Beim 1. FC Union Berlin spitzt sich die Lage vor dem Auswärtsspiel beim SC Freiburg weiter zu. Trainer Steffen Baumgart fehlen wichtige Defensivspieler – und plötzlich steht sogar das bewährte System zur Debatte. Genau das hatte in Köpenick schon einmal für Ärger gesorgt. Muss Baumgart jetzt wieder an der Taktik schrauben – und damit Präsident Dirk Zingler reizen?
Union vor Freiburg: Personalnot sprengt Baumgarts Plan
In Köpenick wird vor dem Spiel beim SC Freiburg (Sonntag, 17.30 Uhr, Dazn) nicht nur über Punkte gesprochen, sondern auch über Personalnot – und über ein mögliches taktisches Risiko.
Trainer Steffen Baumgart fehlen ausgerechnet in der Defensive mehrere Schlüsselspieler. Abwehrchef Diogo Leite fällt weiterhin verletzt aus. Dazu kommt der nächste Rückschlag: Leopold Querfeld fehlt nach seiner fünften Gelben Karte beim 1:4 gegen Werder Bremen gesperrt. Für den Österreicher ist es die erste verpasste Pflichtspielminute der Saison.
Dreierkette wackelt – Union fehlen Innenverteidiger
Auch Mittelfeldabräumer András Schäfer steht nicht zur Verfügung. Nach seiner Roten Karte gegen Bremen bestätigte das DFB‑Sportgericht trotz Einspruchs von Union eine Sperre von zwei Spielen. Schäfer fehlt damit sowohl in Freiburg als auch eine Woche später beim FC Bayern München.

Für Baumgart bedeutet das: umbauen, improvisieren, reagieren.
Schäfer gesperrt, Leite verletzt, Querfeld raus
Vor allem die Abwehr bereitet dem Coach Kopfzerbrechen. Union drohen schlicht die Innenverteidiger auszugehen. Die gewohnte Dreierkette – seit Jahren das Markenzeichen der Eisernen – gerät plötzlich ins Wanken.

Sollte Baumgart am System festhalten, müsste er improvisieren. Mittelfeldspieler wie Alex Kral, Derrick Köhn oder sogar Kapitän Rani Khedira könnten neben Danilho Doekhi und Stanley Nsoki in die Abwehr rutschen.
Viererkette? Ein Wort, das in Köpenick heikel ist
Angesichts der Personalnot scheint in Freiburg eine Viererkette die realistischste Lösung. In diesem Fall würden Danilho Doekhi und Stanley Nsoki die Innenverteidigung bilden. Links könnte Köhn spielen, rechts Christopher Trimmel oder Josip Juranović.
Doch eine Systemumstellung beim 1. FC Union ist gefährlich. Trainer, die an der Formation von Erfolgstrainer Urs Fischer rüttelten, bekamen in Köpenick verdammt schnell Gegenwind.
Baumgart vs. Zingler: Die System-Frage brennt wieder
Auch Baumgart kann davon ein Lied singen. Zu Beginn seiner Amtszeit experimentierte der Rostocker mit einer Viererkette. Der Versuch brachte wenig Erfolg – und sorgte intern für Diskussionen. Dem Vernehmen nach gefiel Präsident Dirk Zingler die taktische Abkehr vom Union‑DNA‑System überhaupt nicht.
Baumgart steht also vor einer heiklen Entscheidung. Systemtreue – oder pragmatische Notlösung?
Union muss in Freiburg wieder Union sein
Egal wie der Trainer sich entscheidet, eines ist klar: Union braucht im Abstiegskampf dringend eine Reaktion. Nach dem 1:4 gegen Bremen schrillen in Köpenick längst die Alarmglocken. Manager Horst Heldt sprach zuletzt sogar offen vom Notstand.




