Ein Burger aus Rindfleisch? Nicht bei Mirko Plaul. Der Jäger aus Mecklenburg-Vorpommern setzt auf ungewöhnliche Zutaten und verarbeitet Fleisch von Waschbären und Nutrias zu besonderen Burgern. Dahinter steckt für den 49-Jährigen nicht nur eine Geschäftsidee, sondern auch eine Überzeugung.
Waschbär statt Rind: Jäger verkauft ungewöhnliche Burger
Wer bei einem Burger an Rindfleisch denkt, dürfte bei Mirko Plaul überrascht sein. Der Jäger aus Drieberg in Mecklenburg-Vorpommern serviert in seinem Imbisswagen Burger aus Fleisch von Waschbären und Nutrias. Er bietet seine außergewöhnlichen Kreationen bereits seit einigen Jahren auf Festen und Veranstaltungen an.

Der sogenannte „Bären-Burger“ besteht laut Angaben des Nordkurier aus einer Mischung aus Waschbären- und Rehfleisch, während im „River-Beast-Burger“ Nutria und Wildschwein stecken. Für einen der besonderen Burger zahlen Gäste 9,50 Euro, ein klassischer Wildschwein-Burger kostet acht Euro.
Die Idee kam dem Jäger auf der Hanse Sail
Auf die ungewöhnliche Geschäftsidee kam Plaul vor einigen Jahren eher zufällig. Bei einem Besuch der Hanse Sail in Rostock traf er einen Anbieter, der bereits Wurst und Salami aus Waschbär und Nutria verkaufte.
„Ich hatte aus den Medien von jemandem gehört, der auf der Grünen Woche in Berlin Salami und Bratwurst aus Nutria- und Waschbärenfleisch angeboten hat. Den habe ich einige Zeit später auf der Hanse Sail in Rostock getroffen und mich mit ihm unterhalten“, erzählt der Jäger dem Nordkurier. Für ihn stand schnell fest, dass Burger bei den Kunden besser ankommen würden als Wurstwaren aus den ungewöhnlichen Tierarten.
Darum landen die Tiere im Imbiss
In seinem Jagdrevier rund um den Cramoner See schießt Plaul regelmäßig Rehe und Wildschweine. Doch auch Waschbären und Nutrias begegnen ihm immer häufiger. Beide gelten in Deutschland als invasive Arten und werden in vielen Regionen bejagt.

Für Plaul gehört dazu auch die Verwertung des Fleisches. „Mein Anspruch ist es, dass das, was man schießt, auch verwerten sollte. Bei Füchsen und Mardern geht das nicht. Da ist selbst der Erlös für Felle zu gering“, sagt er. Nach eigenen Angaben erlegt er pro Jagdsaison rund 40 bis 50 Waschbären und etwa zehn Nutrias.
Ganz ohne Mischung kommen die ungewöhnlichen Burger allerdings nicht aus. Der Jäger hat lange an den Rezepturen gearbeitet und Familie sowie Freunde als Testesser eingespannt. „Waschbärenfleisch ist sehr fettig und braucht Reh als trockenes Fleisch, um schmackhaft angerichtet werden zu können. Umgekehrt ist es beim Nutria“, erklärt Plaul.
Hier können Besucher die Spezial-Burger probieren
Wer sich selbst ein Bild vom Geschmack machen möchte, hat schon bald Gelegenheit dazu. Mit seinem grün leuchtenden Imbisswagen ist Mirko Plaul vom 31. Juli bis 2. August auf dem Stepenitztalfest in Mühlen Eichsen vertreten.




