Brutaler Spielverlauf

VAR-Wut und Drama um Ilic bei Union-Pleite in Hamburg

Steffen Baumgarts bittere Rückkehr: Der 1. FC Union Berlin erlebt beim HSV einen aberwitzigen Nachmittag zum Vergessen.

Author - Sebastian Schmitt
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Vize-Kapitän Rani Khedira tröstet Andrej Ilic: Der 1. FC Union Berlin verliert beim Hamburger SV auf brutal bittere Weise.
Vize-Kapitän Rani Khedira tröstet Andrej Ilic: Der 1. FC Union Berlin verliert beim Hamburger SV auf brutal bittere Weise.IMAGO/Matthias Koch

Dieses Spiel wird allen Unionern noch lange in den Knochen stecken! Der 1. FC Union Berlin verliert beim HSV mit 2:3 (1:2) – und erlebt einen Nachmittag, der schmerzt. Ein klarer Strafstoß bleibt aus, ein leeres Tor wird nicht getroffen, im Gegenzug fällt das Gegentor. Für Steffen Baumgart endet die emotionale Rückkehr nach Hamburg auf eine brutal bittere Weise. 

Baumgarts emotionale Rückkehr endet im Schmerz

Ungläubiges Kopfschütteln bei allen Unionern. Baumgart starrt ins Leere. Spieler sinken auf den Rasen. Dieser Nachmittag im Volksparkstadion wird Zeit brauchen, um verarbeitet zu werden. Zu dramatisch, zu bitter, zu brutal läuft dieses Bundesliga-Spiel. Doch der Reihe nach.

Union-Trainer Steffen Baumgart begrüßt vor dem Anpfiff gegen den HSV seinen ehemaligen Assistenten Merlin Polzin, dem heutigen Cheftrainer des Hamburger SV.
Union-Trainer Steffen Baumgart begrüßt vor dem Anpfiff gegen den HSV seinen ehemaligen Assistenten Merlin Polzin, dem heutigen Cheftrainer des Hamburger SV.IMAGO/Eibner-Pressefoto/Marcel von Fehrn

Es sollte ein besonderer Nachmittag für Steffen Baumgart werden. Rückkehr nach Hamburg, zurück in ein Stadion, das er kennt und das er fühlt. Doch was der Trainer des 1. FC Union im Volkspark erlebt, tut weh.

Baumgarts Leiden in Hamburg geht weiter

Keine eineinhalb Jahre nach seiner Entlassung steht er am Valentinstag wieder im Volkspark an der Seitenlinie. 1887. Bundesliga-Spiel des HSV – das Gründungsjahr des Traditionsklubs. Mehr Kitsch geht kaum. Baumgart, seit Kindheit HSV-Fan, trägt diesen Klub im Herzen. Neun Monate durfte er Cheftrainer sein, dann folgte der Rauswurf. Und das Leiden geht beim ersten Wiedersehen weiter.

Nicht viel besser, aber viel fester geschossen: Leopold Querfeld bringt Union Berlin beim HSV per Elfmeter in Führung.
Nicht viel besser, aber viel fester geschossen: Leopold Querfeld bringt Union Berlin beim HSV per Elfmeter in Führung.IMAGO/Matthias Koch

Union beginnt wach und ist schnell verdammt wütend: Andrej Ilic steigt im Strafraum hoch, bekommt statt des Balles den Kopf des Gegners ab. Ein klares Foul, ein klarer Elfmeter – eigentlich. Schiedsrichter Florian Badstübner winkt ab, der VAR schweigt. Baumgart diskutiert, gestikuliert, schüttelt den Kopf.

VAR sorgt für Wut: Klarer Elfer für Union bleibt aus

Wenig später zeigt der Referee dann doch auf den Punkt. Ilic geht zu Boden, es gibt Strafstoß. Leopold Querfeld übernimmt Verantwortung und trifft zur Führung. Doch die Freude hält nicht lange. Der HSV nutzt einen Moment der Unordnung, gleicht aus. Zu viel Raum, zu wenig Zugriff. 1:1.

Unfassbar: Union-Stürmer Andreej Ilic trifft beim Hamburger SV das leere Tor nicht. Im direkten Gegenzug geht der HSV mit 2:1 in Führung.
Unfassbar: Union-Stürmer Andreej Ilic trifft beim Hamburger SV das leere Tor nicht. Im direkten Gegenzug geht der HSV mit 2:1 in Führung.IMAGO/Matthias Koch

Und dann kommt diese Szene, die sich einbrennt: HSV-Keeper Fernandez verschätzt sich beim Rauslaufen, Ilic muss nur noch einschieben – trifft das leere Tor aber nicht. Unglaublich!

Ilic-Drama: Das leere Tor – und der Gegentreffer

Doch es wird noch brutaler: Statt 2:1 für Union fällt im direkten Gegenzug das 2:1 für den HSV. Ein Konter, ein Abschluss mit Hilfe der Latte – und die Partie kippt komplett.

Doch wer glaubt, die Eisernen ergeben sich, irrt gewaltig. Noch vor dem Gegner stehen sie wieder auf dem Platz. Baumgart reagiert und bringt frische Kräfte.

Union drückt, kämpft, trifft – doch der HSV bleibt eiskalt

Union drückt, schiebt den HSV tief in die eigene Hälfte. Ilic köpft knapp vorbei, Tim Skarke vergibt aus spitzem Winkel, Derrick Köhn hämmert einen Freistoß ans Lattenkreuz. Es ist eine furiose zweite Halbzeit: Tempo, Wucht, Wille. Alles da – nur das Tor fehlt.

Und wie so oft im Fußball wird das bestraft. Ein Konter, ein Tunnel gegen Querfeld, ein eiskalter Abschluss – Königsdörffer bringt den HSV mit 3:1 in Führung (82.). Eigentlich die Entscheidung. Doch nicht an diesem Nachmittag.

Union seit sieben Spielen ohne Sieg – Ilic erlöst sich

Denn Ilic erlöst sich spät, trifft per Kopf zum 2:3 und beendet seinen Torfluch. Erstes Saisontor. Hoffnung keimt auf. Sechs Minuten Nachspielzeit. Union wirft alles nach vorne. Doch der Ausgleich fällt nicht. Baumgarts Rückkehr nach Hamburg endet wie sein Abschied: mit Schmerz.

Fakt ist: Union bleibt auch im siebten Spiel sieglos und wartet seit dem 1:0 beim 1. FC Köln am 20. Dezember weiter auf ein Erfolgserlebnis. Leichter wird es nicht: Am Sonnabend (15.30 Uhr, Sky) gastiert Bayer Leverkusen im Stadion An der Alten Försterei.