Choreo zündeten die Fans des 1. FC Union Berlin Pyrotechnik. Das Spiel gegen Frankfurt musste unterbrochen werden.IMAGO/nordphoto GmbH / Engler

Doch bevor es richtig sportlich wird, gehört die Bühne den Union-Fans. Eine Mega-Choreo zieht sich über alle Ränge, rot und weiß dominieren die Alte Försterei. Anlass: der 60. Geburtstag des Klubs.

Rauch und Raketen lassen die Alte Försterei erzittern

Hinter der Waldseite knallt es, Funken sprühen, Raketen steigen in den Köpenicker Nachthimmel. Feuerwerk zum Jubiläum, Gänsehaut inklusive. Zehn Minuten lang endet die Choreo nicht – im Gegenteil.

Die Fans des 1. FC Union Berlin tragen gegen Frankufrt alle rote oder weiße Ponchos.
Die Fans des 1. FC Union Berlin tragen gegen Frankufrt alle rote oder weiße Ponchos.IMAGO/nordphoto GmbH / Engler

Die Fans, inzwischen in weiße und rote Ponchos gehüllt, zünden Pyrotechnik. Der Flutlicht-Freitag wird zum Fackel-Freitag Dicker Rauch zieht über den Platz, die Sicht wird schlechter, die Atmosphäre noch dichter.

Pyro-Pause! Baumgart bekommt den „heißen Tanz“

Nach neun Minuten greift Schiedsrichter Sören Storks durch. Das Spiel wird unterbrochen. Spieler warten, Trainer diskutieren, auf den Rängen wird weiter gefeiert. Die Pyro-Pause dauert ganze sieben Minuten. Dann rollt der Ball wieder.

Eintracht Frankfurt reiste erstmals mit dem neuen Cheftrainer Albert Riera (l.) zum Duell beim 1. FC Union Berlin an.
Eintracht Frankfurt reiste erstmals mit dem neuen Cheftrainer Albert Riera (l.) zum Duell beim 1. FC Union Berlin an.IMAGO/nordphoto GmbH / Engler

Union-Trainer Steffen Baumgart hatte vorher einen „heißen Tanz voller Emotionen“ angekündigt. Er bekommt ihn – zunächst aber nur neben dem Platz.

Drama zwischen Frankfurt und Union Berlin

Denn das Spiel kann mit dem Pyor-Wahnsinn lange nicht mithalten. Union hat alles im Griff, aber keine Wucht. Viel Kampf, wenig Tempo, kaum Raum. Die beste Szene vor der Pause gehört dennoch den Eisernen: Nach einer Ecke zieht Aljoscha Kemlein aus der Distanz ab, Eintracht-Keeper Kaua Santos klärt mit Mühe (41.).

Viel Kamp, wenig Fußball. Bis es in der Schlussphase zwischen dem 1. FC Union Berlin und Eintracht  Frankfurt dann auch auf dem Rasen brennt.
Viel Kamp, wenig Fußball. Bis es in der Schlussphase zwischen dem 1. FC Union Berlin und Eintracht Frankfurt dann auch auf dem Rasen brennt.IMAGO/Sebastian Räppold/Matthias Koch

Auch nach dem Wechsel bleibt Union stabil, aber harmlos. Einziger Wackler: Frankfurts Höjlund vergibt aus fünf Metern kläglich (56.). Baumgart reagiert, bringt Burcu und Ilic, später Haberer. Kurz flackert Hoffnung auf, als Köhn nach feiner Kombination den Außenpfosten trifft (75.).

Union Berlin verpasst Sieg gegen Eintracht Frankfurt

Dann die kalte Dusche: Union klärt eine Flanke nicht, Nathaniel Brown hämmert den Ball aus 18 Metern zum 0:1 ins Netz (83.). Doch Union antwortet sofort. Höjlund ringt Khedira nur Sekunden später nieder, Elfmeter. Querfeld trifft mit ganz viel Glück zum 1:1 (87.), Santos rutscht der Ball durch die Hände.

Nach Gelb-Rot für Höjlund drückt Union, Ilic und Burcu verpassen den Sieg. Am Ende bleiben Rauch, Wahnsinn – und eine wilde Schlussphase.

Union Berlin reist zum Hamburger SV

Nach dem Abpfiff in Köpenick aber wirkt kaum jemand wirklich zufrieden. Die Spieler stehen verstreut auf dem Rasen, Hände in den Hüften, leere Blicke. Kein großer Jubel, kein echtes Lächeln. Am Ende bleibt wohl bei vielen das Gefühl, das mehr drin war als das 1:1. 

Weiter geht es für Union am kommenden Sonnabend (15.30 Uhr, Sky) beim Hamburger SV.