Der 1. FC Union Berlin dominiert in Augsburg lange – und steht dennoch kurz vor einer bitteren Niederlage. Ein Flummi-Protest reißt die Köpenicker aus dem Rhythmus, ein Traumtor dreht das Spiel, eine Rote Karte scheint alles zu beenden. Doch Union gibt sich nicht auf. In Unterzahl erzwingt das Team von Steffen Baumgart das 1:1 (0:1)– und nimmt einen verdienten Punkt mit.
Es läuft die 91. Minute: Union ist in Unterzahl. Eigentlich ist dieses Spiel weg. Doch dann zeigt diese Mannschaft wieder, wofür sie steht. Kral schlägt die Flanke, Ilic verlängert mit Übersicht, Ljubicic drückt den Ball über die Linie – 1:1. Ausgerechnet in Unterzahl. Ausgerechnet Ljubicic.
Vize-Kapitän Rani Khedira ist stolz: „Man sollte uns nie abschreiben, daran haben wir uns auch in der 2. Halbzeit erinnert. Es ist eine unserer Stärken, dass von der Bank noch einmal guter und neuer Schwung reinkommt. Das zeigt auch den tollen Teamgeist.“
Flummi-Protest zerstört Unions Rhythmus in Augsburg
Dabei ist Union von Beginn an die klar bessere Mannschaft. Steffen Baumgart wirbelt seine Startelf durcheinander – und liegt goldrichtig. Trimmel, Schäfer, Ansah und Jeong bringen Tempo, Struktur und Tiefe.

Schäfer verpasst nach feiner Burke-Flanke per Kopf nur knapp (19.). Jeong zwingt FCA-Keeper Dahmen nach Doppelpass mit Ansah und Körpertäuschung aus 15 Metern zu einer Parade (22.). Burke trifft nach Steckpass von Schäfer nur das Außennetz (29.). Augsburg wirkt nach dem 0:4 in Gladbach verunsichert, Union hat alles im Griff.
Rote Karte für Köhn: Jetzt scheint alles verloren

Dann fliegen Flummis auf den Rasen. Minutenlange Unterbrechung. Die FCA-Fans protestieren wohl gegen das ungewohnte Donnerstagsspiel. Klein, bunt – und brutal für Unions Flow.
Plötzlich ist alles weg. Rhythmus, Zugriff, Dominanz. Augsburg wittert seine Chance und geht per Traumtor in Führung: Claude-Maurice zieht aus rund 30 Metern ab, der Ball küsst die Unterkante der Latte – drin. 0:1 (45.+6).
Marin Ljubicic trifft schon wieder für Union

Nach der Pause findet Union lange nicht zurück. Augsburg wird mutiger, Claude-Maurice trifft den Pfosten (58.) und scheitert kurz darauf erneut an Rönnow (60.). Baumgart bringt Ilic, Kemlein und Burcu (64.). Doch Union bleibt gehemmt. Querfeld per Kopf (68.) und Khedira per Volley (79.) sind zu wenig.
Dann der nächste Rückschlag. Verteidiger Köhn sieht Rot (89.). Eine harte Entscheidung: Unions Verteidiger hat das Bein zwar zu hoch und trifft den Augsburger mit dem Stollen fast im Gesicht, aber er spielt vorher auch klar den Ball.
Unterzahl, Nachspielzeit, Ausgleich: Union zeigt wieder Moral
Spätestens jetzt wirkt die Niederlage besiegelt. Doch Union weigert sich. Und wird belohnt. Baumgart: „Wir liegen durch ein überragendes Tor zurück, obwohl wir die besseren Chancen hatten. Hinten raus haben wir es uns verdient, auch wegen der Jungs, die reinkamen.“



