„Knallhart, konsequent, klar“

Ex-Profi packt aus: So formte Urs Fischer Union Berlin wirklich

Bastian Oczipka spricht offen über seine kurze Zeit in Köpenick – und warum Urs Fischer ihn stärker prägte als jeder andere Trainer.

Author - Sebastian Schmitt
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Unter Urs Fischer erlebte der 1. FC Union Berlin die erfolgreichste Zeit. Jetzt verrät Ex-Union-Profi Bastian Oczipka, warum der Schweizer in Köpenick so erfolgreich war.
Unter Urs Fischer erlebte der 1. FC Union Berlin die erfolgreichste Zeit. Jetzt verrät Ex-Union-Profi Bastian Oczipka, warum der Schweizer in Köpenick so erfolgreich war.IMAGO/O.Behrendt

Nur 21 Bundesliga-Spiele absolvierte Bastian Oczipka für den 1. FC Union Berlin. Und doch spricht er heute über kaum eine Station so intensiv wie über Köpenick. Der Grund trägt einen Namen: Urs Fischer. Der Ex-Profi blickt zurück – und erklärt, warum ihn ausgerechnet diese kurze Zeit bis heute formt.

Oczipka überrascht: Union-Zeit wirkt bis heute nach

304 Bundesliga-Spiele, sieben Klubs, große Stadien. Bastian Oczipka (37) hat viel gesehen im deutschen Fußball. Eintracht Frankfurt, Schalke 04, Hannover 96. Doch wenn der Ex-Profi heute auf seine Karriere zurückblickt, leuchtet eine Station besonders hell: der 1. FC Union Berlin.

Verteidiger Bastian Oczipka spielte nur eine Saison für den 1. FC Union Berlin. Die Zeit in Köpenick prägte ihn dennoch besonders.
Verteidiger Bastian Oczipka spielte nur eine Saison für den 1. FC Union Berlin. Die Zeit in Köpenick prägte ihn dennoch besonders.Anke Waelischmiller/Sven Simon via www.imago-images.de

Dabei war sein Kapitel an der Alten Försterei kurz. 21 Einsätze in der Saison 2021/22. Am Ende Platz fünf in der Bundesliga, Europa-League-Qualifikation, historische Nächte für Union. Für Oczipka war es mehr als nur eine sportlich starke Phase. Es war eine Lektion fürs Leben.

Urs Fischer als Chef – hart, klar, konsequent

Auf LinkedIn lässt der 37-Jährige nun seine Karriere Revue passieren. Und er wird deutlich: „Trainer prägen mehr als nur ihr Spielsystem. Sie prägen Menschen, Spieler oder auch ganze Karrieren.“

Bastian Oczipka lobt vor allem die Klarheit und Menschlickeit, die Urs Fischer als Trainer des 1. FC Union Berlin vorlebte.
Bastian Oczipka lobt vor allem die Klarheit und Menschlickeit, die Urs Fischer als Trainer des 1. FC Union Berlin vorlebte.IMAGO/Matthias Koch

Er nennt drei Namen, die ihn besonders beeinflusst haben: Niko Kovac bei Eintracht Frankfurt. Domenico Tedesco auf Schalke. Und vor allem Urs Fischer beim 1. FC Union.

Die Mischung aus Disziplin und Menschlichkeit

Fischer, der Architekt des eisernen Höhenflugs. Kein Showman, kein Lautsprecher. Sondern ein Trainer, der wirkte. „Urs Fischer war bei Union Berlin der Chef. Aber nie der Lauteste. Nie der Lautsprecher. Auf dem Platz: knallhart, konsequent, klar“, schreibt Oczipka.

Diese Klarheit habe ihn beeindruckt. „Seine Prinzipien galten für alle. Kein Interpretationsspielraum.“ Stars und Ergänzungsspieler wurden gleich behandelt. Leistung entschied. Disziplin zählte. Diskussionen? Kurz und direkt.

Warum 21 Spiele Oczipkas Karriere verändern konnten

Und doch blieb Raum für Menschlichkeit. Genau das macht Oczipkas Worte so eindringlich. „Aber daneben: witzig, menschlich, locker. Er konnte dich auf dem Platz zusammenstauchen und danach mit dir lachen.“

Diese Mischung aus Härte und Herz prägte Union in dieser Zeit. Die Mannschaft funktionierte wie ein Uhrwerk, weil jeder seine Rolle akzeptierte. Fischer schuf ein Klima, in dem Verantwortung kein Schlagwort war, sondern Alltag.

Oczipka bringt es auf den Punkt: „Diese Klarheit. Diese Menschlichkeit. Das bleibt.“

Union-Erfolg unter Urs Fischer kein Zufall

Ganz klar: Für alle Unioner ist es eine Bestätigung. Der Erfolg der vergangenen Jahre war kein Zufall. Er war das Resultat einer Haltung, die Fischer vorlebte.

Heute ist Oczipka im Fußball nicht mehr aktiv. Doch seine Worte zeigen, wie tief die Spuren aus Köpenick sind. Manchmal reichen 21 Spiele, um eine Karriere nachhaltig zu beeinflussen.