Wenn Christopher Trimmel am Sonnabend im Volksparkstadion aufläuft, geht es nicht nur um Punkte. Es geht um Geschichte, um Legenden, um Erinnerungen. Der Union-Kapitän kratzt an der 39 – und überholt dabei große Namen der Bundesliga. Ausgerechnet in Hamburg wird sein Auftritt zur Zeitreise.
Trimmel überholt Matthäus – und kratzt an weiteren Rekorden
Der Kapitän des 1. FC Union Berlin steht vor einem Moment, der Geschichte schreibt. Mit einem Einsatz gegen den Hamburger SV (15.30 Uhr, Sky) zieht der Österreicher im Ranking der ältesten Feldspieler der Bundesliga-Geschichte an Unions TV-Talismann Lothar Matthäus vorbei. Fast 39 Jahre alt – und kein bisschen müde. Ein Fußball-Wunder aus Köpenick.

Trimmel marschiert in ein Alter, in dem andere längst ihre Schuhe in den Keller gestellt haben. Doch während Ex‑Kollegen Golf spielen oder Trainerlehrgänge besuchen, rennt der Union-Kapitän weiter wie ein Verrückter. Und ausgerechnet in Hamburg schauen sie dabei ganz genau hin. Kein Wunder: Der HSV kennt die Großen, die bis ins hohe Fußballer-Alter ackerten. Uli Stein stand mit über 40 noch im Kasten. Manfred Kaltz und Ze Roberto kickten bis weit über 36 hinaus. Und dann die verstorbenen Ikonen: Franz Beckenbauer und „Uns Uwe“ Seeler.
Trimmel hat sie alle hinter sich gelassen.
Hamburg erinnert sich: Von Seeler bis Kaltz – die großen Alten
Wenn der eiserne Dauerbrenner im Volksparkstadion aufläuft, dann knipst das ganze Stadion das Kopfkino an. Erinnerungen an große Zeiten, an echte Vereinstypen, an Spieler, die weit mehr waren als Profis. Allen voran Uwe Seeler. Der spielte sein ganzes Leben für den HSV, wurde zur lebenden Legende, später sogar Präsident. Vor dem Stadion steht sein überlebensgroßer rechter Fuß – ein Denkmal für Treue. Und Trimmel? Der passt an diesem Tag perfekt in diese Reihe.

Ganz so exklusiv wie Seeler ist Trimmels Vita nicht. Aber sie kommt nah ran. Seit 2014 trägt er das Union-Trikot, 380 Pflichtspiele, 13 Jahre Berlin, 13 Jahre Köpenick, 13 Jahre Knochen hinhalten. Bei der 60‑Jahr‑Feier des Klubs verlängerte er seinen Vertrag – einfach so. Weil Union seine Heimat ist. Und weil er den Laden liebt.
Union-Kapitän als Dauerbrenner: 380 Spiele, 13. Saison
Fakt ist: Bleibt er fit, wird er in der Liste der ältesten Feldspieler weiter klettern. Nur an Seelers 499 Pflichtspiele für den HSV wird er schwer herankommen.
Union-Manager Horst Heldt schwärmt über Trimmels Weg beim 1. FC Union: „Bei mir löst das absolute Bewunderung aus. Als Feldspieler ist das noch mal bedeutender, besonders weil der moderne Fußball viel schneller und physischer geworden ist. Deswegen, Chapeau.“
Trimmel plant seine Zukunft bei Union Berlin
Und wie sieht die Zukunft aus? Überraschend klar: Berlin. Köpenick. Union. „Es ist noch nicht alles zu 100 Prozent besprochen, aber er fühlt sich hier wohl. Auch die Familie fühlt sich hier wohl. Er will Trainer werden – und wir haben genug Möglichkeiten, das gemeinsam zu gestalten“, sagt Heldt.




