Krise in Köpenick

„Selbst schuld“: Horst Heldt zählt Union-Profis an

Sieben Spiele ohne Sieg: Der Manger des 1. FC Union Berlin kritisiert nach der Pleite beim HSV Fehler, Konter und fehlende Konsequenz.

Author - Sebastian Schmitt
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Horst Heldt, Manager des 1. FC Union Berlin, legt nach wilden 2:3 beim Hamburger SV den Finger in die eiserne Wunde.
Horst Heldt, Manager des 1. FC Union Berlin, legt nach wilden 2:3 beim Hamburger SV den Finger in die eiserne Wunde.IMAGO/Oliver Ruhnke

2:3 (1:2) beim Hamburger SV, siebtes Spiel in Folge ohne Sieg – der 1. FC Union Berlin taumelt weiter durch die Bundesliga. Beim emotionalen Comeback von Steffen Baumgart im Volksparkstadion liefern die Eisernen Moral, aber auch zu viele Fehler. Ein nicht gegebener Elfmeter, ein VAR-Drama und ein Aussetzer vor der Pause kippen die Partie. Das Gute: In Köpenick redet nach Abpfiff keiner mehr um den heißen Brei.

Heldt sauer: „Wir setzen nicht um, was wir wollen“

Dieses Spiel tut weh. Brutal weh.

Union führt beim HSV früh, kassiert billige Gegentore, kämpft sich zurück – und steht am Ende doch mit leeren Händen da. 2:3 im Volksparkstadion. Wieder kein Sieg. Sieben Spiele ohne Dreier – die Serie frisst sich in die Köpfe.

Union-Kapitän Christopher Trimmel ärgert sich über die einfachen Gegentore beim 2:3 in Hamburg.
Union-Kapitän Christopher Trimmel ärgert sich über die einfachen Gegentore beim 2:3 in Hamburg.IMAGO/Eibner-Pressefoto/Marcel von Fehrn

Dabei beginnt alles nach Plan. Union geht 1:0 in Führung, trifft insgesamt zweimal. Doch die Hamburger schlagen zurück, nutzen zwei Konter eiskalt aus. Kurz vor der Pause dann die Szene des Spiels: Andrej Ilic steht frei vor dem leeren Tor – und schiebt vorbei. Im direkten Gegenzug fällt das 1:2. Ein Nackenschlag.

Ilic-Schock: Das leere Tor – und der Gegentreffer

„Wenn du auswärts zwei Tore schießt, 1:0 in Führung gehst und dann noch verlierst, ist das natürlich schlecht“, sagt Kapitän Christopher Trimmel. „Aus Sicht des Abwehrspielers schmerzen dann die Gegentore noch mehr. Wir haben jetzt in den letzten vier Spielen zehn Gegentore gefangen und das ist einfach zu viel für die Bundesliga.“

Torhüter Frederik Rönnow hat in Hamburg eigentlich wenig zu tun und kassiert mit dem 1. FC Union Berlin beim HSV dennoch drei Gegentore.
Torhüter Frederik Rönnow hat in Hamburg eigentlich wenig zu tun und kassiert mit dem 1. FC Union Berlin beim HSV dennoch drei Gegentore.IMAGO/Justus Stegemann

Noch schrillen in Köpenick nicht die Alarmglocken. Aber der Abstiegskampf rückt mit jedem verlorenen Spiel näher.

Union-Serie wird zum Albtraum: Sieben Spiele ohne Sieg

Auch Trainer Steffen Baumgart ringt um Worte. Emotional war seine Rückkehr nach Hamburg, sportlich bleibt sie bitter. „Ich kann der Mannschaft nichts vorwerfen, was die Willenskraft angeht. Trotzdem verlierst du ein Spiel, wenn du diese Fehler machst. Fußball ist ein Fehlersport, aber zu viele dürfen es nicht sein – und das gilt es nächste Woche besser zu machen.“

Manager Horst Heldt spricht Klartext: „Das Ergebnis ist schon sehr enttäuschend. Wir setzen in den entscheidenden Szenen nicht das um, was wir eigentlich wollten. Dann lassen wir uns zweimal auskontern. Das können und müssen wir besser verteidigen.“

Klassenerhalt in Gefahr: Fehler häufen sich

Fakt ist: In der Bundesliga, insbesondere im Kampf um den Klassenerhalt, zählt jeder Punkt. Und Union lässt gerade zu viele liegen.

Von einer Krise will Unions Kaderplaner zwar noch nicht sprechen, legt den Finger aber deutlich in die eiserne Wunde: „Wir sind selbst schuld, dass wir hier keine Punkte mitnehmen. Wir müssen bei uns anfangen. Und da gibt es eine Menge zu tun und aufzuarbeiten. Weil das ist ein Spiel, das man nicht verlieren darf.“