Er kann Spiele entscheiden. Mit einem Pass, einer Flanke, einem Freistoß. Doch viel zu oft fehlt er. Josip Juranovic, einer der teuersten Transfers in der Vereinsgeschichte des 1. FC Union Berlin, kommt kaum zum Einsatz – und das schmerzt wie bei kaum einem anderen. Während ganz Deutschland über Teilzeit diskutiert, erlebt Union das Problem auf dem Platz.
Juranovic wartet bei Union fast zwei Jahre auf einen Scorerpunkt
Josip Juranovic ist ein feiner Fußballer. Technik, Tempo, präzise Flanken, gefährliche Standards. Seit seinem 8,5-Millionen-Euro-Wechsel von Celtic Glasgow im Januar 2023 hat der kroatische Nationalspieler immer wieder gezeigt, was er kann. Wenn er spielt. Und genau da liegt das Problem.

Seit seinem Wechsel vor drei Jahren absolvierte Juranovic nur 67 Spiele für den 1. FC Union Berlin. Bedeutet: Der Außenverteidiger fehlt Union fast in jedem zweiten Pflichtpiel. Eine brutale Bilanz für den nach Robin Gosens zweitteuersten Transfer der 60-jährigen Vereinsgeschichte.
Eine Verletzungsgeschichte, die immer schlimmer wird
Sein Körper bremst ihn immer wieder aus. Was genau der Kroate hat, daraus macht Union wie immer ein Geheimnis. Fakt ist: Muskuläre Probleme begleiten Juranovic seit seiner ersten vollen Saison in Köpenick. Damals kam er nur auf 21 Bundesligaspiele. Im Jahr darauf waren es sogar nur 17, auch wegen einer OP am Sprunggelenk.

In dieser Saison ist alles sogar noch schlimmer. Mickrige fünf Einsätze zeigt die Statistik, nur zweimal stand der 30-Jährige in der Anfangsformation. Eine Statistik des Grauens. Und eine, die dem Nationalspieler die WM im Sommer kosten kann. Sein 40. und letzter Einsatz für Kroatien liegt bald über ein Jahr zurück.
Baumgart wartet – und bekommt jede Woche neue Ausfälle
Fakt ist: Union braucht gerade in der momentanen Krise nach dem wilden 2:3 beim HSV seine Erfahrung und seine Qualität – Trainer Steffen Baumgart bekommt aber fast Woche für Woche nur eine neue Ausfallmeldung.
Dabei feierten die Eisernen im vergangenen Sommer noch die Vertragsverlängerung als Coup. Mehrere Premier-League-Klubs hatten Juranovic auf dem Zettel. Union setzte ein Zeichen, band ihn langfristig. Ein echtes Signal – nur leider ohne Wirkung.
Vom Königstransfer zum Teilzeitprofi: Die bittere Bilanz
Während der Wirtschaftsflügel der CDU gerade darüber diskutiert, das Recht auf Teilzeit einzuschränken, kann auch Union ein Lied davon singen. In Köpenick geht es allerdings nicht um Arbeitszeitmodelle, sondern um Einsatzminuten. Und davon liefert Juranovic zu wenig.




