Freitagabend, Flutlicht, Alte Försterei – und die Fans des 1. FC Union Berlin machen beim 1:1 (0:0) gegen Eintracht Frankfurt sofort klar, dass dieser Abend kein normaler werden soll. Noch bevor der Ball rollt, übernimmt der eiserne Anhang das Kommando und zwingt ganz Köpenick in den Ausnahmezustand. Feuerwerk, Rauch, eine Choreo über alle Tribünen – der Start gegen die SGE wird zum emotionalen Beben.
Union-Fans starten XXL-Choreo zum 60. Geburtstag
Es ist kaum angepfiffen, da steht das Spiel schon unter Strom. Union gegen Frankfurt – ein Duell zweier Mannschaften ohne Sieg im neuen Jahr. Dennoch ist es ein Kampf um Europa.

Doch bevor es richtig sportlich wird, gehört die Bühne den Union-Fans. Eine Mega-Choreo zieht sich über alle Ränge, rot und weiß dominieren die Alte Försterei. Anlass: der 60. Geburtstag des Klubs.
Rauch und Raketen lassen die Alte Försterei erzittern
Hinter der Waldseite knallt es, Funken sprühen, Raketen steigen in den Köpenicker Nachthimmel. Feuerwerk zum Jubiläum, Gänsehaut inklusive. Zehn Minuten lang endet die Choreo nicht – im Gegenteil.

Die Fans, inzwischen in weiße und rote Ponchos gehüllt, zünden Pyrotechnik. Der Flutlicht-Freitag wird zum Fackel-Freitag Dicker Rauch zieht über den Platz, die Sicht wird schlechter, die Atmosphäre noch dichter.
Pyro-Pause! Baumgart bekommt den „heißen Tanz“
Nach neun Minuten greift Schiedsrichter Sören Storks durch. Das Spiel wird unterbrochen. Spieler warten, Trainer diskutieren, auf den Rängen wird weiter gefeiert. Die Pyro-Pause dauert ganze sieben Minuten. Dann rollt der Ball wieder.

Union-Trainer Steffen Baumgart hatte vorher einen „heißen Tanz voller Emotionen“ angekündigt. Er bekommt ihn – zunächst aber nur neben dem Platz.
Drama zwischen Frankfurt und Union Berlin
Denn das Spiel kann mit dem Pyor-Wahnsinn lange nicht mithalten. Union hat alles im Griff, aber keine Wucht. Viel Kampf, wenig Tempo, kaum Raum. Die beste Szene vor der Pause gehört dennoch den Eisernen: Nach einer Ecke zieht Aljoscha Kemlein aus der Distanz ab, Eintracht-Keeper Kaua Santos klärt mit Mühe (41.).

Auch nach dem Wechsel bleibt Union stabil, aber harmlos. Einziger Wackler: Frankfurts Höjlund vergibt aus fünf Metern kläglich (56.). Baumgart reagiert, bringt Burcu und Ilic, später Haberer. Kurz flackert Hoffnung auf, als Köhn nach feiner Kombination den Außenpfosten trifft (75.).
Union Berlin verpasst Sieg gegen Eintracht Frankfurt
Dann die kalte Dusche: Union klärt eine Flanke nicht, Nathaniel Brown hämmert den Ball aus 18 Metern zum 0:1 ins Netz (83.). Doch Union antwortet sofort. Höjlund ringt Khedira nur Sekunden später nieder, Elfmeter. Querfeld trifft mit ganz viel Glück zum 1:1 (87.), Santos rutscht der Ball durch die Hände.
Nach Gelb-Rot für Höjlund drückt Union, Ilic und Burcu verpassen den Sieg. Am Ende bleiben Rauch, Wahnsinn – und eine wilde Schlussphase.



