Typisch eisern

Alu-Pech und Joker-Glück: Union feiert in Stuttgart

Der 1. FC Union kämpft sich nach Rückstand zurück, Joker Jeong trifft – und am Ende liegt sogar der Auswärtssieg beim VfB in der Luft.

Author - Sebastian Schmitt
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Woo-yeong Jeong trifft für den 1. FC Union Berlin beim VfB Stuttgart in der Schlussphase.
Woo-yeong Jeong trifft für den 1. FC Union Berlin beim VfB Stuttgart in der Schlussphase.IMAGO/Michael Weber IMAGEPOWER

Und niemals vergessen: Der 1. FC Union gibt nicht auf. Die Eisernen verlangen dem VfB Stuttgart alles ab, kämpfen sich am Neckar nach Rückstand zurück und stehen in der Schlussphase sogar dicht vor dem Auswärtssieg. Durch das 1:1 (0:0) bleibt Union auch im fünften Spiel in Folge ungeschlagen.

Dass es gegen Union unangenehm wird, spürt Ex-Herthaner Maximilian Mittelstädt schon Sekunden nach dem Anpfiff. Livan Burcu fährt robust ein, setzt um, was Trainer Steffen Baumgart gefordert hatte: „Verteidige tief, verteidige hart. Bleib bei dir und bleib einfach dabei. Dann haben wir mehr Erfolg.“ So hatte Union nicht nur den VfB im Hinspiel, sondern auch Frankfurt, Bayern und Leipzig mürbe gemacht.

Union-Keeper Frederik Rönnow ist in der Anfangsphase hellwach und hält gegen Stuttgarts Vagnoman.
Union-Keeper Frederik Rönnow ist in der Anfangsphase hellwach und hält gegen Stuttgarts Vagnoman.IMAGO/Ralf Brueck

Neben der eisernen Galligkeit stimmte bei Union zuletzt auch die Moral. Baumgart lobt vor dem Rückrundenstart das Kollektiv: „Entscheidend ist, dass wir dahin gekommen sind, dass alle wissen, dass alle wichtig sind. Und zwar zu dem Zeitpunkt, wenn sie gebraucht werden. Ob in der 90. Minute oder in der Startelf.“

Alu-Pech für Ilic, Union setzt früh ein Ausrufezeichen

Gesagt, getan. 65 Stunden nach dem Abpfiff in Augsburg (1:1) wechselt Baumgart seine Startelf auf gleich fünf Positionen und sieht, wie sich seine Spieler nicht nur ziemlich schnell vom Stuttgarter Anfangsdruck befreien, sondern durch Andrej Ilic auch die erste Großchance haben. Doch der Serbe trifft mit seinem Schuss von der Strafraumkante nur den Außenpfosten (14.).

Andrej Ilic hat die Führung für den 1. FC Union Berlin in Stuttgart auf dem Fuß. Der Serbe trifft in der 14. Minute aber nur den Außenpfosten.
Andrej Ilic hat die Führung für den 1. FC Union Berlin in Stuttgart auf dem Fuß. Der Serbe trifft in der 14. Minute aber nur den Außenpfosten.IMAGO/Eibner-Pressefoto/Wolfgang Frank

Der VfB findet kaum Rhythmus. Deniz Undav verzieht in der 37. Minute aus spitzem Winkel, mehr lässt Union vor der Pause nicht zu. Defensiv stabil, offensiv gefährlich – Baumgart klatscht zufrieden.

Union-Fans geben beim VfB die Richtung vor

Mit Wiederanpfiff geben die mitgereisten Union-Fans mit ihrer Choreo im Gästeblock die Marschroute vor: „Kaltschnäuzig sind die Berliner losgefahren.“

Sieht unzufrieden aus, ist er aber gar nicht. Union-Trainer Steffen Baumgart coacht auch in Stuttgart lautstark.
Sieht unzufrieden aus, ist er aber gar nicht. Union-Trainer Steffen Baumgart coacht auch in Stuttgart lautstark.IMAGO/Matthias Koch

Doch zunächst erhöht der VfB den Druck – und geht in der 59. Minute durch Chris Führich in Führung. Der Nationalspieler hat zu viel Platz und Zeit und trifft von der Strafraumkante in die linke untere Ecke – 0:1.

Baumgarts Wechsel bringen Union zurück

Gechockt sind die Eisernen nicht. Im Gegenteil. Union reißt das Spiel mehr und mehr wieder an sich. Baumgart, zuletzt bereits mehrfach mit einem glücklichen Händchen, bringt Ilyas Ansah, Stanley Nsoki und Woo-yeong Jeong – und sieht, wie seine Joker das Spiel an sich reißen.

Nsoki verpasst den Ausgleich noch per Kopfball (73.), bereitet aber nur Minuten, nachdem Angelo Stiller das 2:0 für Stuttgart vergibt, das Tor von Jeong mustergültig vor.

Joker Jeong sticht spät – Union schnuppert am Auswärtssieg

Der Ex-Stuttgarter trifft aus zehn Metern wuchtig zum 1:1 (83.) und hat nur fünf Minuten später sogar den Siegtreffer auf dem Fuß, scheitert aber an VfB-Torhüter Alexander Nübel.

Nach fünf Punkten aus drei Spielen in acht Tagen bleibt Union jetzt etwas Zeit zum Durchschnaufen, bevor am Sonnabend im Stadion An der Alten Försterei mit Borussia Dortmund (15.30 Uhr, Sky) das nächste Top-Team wartet.