Union schießt zwei Tore in Hamburg – und fährt trotzdem mit leeren Händen nach Hause. Beim wilden 2:3 (1:2) beim Hamburger SV offenbaren die Eisernen erneut brutale Defensivprobleme. Sieben Spiele ohne Sieg, zehn Gegentore in vier Partien: Die Statistik schreit Alarm. Und plötzlich wackelt ausgerechnet das, was den 1. FC Union Berlin jahrelang stark gemacht hat.
Zehn Gegentore: Die defensive Alarmanlage schrillt
Die Bilanz ist brutal: Union steht 2026 weiter ohne Sieg da. Sieben Spiele, kein Erfolgserlebnis. Das 2:3 beim Hamburger SV war nicht nur bitter, es war ein Warnsignal. Denn während der Abstand auf die Abstiegsplätze noch sechs Punkte beträgt, verliert Union etwas Entscheidendes: seine Stabilität.

Die Gegentorflut in den vergangenen vier Bundesliga-Spielen spricht eine klare Sprache. Das ist nicht unglücklich. Das ist zu viel. Viel zu viel.
Union Berlin macht beim HSV zu viele einfache Fehler
„Wir haben jetzt in den letzten vier Spielen zehn Gegentore gefangen“, ärgert sich Kapitän Christopher Trimmel nach der Partie an der Elbe. Der Rechtsverteidiger wirkt angefressen. „Wenn du auswärts zwei Tore schießt, 1:0 in Führung gehst und dann noch verlierst, ist das natürlich schlecht. Aus Sicht des Abwehrspielers schmerzen die Gegentore noch mehr.“

Dabei begann in Hamburg vieles ordentlich. Union ging unter dem Jubel der 5800 (!) mitgereisten Fans in Führung, hatte Phasen der Kontrolle. Doch dann passierte wieder das, was sich durch die letzten Wochen zieht: individuelle Fehler, fehlende Konsequenz, zu große Räume. Der HSV nutzte es eiskalt.
Heldt schlägt Alarm: „Auswärts darf das nicht passieren“
Manager Horst Heldt legte nach dem Abpfiff den Finger tief in die Wunde. „Das ist halt einfach nicht gut und kannst du dir auswärts nicht erlauben“, sagte er deutlich. Heldt weiter: „Ich weiß nicht, ob das eine Krise ist – aber es ist nicht wegzudiskutieren, dass wir natürlich jetzt schon länger nicht mehr gewonnen haben.“
Auch Trainer Steffen Baumgart war bei seiner Rückkehr zu seinem Ex-Klub sichtlich bedient. „Wir haben dem HSV mit unseren Fehlern in die Karten gespielt. Insgesamt gehen wir verdient als Verlierer vom Platz.“ Kein Schönreden. Keine Ausflüchte.
Trimmel warnt Union: „Für die Bundesliga zu wenig“
Das Problem wiegt schwer, weil es das Herzstück trifft. Union definierte sich in den vergangenen Jahren über Kompaktheit, Zweikampfhärte, klare Abläufe gegen den Ball. Wer nach Köpenick kam, wusste: Hier bekommst du nichts geschenkt. Jetzt aber wirkt die Defensive anfällig, unsortiert, nicht griffig genug.
Trimmel warnt indirekt vor den Folgen. „Das ist in der Bundesliga definitiv zu viel.“ Mehr braucht es nicht, um zu verstehen, was er meint. Wenn Union die Abwehr nicht schnell stabilisiert, rutscht der Klub doch noch tiefer hinein in den Abstiegskampf.




