Gerade einmal 65 Stunden nach dem wilden 1:1 in Augsburg geht es für den 1. FC Union Berlin schon weiter. Am Sonntag wartet der VfB Stuttgart (15.30 Uhr, Dazn) – Auswärtsspiel Nummer zwei im Schnelldurchlauf. Während Fans über den Terminwahnsinn stöhnen, reagieren die Eisernen clever. Union zieht sich ins Mini-Camp zurück – und bereitet sich dort vor, wo sonst Weltmeisterpläne reifen.
Herzogenaurach. Adidas Homeground. DFB-Wohlfühloase. Genau hier arbeitet Bundestrainer Julian Nagelsmann ab Ende Mai an der Mission fünfter Stern für die WM 2026. Und genau hier schlägt Union jetzt sein Quartier auf. Statt Nachtflugstress bleiben die Köpenicker in Bayern. Drei Tage Mini-Camp. Kurze Wege. Klare Abläufe.

Trainer Steffen Baumgart nutzt den Luxus, den der Ausrüster bietet – und spart sich Kilometer, Zeit und Nerven. Fokus statt Fliegerei. Regeneration statt Reisechaos. Torhüter Frederik Rönnow sieht als Vater von zwei kleinen Kindern das Positive am Terminstress: „Im Hotel kann man endlich mal wieder gut schlafen.“
Union im Mini-Camp: Herzogenaurach statt Reisechaos
Die Fans zahlen dagegen den Preis. 1800 Unioner stehen beim 1:1 in Augsburg im Block. Viele wollen auch nach Stuttgart. Macht rund 2400 Kilometer in kürzester Zeit. Puh.

Dazu kommt die Fan-Wut auf die Deutsche Fußball-Liga (DFL) – denn eingefleischte Auswärtsfahrer wissen: Noch nie (!) durfte Union in sieben Bundesliga-Jahren beim VfB an einem stinknormalen Samstag um 15.30 Uhr spielen. Puh.
Union macht das Beste aus dem Terminstress
Sportlich macht Union das Beste aus dem Terminstress. Die Köpenicker kennen Herzogenaurach. Im Sommer schweißte sich die Mannschaft hier eine Woche lang zusammen. Mit Wirkung. 23 Punkte stehen nach dem 1:1 in Augsburg, dem offiziellen Ende der Hinrunde, zu Buche – vor allem wegen der eisernen Moral.



