Kaum zu glauben

Union Berlin verliert seine Festung: Diese Zahl setzt Baumgart unter Druck

Die Eisernen rutschen in den Abstiegskampf. Die Bilanz von Steffen Baumgart im Stadion An der Alten Försterei sorgt für Alarmstufe Rot.

Author - Sebastian Schmitt
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Bei der akutuellen Heimschwäche der Eisernen hält sich sogar Union-Maskottchen Ritter Keule die Augen zu.
Bei der akutuellen Heimschwäche der Eisernen hält sich sogar Union-Maskottchen Ritter Keule die Augen zu.IMAGO/Matthias Koch

Alarmstufe Rot beim 1. FC Union Berlin. Die Eisernen rutschen immer tiefer in den Abstiegskampf der Bundesliga. Besonders im eigenen Stadion bröckelt die einstige Festung Alte Försterei. Trainer Steffen Baumgart gerät zunehmend unter Druck – denn eine Zahl verfolgt ihn in Köpenick wie ein dunkler Schatten.

Die Festung bricht: Union verliert seine größte Waffe

Die Alte Försterei war jahrelang eine Festung. Sechs Bundesliga-Spielzeiten lang galt: Wer beim 1. FC Union Berlin spielt, muss leiden. Die Eisernen verteidigten ihr Stadion mit Leidenschaft, Härte und einem Publikum, das Gegner einschüchterte.

Auf seine Fans kann sich der 1. FC Union Berlin besonders dann verlassen, wenn den Eisernen das Wasser bis zum Hals steht.
Auf seine Fans kann sich der 1. FC Union Berlin besonders dann verlassen, wenn den Eisernen das Wasser bis zum Hals steht.IMAGO/Matthias Koch

Doch von dieser Wucht ist derzeit kaum noch etwas zu sehen. Spätestens das 1:4 gegen Werder Bremen hat gezeigt, wie brüchig die Heimstärke geworden ist. Die Niederlage ließ die Stimmung in Köpenick kippen. Und sie bringt eine Statistik ans Licht, die Trainer Steffen Baumgart gefährlich werden kann.

Sechs Heimsiege! Diese Zahl wird für Baumgart gefährlich

Die Zahl lautet: sechs. So viele Heimspiele gewann Union unter Baumgart bislang – aus insgesamt 23 Partien im Stadion An der Alten Försterei. Ganz klar: Zu hause stottert der Union-Motor ganz gewaltig. Und das schon eine ganze Weile.

Kleiner Lichtblick für Union-Trainer Steffen Baumgart vor dem Spiel in Freiburg. Verteidiger Tom Rothe trainierte erstmals seit Wochen wieder mit der Mannschaft.
Kleiner Lichtblick für Union-Trainer Steffen Baumgart vor dem Spiel in Freiburg. Verteidiger Tom Rothe trainierte erstmals seit Wochen wieder mit der Mannschaft.IMAGO/Matthias Koch

In der Rückrunde der vergangenen Saison gelangen Baumgart nach der Amtsübernahme von Bo Svensson in zehn Heimspielen nur zwei Siege. In dieser Spielzeit sieht es kaum besser aus. Vier Erfolge aus 13 Heimpartien – zu wenig für einen Klub, der sich eigentlich über seine Heimstärke definiert.

Punkteschnitt im Keller – warum der Druck immer größer wird

Auch ein Blick auf die Gesamtbilanz des Trainers zeigt, warum der Druck wächst. Baumgart ist inzwischen seit 433 Tagen im Amt und stand in 47 Pflichtspielen an der Seitenlinie der Eisernen. Sein Punkteschnitt liegt bei 1,23 Zählern pro Partie.

Damit bleibt er deutlich hinter Erfolgscoach Urs Fischer zurück, der Union mit einem Schnitt von 1,57 Punkten in die erfolgreichste Phase der Vereinsgeschichte führte. Gleichzeitig liegt Baumgart nur knapp vor seinen Vorgängern Svensson (1,13) und Nenad Bjelica (1,12).

Freiburg, Bayern, St. Pauli: Der harte Weg aus der Krise

Die Folge: Pünktlich zum Saisonendspurt steckt Union mitten im Abstiegskampf der Bundesliga.

Ganz hoffnungslos ist die Lage vor den Spielen beim SC Freiburg (Sonntag, 17.30 Uhr, Dazn) und beim FC Bayern (21. März, 15.30 Uhr) allerdings nicht. Denn auswärts hat Baumgarts Mannschaft immer wieder überrascht. Schon in der vergangenen Saison stand Union einmal mit dem Rücken zur Wand. Nach einer bitteren 0:1-Heimpleite gegen Holstein Kiel gelang der Berfreiungsschlag völlig unerwartet mit dem 2:1-Sieg bei Eintracht Frankfurt.

Union bekommt wegen der Heimschwäche ein Abstiegsproblem

Wie die SGE damals wird auch Freiburg vor der Partie unter der Woche in international gefordert sein und weniger Zeit zur Vorbereitung auf Union haben.

Doch langfristig ist klar: Union muss seine Heimspiele wieder gewinnen. Nach dem Auswärts-Doppelpack kommt ab 5. April der FC St. Pauli in die Alte Försterei. Spätestens dann brauchen die Eisernen dringend drei Punkte. Sonst könnte aus der Heimschwäche ein echtes Abstiegsproblem werden.