„Selten so gesehen“

VfB-Coach Hoeneß staunt über Union-Stürmer Ilic

Sebastian Hoeneß lobt Union-Angreifer Andrej Ilic in den höchsten Tönen – besonders eine Eigenschaft beeindruckt den VfB-Trainer.

Author - Sebastian Schmitt
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Sebastian Hoeneß, Trainer des VfB Stuttgart, lobt nach dem Duell mit dem 1. FC Union vor allem Stürmer Andrej Ilic.
Sebastian Hoeneß, Trainer des VfB Stuttgart, lobt nach dem Duell mit dem 1. FC Union vor allem Stürmer Andrej Ilic.IMAGO/Matthias Koch

Der 1. FC Union Berlin macht aus seinem Fußball kein Geheimnis. Kratzen, beißen, rennen – statt Schönspielerei. Genau damit raubt die Baumgart-Elf auch dem VfB Stuttgart den Rhythmus. Das 1:1 am Neckar ist kein Zufall, sondern die logische Folge eiserner Konsequenz.

Der 1. FC Union Berlin spielt keinen Fußball für Feinschmecker. Und genau deshalb ist er so schwer zu schlagen. Die Köpenicker setzen auf Wucht, Widerstand und Laufarbeit – und holen damit Woche für Woche Punkte. Das bekam auch der VfB Stuttgart beim 1:1 schmerzhaft zu spüren.

VfB-Coach Hoeneß staunt über Union-Stürmer Ilic

Dass der Schwabe als sparsam gilt, ist bekannt. „Net geschimpft ist halb gelobt“, heißt es rund um Stuttgart. Insofern ist das, was VfB-Trainer Sebastian Hoeneß nach Schlusspfiff erklärt, für Union sogar ein Riesenkompliment.

Union-Stürmer Andrej Ilic schoss zwar in Stuttgart nicht sein erstes Saisontor, warf sich aber in jedem Zweikampf.
Union-Stürmer Andrej Ilic schoss zwar in Stuttgart nicht sein erstes Saisontor, warf sich aber in jedem Zweikampf.IMAGO/Pressefoto Rudel/Robin Rudel

Hoeneß, der einst lange für die Amateure von Hertha BSC spielte, ist zwar nach Spielende sichtlich genervt über das Remis, gesteht aber: „Union hat es wirklich gut gemacht. Hinten raus müssen wir sogar froh sein, dass wir das Spiel nicht verlieren.“

Ex-VfB-Profi Woo-yeong Jeong trifft für Union

Denn tatsächlich liegt der Sieg für Union in der Luft. Woo-yeong Jeong gleicht in der 83. Minute die Führung von Chris Führich (59.) aus – und hat kurz vor Schluss sogar den Siegtreffer auf dem Fuß.

Andrej Ilic, Stürmer des 1. FC Union, beschäftige Stuttgarts Vertediger Jeff Chabot permanent und beeindruckte so VfB-Trainer Sebastian Hoeneß.
Andrej Ilic, Stürmer des 1. FC Union, beschäftige Stuttgarts Vertediger Jeff Chabot permanent und beeindruckte so VfB-Trainer Sebastian Hoeneß.IMAGO/Grant Hubbs

Hoeneß weiß genau, warum seine Mannschaft, die zuvor Leverkusen (4:1) und Frankfurt (4:3) zerlegte, gegen Union nie ins Rollen kommt: „Das ist ein ekliger Gegner. Die Spielweise ist sehr schwierig zu bespielen. Das haben sie in den Wochen zuvor auch schon gegen andere Teams gezeigt und ihre Punkte geholt.“

1. FC Union hat in Stuttgart den Sieg auf dem Fuß

Der Schlüssel liegt in Unions Galligkeit. Kein Zweikampf wird verschenkt, kein Lauf verweigert. Besonders Andrej Ilic beeindruckt den VfB-Coach. Der Serbe trifft zwar nur den Pfosten und wartet weiter auf sein erstes Saisontor, gewinnt aber ein Kopfballduell nach dem anderen. „Das habe ich gegen Jeff Chabot selten so gesehen“, staunt Hoeneß.

Der Serbe, bereits mit sieben Vorlagen in dieser Saison, traf in Stuttgart zwar nur den Pfosten und wartet weiter auf sein erstes Saisontor. Hoeneß adelt Ilic, der sich in 90 Minuten 24 Mal in einen Zweikampf warf, aber wegen dessen Einsatz: „Er hat sehr viele Kopfballduelle gewonnen. Das habe ich gegen Jeff Chabot, der unser kopfballstärkster Spieler ist, selten so gesehen.“

Union-Trainer Baumgart feiert eiserne Moral

Und weil Union nach den von Ilic gewonnenen Kopfballduellen geschlossen nachschiebt und Druck erzeugt, bleibt Stuttgart nur das Eingeständnis: „Dann müssen wir das 1:1 akzeptieren.“

Auf der anderen Seite steht ein zufriedener Steffen Baumgart. „Wir sind jetzt das dritte Mal nach einem Rückstand zurückgekommen. Wenn du als Trainer siehst, dass die Jungs Woche für Woche alles reinwerfen und versuchen, unseren Plan umzusetzen, dann ist das einfach schön.“