Freut sich auf den Neubeginn beim 1. FC Union: Bastian Oczipka. imago/Contrast

Nein, mit Max Kruse wollte er sich nicht gleich anlegen. So von wegen, wer denn nun hier der große Erstliga-Zampano sei. Er mit seinen 286 Bundesligaspielen oder Unions spielmachender Angreifer mit seinen nur 275 Erstligakicks. „Da ist ist nicht so ratsam“, meinte Unions Last-Minute-Transfer Bastian Oczipka mit einem Lachen. Er kennt Kruse halt noch aus gemeinsamen Hamburger Zeiten beim FC St. Pauli. „Der hat sich nicht verändert, lässt sich nicht verbiegen“, weiß der 32-Jährige aus eigener Erfahrung.

Das sich das Verhältnis im Lauf der Saison ändert, scheint aber gewiss. Oczipka kam zwar mit dem Anspruch, möglichst viele Spiele zu machen. Aber auch er weiß, dass er angesichts von Trainingsrückstand und doppelter Konkurrenz hinten links in Form von Nico Gießelmann und Tymoteusz Puchacz schwerlich alle bevorstehenden Spiele absolvieren wird. Für Augsburg am Sonnabend (15.30 Uhr) wird es auf keinen Fall reichen. „Auch wenn ich im Sommer extrem viel gearbeitet habe. Aber das kann kein Teamtraining ersetzen“, meinte Oczipka

Auch der eisernen Platzhirsch bei Standards, Union-Kapitän Christopher Trimmel, ist derzeit vor Attacken des gebürtigen Bergisch-Gladbachers sicher. „Der ist ja noch bei der Nationalelf“, scherzte Oczipka, durch den die Variabilität bezüglich solcher Angriffsmomente gewachsen ist bei den Eisernen. Denn auch bei dem 32-Jährigen sind in seiner Erstligakariere immerhin 40 Vorlagen notiert. Und dass er das nach dem Abstieg mit Schalke nicht verlernt hat, davon konnten sich rund 2500 Besucher beim Test bei Regionalligist Lichtenberg (2:0) vergangene Woche persönlich überzeugen, als er Cedric Teuchert zum Führungstreffer servierte.

Abstieg mit Schalke ist für Oczipka abgehakt

Die beiden eint eine Schalker Vergangenheit. So war es logisch, dass Oczipka sich auch bei ihm erkundigte, was denn von Union zu halten sei. Was er hörte, überzeugte ihn offenbar schnell. Denn dass er kommen wollte, stand schon ein paar Tage vor dem Ende des Transferfensters fest, auch wenn sich die Details dann doch ein wenig hinzogen. „Ich bin froh, hier zu sein“, so Oczipka.  Weil er das Gefühl hatte, dass es passen würde. Es war für ihn nicht das erstbeste Angebot, das er angenommen hatte, um der Arbeitslosigkeit zu entkommen, sondern eines, von dem er überzeugt war. 

Und was das Thema Schalke und Abstieg angeht, das ist für ihn abgehakt. „Ich will darüber nicht mehr groß reden, sondern nach vorne blicken. Das tat alles zu weh“, so der 32-Jährige. Und vielleicht ist es daher ganz gut, dass es mit dem neuen Klub etwas gedauert und nicht sofort nach dem Urlaub stattgefunden hat. Die Zeit half ein wenig, das alles zu verarbeiten. „Jetzt habe ich den Kopf definitiv frei.“

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