Die Krokusse blühen und mit ihnen unsere Lust zu Flirten, uns zu Verlieben und Sex zu haben – so zumindest der Volksglaube. In Wirklichkeit gehen die Meinungen darüber, ob Frühlingsgefühle echt sind, oft auseinander. Was sagt also die Wissenschaft? Kitzeln die ersten warmen Sonnenstrahlen tatsächlich unsere Libido wach?
Sonne kitzelt Frühlingsgefühle hervor
Der größte Unterschied zwischen Frühling und Winter ist natürlich die warme Frühlingssonne. Mehr Sonnenstunden und wärmere Temperaturen locken uns aus dem Haus. Und das Sonnenlicht wärmt nicht nur unsere Haut auf. „All das bewirkt eine Ausschüttung unterschiedlicher Hormone, wie zum Beispiel Cortisol“, erklärt die systemische Beraterin Ruth Marquardt gegenüber RTL.de.
Serotonin und Dopamin, die Wohlfühl-Botenstoffe, heben unsere Laune und mit ihr unsere Energie und unsere Anziehungskraft. Auch Cortisol, eigentlich ein Stresshormon, sorgt laut Marquardt im Frühling für einen verstärkten Tatendrang und unsere Unternehmungslust. Studien zeigen, dass längere Tage Menschen sozialer machen und dadurch die Chancen erhöhen, andere Leute zu treffen. Und vielleicht wird aus der Zufallsbegegnung dann etwas mehr ...

Auch für unsere Nase ist der Frühling ein Erlebnis. Die Frühblüher verströmen ihren verführerischen Duft und wir mit ihnen mit. Denn wärmere Temperaturen können die Chemie unseres Körpers beeinflussen, inklusive unseres Geruchs und wie wir ihn wahrnehmen. Dass man sich „gut riechen kann“ ist nicht nur eine Redewendung. Wissenschaftler wissen schon lange, dass Geruch eine große Rolle darin spielt, wen wir anziehen finden. Nur als Allergiker bekommt man von diesem Wandel nicht allzu viel mit.
Alle Zeichen stehen im Frühling auf Neuanfang
Neben diesen biologischen Faktoren, spielt auch die Psyche eine Rolle. Die Jahreszeit ist gleichbedeutend mit Neuanfang, und zwischen Frühjahrsputz und dem ersten Eis auf die Hand nutzen viele Menschen den Moment ganz bewusst, um mehr aus dem Haus zu gehen. Passend dazu hat auch eine Studie von 2014 herausgefunden, dass im Frühling Dating-Apps vermehrt genutzt werden.

Dabei könnte auch die Wärme ins Gewicht fallen. Kaum wird's wärmer, legen wir unsere Mäntel ab und zeigen wieder mehr nackte Haut. Das regt natürlich auch den sexuellen Appetit an. Und, sind wir einmal so entblößt, fällt es einem auch leichter, die kleinen Zeichen unseres Körpers zu erkennen, die zeigen, dass man sich zueinander hingezogen fühlt – Zeichen, die vorher unter einem Wollpulli verborgen blieben.


