Wird es draußen wieder warm und sonnig, kommen auch viele Wildtiere langsam aus ihren Verstecken hervor. Igel, Kröten und Hummeln erwachen aus ihrem Winterschlaf und machen sich auf Nahrungssuche – doch dabei macht ihnen der Mensch oft ein Strich durch die Rechnung. Jenifer Calvi von der Deutschen Wildtierstiftung erklärt, was Wildtieren in dieser Zeit wirklich hilft.
Pflanzen bieten Wildtieren im Frühling Nahrung und Verstecke
Viele Pflanzen und Blumen können laut Calvi Wildtieren bei der Nahrungssuche helfen und Verstecke bieten. Wer also einen Garten hat, kann schon im Winter etwas für Wildtiere im Frühling tun. Wilde Krokusse, Schneeglöckchen, Märzenbecher und Weidenkätzchen liefern jungen Hummelköniginnen zum Beispiel eiweißreiche Blütenpollen und zuckerhaltigen Blütennektar. Zitronenfalter, die wir ab Temperaturen von 14 Grad sehen können, freuen sich über Seidelbast, Sal-Weide und Lerchensporn.
Nachtblühende Sträucher, die fliegende Insekten und Nachtfalter anziehen - wie Nachtkerze oder Nachtviole - unterstützen Fledermäuse, die Ende März bis Mitte April in ihr Sommerquartier ziehen. „Auch duftende Kräuter wie Wilder Majoran und Borretsch locken die Tierchen an“, sagt Jenifer Calvi.

Insektenfreundliche Hecken wie Weißdorn, Hainbuche oder Wildrose statt Thuja und Kirschlorbeer können Igeln helfen, aber auch eine Benjeshecke ist nützlich: „Unter den aufgeschichteten Zweigen kann der Igel sein Tagesquartier bauen und erbeutet gleichzeitig Insekten.“ Haselmäuse verstecken sich stattdessen gerne unter fruchttragenden Wildsträuchern wie Holunder, Faulbaum oder Weißdorn oder wilde Brombeerecken.
Richtig Gärtnern hilft Wildtieren im Frühling
Im Allgemeinen rät Calvi Gärtnern, Pestizide zu vermeiden, um Wildtiere nicht zu gefährden. „Das Laub bitte noch nicht weg harken und früh blühende Beikräuter im Garten nicht jäten, denn sie sind eine wertvolle Nahrungsquelle für die ersten Insekten.“ Wildblumen haben eine Chance zu wachsen, wenn nicht vor Ende Mai gemäht wird „oder zumindest Blühinseln stehengelassen“ werden, „auch darüber freuen sich Insekten, die wiederum Igel, Fledermaus und Kröte als Nahrung brauchen.“ Für Fledermäuse könne man Kästen in drei bis fünf Metern Höhe an halbschattigen Orten anbringen.
Barrierefreie Gärten sorgen dafür, dass Igel sicher auf Nahrungssuche gehen können: dafür braucht es kleine Lücken in Zäunen oder Mauern von mindestens 13 mal 13 Zentimetern, durch die sie hindurchschlüpfen können. „Fehlen solche Durchgänge, suchen sie sich oft gefährliche Umwege: Sie quetschen sich unter Drahtzäunen hindurch oder überqueren Straßen, was zu Verletzungen oder sogar zum Tod führen kann“, warnt Calvi.

Rückzugsorte für Amphibien kann man leicht mit Reisig- und Laubhaufen in der Nähe eines fischfreien Gartenteiches umgeben von heimischen Pflanzen wie Blutweiderich oder Wasserdost schaffen.




