Er kam als Hoffnung, ging als Randnotiz – und verschwand im Transferstrudel eines Giganten. David Datro Fofana sollte beim 1. FC Union Berlin durchstarten, doch sein Aufenthalt wurde jäh beendet. Seitdem wird der Stürmer durch Europa geschoben wie ein Paket ohne Adresse. Sein Fall steht sinnbildlich für einen Fußball, der immer skrupelloser wird.
Chelsea zieht die Strippen: Spieler als reine Verschiebemasse
David Datro Fofana ist erst 22 Jahre alt. Und doch wirkt seine Karriere schon jetzt wie ein Mahnmal. Im Sommer 2023 landete der Ivorer beim 1. FC Union Berlin. Leihe vom FC Chelsea, große Erwartungen, viele Vorschusslorbeeren. In Köpenick kam der Stürmer auf 17 Einsätze, erzielte zwei Tore und legte eines auf. Kein Durchbruch, aber ein Anfang. Einer, der brutal abgewürgt wurde.

Noch bevor Fofana richtig Fuß fassen konnte, beorderte Chelsea ihn im Januar 2024 zurück auf die Insel. Der Leihabbruch sorgte bei vielen Unionern für Kopfschütteln. Warum dieser Schnitt? Heute ist klar: Union hat sich nichts zuschulden kommen lassen. Fofana wurde Teil eines Systems, das Spieler verschleißt.
Union-Frust: Warum Fofanas Leihe so abrupt endete

Nach dem Rückruf ging es direkt weiter zu Burnley. Wieder Leihe, wieder Neustart, wieder keine Perspektive. Danach Türkei: Erst Göztepe für ein halbes Jahr, dann Rückkehr zu Chelsea – allerdings nur auf dem Papier. Im Sommer folgte die nächste Leihe, diesmal zu Karagümrük. Acht Tore in 15 Spielen. Die Leistung stimmt. Doch das ist beim FC Chelsea längst nicht mehr das Hauptaugenmerk.
Vom Talent zum Umlaufvermögen – Fofanas Odyssee
Seit Ende Januar läuft Fofana nun für Racing Straßburg auf. Klub Nummer sechs in nicht einmal drei Jahren. Straßburg gehört – wie Chelsea – zum amerikanischen Investorenkonstrukt BlueCo. Spieler werden hier nicht entwickelt, sie werden verschoben. Je nach Bedarf, Marktwert, Bilanz. Fofana ist keine Ausnahme, sondern Teil eines riesigen Kaders. Chelsea hatte zuletzt zeitweise 56 Profis und acht Torhüter unter Vertrag. Ein Transferzirkus, der jede Grenze sprengt.

Wie kalt dieses System ist, zeigte sich zuletzt auch bei Borussia Dortmund. Der BVB verlor den Leihspieler Aaron Anselmino mitten in der Saison. Chelsea zog eine Klausel – beendete die Leihe vorzeitig, wie einst beim 1. FC Union.
Wie der Chelsea-Investor BlueCo Spieler durch Europa jagt
Der 20‑jährige Anselmino weinte zum Abschied bittere Tränen. Womöglich wusste der Argentinier bereits, dass er gar nicht für Chelsea spielen sollte, sondern für die Engländer vielmehr reine Verhandlungsmasse für andere Transfers war. Seine Befürchtung wurde wahr: Nach nur sechs Tagen in London musste Anselmino die Koffer wieder packen. Sein neuer Klub: Racing Straßburg.



