Der 1. FC Union Berlin feiert Geburtstag – und wie. Während vor der Alten Försterei Tausende Fans anstoßen, liefert die Mannschaft sportlich die passende Party. Fünf Spiele ungeschlagen, späte Tore, starke Joker. Union ist 60 Jahre alt – und so erwachsen wie selten zuvor.
Der 1. FC Union wird 60 – und feiert am Dienstag vor dem Stadion An der Alten Försterei mit mehr als 4000 Mitgliedern im Festzelt (Einlass ab 17.30 Uhr). Es ist ein Geburtstag mit Stolz, mit Geschichte – und mit einem sportlichen Geschenk, das kaum besser passen könnte.

Denn Union ist derzeit nicht nur stabil, sondern richtig gut. Das 1:1 in Stuttgart war das fünfte Spiel in Folge ohne Niederlage. Eine Serie, die sich Union nicht erschlichen hat, sondern hart erarbeitet. Kratzen, beißen, rennen – und im richtigen Moment zuschlagen.
Union winkt gegen den BVB ein neuer Bundesliga-Rekord
Die Eisernen gelten längst als Standardkönige der Bundesliga. Sie gewinnen Kopfballduelle, gehen an die Grenze des Erlaubten, bleiben unbequem. Neu ist aber etwas anderes: Steffen Baumgarts goldenes Händchen. Das Joker-Tor von Woo-yeong Jeong in Stuttgart war bereits der sechste Treffer in Folge, den ein Einwechselspieler erzielte. Union stellte damit den Bundesliga-Rekord von Borussia Dortmund aus dem Jahr 2018 ein. Am Sonnabend (15.30 Uhr, Sky) – ausgerechnet gegen den BVB – kann Union alleiniger Rekordhalter werden.

Baumgart hätte nichts dagegen. Der Coach lobt: „Ich glaube, das zeigt, dass wir als Kollektiv funktionieren, dass wir wissen, was wir wollen, und deswegen sind wir auch sehr zufrieden.“
Union-Profis werden zu Last-minute-Männern
Auffällig ist auch die neue Kaltschnäuzigkeit zum Schluss. Acht der 24 Saisontore fielen in der letzten Viertelstunde, drei sogar in der Nachspielzeit. Unioner werden unter Baumgart zu Last-minute-Männern. Das ist kein Zufall, sondern Ausdruck von eiserner Moral.
Trotzdem bleibt Baumgart auf dem Boden. „Wir sollten die Kirche im Dorf lassen, wir arbeiten weiter, und es gibt noch genug Spiele, um das eine oder andere besser zu machen.“
Steffen Baumgart beschenkt den 1. FC Union Berlin
Fakt ist: Mit 24 Punkten stehen die Köpenicker auf einem einstelligen Tabellenplatz, nur fünf Zähler hinter Rang sechs. Vom internationalen Geschäft will bei Union trotzdem niemand reden. Baumgart bremst – und lächelt dabei: „Wir arbeiten, wir machen, wir tun, die Jungs entwickeln sich. Die Stürmer, die nicht getroffen haben, treffen mit einem Mal. Wir treffen sogar aus dem Spiel heraus. Um Gottes willen, wo soll das noch hinführen?“



