Da war doch was!

Rotes Tuch bei Union Berlin: Bringt Steffen Baumgart Dirk Zingler wieder auf die Palme?

Verletzte, Sperren, System-Frage: Steffen Baumgart steht vor dem Spiel der Eisernen in Freiburg vor einer heiklen Entscheidung.

Author - Sebastian Schmitt
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Dirk Zingler, Präsident des 1. FC Union Berlin, ist kein Freund von Expermineten und zählte Trainer Steffen Baumgart kurz nach dessen Amtsantritt vor einem Jahr bereits an.
Dirk Zingler, Präsident des 1. FC Union Berlin, ist kein Freund von Expermineten und zählte Trainer Steffen Baumgart kurz nach dessen Amtsantritt vor einem Jahr bereits an.Michael Taeger/imago

Beim 1. FC Union Berlin spitzt sich die Lage vor dem Auswärtsspiel beim SC Freiburg weiter zu. Trainer Steffen Baumgart fehlen wichtige Defensivspieler – und plötzlich steht sogar das bewährte System zur Debatte. Genau das hatte in Köpenick schon einmal für Ärger gesorgt. Muss Baumgart jetzt wieder an der Taktik schrauben – und damit Präsident Dirk Zingler reizen?

Union vor Freiburg: Personalnot sprengt Baumgarts Plan

In Köpenick wird vor dem Spiel beim SC Freiburg (Sonntag, 17.30 Uhr, Dazn) nicht nur über Punkte gesprochen, sondern auch über Personalnot – und über ein mögliches taktisches Risiko.

Trainer Steffen Baumgart fehlen ausgerechnet in der Defensive mehrere Schlüsselspieler. Abwehrchef Diogo Leite fällt weiterhin verletzt aus. Dazu kommt der nächste Rückschlag: Leopold Querfeld fehlt nach seiner fünften Gelben Karte beim 1:4 gegen Werder Bremen gesperrt. Für den Österreicher ist es die erste verpasste Pflichtspielminute der Saison.

Dreierkette wackelt – Union fehlen Innenverteidiger

Auch Mittelfeldabräumer András Schäfer steht nicht zur Verfügung. Nach seiner Roten Karte gegen Bremen bestätigte das DFB‑Sportgericht trotz Einspruchs von Union eine Sperre von zwei Spielen. Schäfer fehlt damit sowohl in Freiburg als auch eine Woche später beim FC Bayern München.

Der 1. FC Union Berlin muss in Freiburg sowohl auf Verteidiger Leopold Querfeld (r., Gelbsperre) als auch auf Mittelfdeldmann Andras Schäfer (Rotsperre) verzichten.
Der 1. FC Union Berlin muss in Freiburg sowohl auf Verteidiger Leopold Querfeld (r., Gelbsperre) als auch auf Mittelfdeldmann Andras Schäfer (Rotsperre) verzichten.imago/Marco Steinbrenner/DeFodi Images

Für Baumgart bedeutet das: umbauen, improvisieren, reagieren.

Schäfer gesperrt, Leite verletzt, Querfeld raus

Vor allem die Abwehr bereitet dem Coach Kopfzerbrechen. Union drohen schlicht die Innenverteidiger auszugehen. Die gewohnte Dreierkette – seit Jahren das Markenzeichen der Eisernen – gerät plötzlich ins Wanken.

Manager Horst Heldt und Präsident Dirk Zingler blicken mit Sorge auf das Spiel in Freiburg und hoffen, beim 1. FC Union Berlin keine Trainerdebatte führen zu müssen.
Manager Horst Heldt und Präsident Dirk Zingler blicken mit Sorge auf das Spiel in Freiburg und hoffen, beim 1. FC Union Berlin keine Trainerdebatte führen zu müssen.Matthias Koch/imago

Sollte Baumgart am System festhalten, müsste er improvisieren. Mittelfeldspieler wie Alex Kral, Derrick Köhn oder sogar Kapitän Rani Khedira könnten neben Danilho Doekhi und Stanley Nsoki in die Abwehr rutschen.

Viererkette? Ein Wort, das in Köpenick heikel ist

Angesichts der Personalnot scheint in Freiburg eine Viererkette die realistischste Lösung. In diesem Fall würden Danilho Doekhi und Stanley Nsoki die Innenverteidigung bilden. Links könnte Köhn spielen, rechts Christopher Trimmel oder Josip Juranović.

Doch eine Systemumstellung beim 1. FC Union ist gefährlich. Trainer, die an der Formation von Erfolgstrainer Urs Fischer rüttelten, bekamen in Köpenick verdammt schnell Gegenwind.

Baumgart vs. Zingler: Die System-Frage brennt wieder

Auch Baumgart kann davon ein Lied singen. Zu Beginn seiner Amtszeit experimentierte der Rostocker mit einer Viererkette. Der Versuch brachte wenig Erfolg – und sorgte intern für Diskussionen. Dem Vernehmen nach gefiel Präsident Dirk Zingler die taktische Abkehr vom Union‑DNA‑System überhaupt nicht.

Baumgart steht also vor einer heiklen Entscheidung. Systemtreue – oder pragmatische Notlösung?

Union muss in Freiburg wieder Union sein

Egal wie der Trainer sich entscheidet, eines ist klar: Union braucht im Abstiegskampf dringend eine Reaktion. Nach dem 1:4 gegen Bremen schrillen in Köpenick längst die Alarmglocken. Manager Horst Heldt sprach zuletzt sogar offen vom Notstand.

Deshalb zählt in Freiburg vor allem eines: die Basics. Union muss wieder mehr laufen, mehr kämpfen, besser verteidigen. Kurz gesagt: Union muss wieder Union sein.

Denn wenn die Eisernen im Breisgau erneut auseinanderfallen, wächst nicht nur der Druck im Abstiegskampf. Auch die Kritik an Baumgart wird lauter werden. Egal für welche Formation er sich entscheidet.