Alarmstufe Rot beim 1. FC Union Berlin. Die Eisernen rutschen immer tiefer in den Abstiegskampf der Bundesliga. Besonders im eigenen Stadion bröckelt die einstige Festung Alte Försterei. Trainer Steffen Baumgart gerät zunehmend unter Druck – denn eine Zahl verfolgt ihn in Köpenick wie ein dunkler Schatten.
Die Festung bricht: Union verliert seine größte Waffe
Die Alte Försterei war jahrelang eine Festung. Sechs Bundesliga-Spielzeiten lang galt: Wer beim 1. FC Union Berlin spielt, muss leiden. Die Eisernen verteidigten ihr Stadion mit Leidenschaft, Härte und einem Publikum, das Gegner einschüchterte.

Doch von dieser Wucht ist derzeit kaum noch etwas zu sehen. Spätestens das 1:4 gegen Werder Bremen hat gezeigt, wie brüchig die Heimstärke geworden ist. Die Niederlage ließ die Stimmung in Köpenick kippen. Und sie bringt eine Statistik ans Licht, die Trainer Steffen Baumgart gefährlich werden kann.
Sechs Heimsiege! Diese Zahl wird für Baumgart gefährlich
Die Zahl lautet: sechs. So viele Heimspiele gewann Union unter Baumgart bislang – aus insgesamt 23 Partien im Stadion An der Alten Försterei. Ganz klar: Zu hause stottert der Union-Motor ganz gewaltig. Und das schon eine ganze Weile.

In der Rückrunde der vergangenen Saison gelangen Baumgart nach der Amtsübernahme von Bo Svensson in zehn Heimspielen nur zwei Siege. In dieser Spielzeit sieht es kaum besser aus. Vier Erfolge aus 13 Heimpartien – zu wenig für einen Klub, der sich eigentlich über seine Heimstärke definiert.
Punkteschnitt im Keller – warum der Druck immer größer wird
Auch ein Blick auf die Gesamtbilanz des Trainers zeigt, warum der Druck wächst. Baumgart ist inzwischen seit 433 Tagen im Amt und stand in 47 Pflichtspielen an der Seitenlinie der Eisernen. Sein Punkteschnitt liegt bei 1,23 Zählern pro Partie.
Damit bleibt er deutlich hinter Erfolgscoach Urs Fischer zurück, der Union mit einem Schnitt von 1,57 Punkten in die erfolgreichste Phase der Vereinsgeschichte führte. Gleichzeitig liegt Baumgart nur knapp vor seinen Vorgängern Svensson (1,13) und Nenad Bjelica (1,12).
Freiburg, Bayern, St. Pauli: Der harte Weg aus der Krise
Die Folge: Pünktlich zum Saisonendspurt steckt Union mitten im Abstiegskampf der Bundesliga.
Ganz hoffnungslos ist die Lage vor den Spielen beim SC Freiburg (Sonntag, 17.30 Uhr, Dazn) und beim FC Bayern (21. März, 15.30 Uhr) allerdings nicht. Denn auswärts hat Baumgarts Mannschaft immer wieder überrascht. Schon in der vergangenen Saison stand Union einmal mit dem Rücken zur Wand. Nach einer bitteren 0:1-Heimpleite gegen Holstein Kiel gelang der Berfreiungsschlag völlig unerwartet mit dem 2:1-Sieg bei Eintracht Frankfurt.
Union bekommt wegen der Heimschwäche ein Abstiegsproblem
Wie die SGE damals wird auch Freiburg vor der Partie unter der Woche in international gefordert sein und weniger Zeit zur Vorbereitung auf Union haben.



