In den Brandenburger Wäldern geht es in diesem Winter ums nackte Überleben. Wegen Eis und Dauerfrost wurde in Teilen des Landes offiziell die Notzeit für Wildtiere ausgerufen. In den Landkreisen Barnim und Oder-Spree rücken sogar Jäger mit Futter aus, damit Rehe und Hirsche nicht verhungern.
„Es war allerhöchste Zeit“, sagt Landesjagdverband-Geschäftsführer Kai Hamann. Etwa zehn Tage soll die Ausnahmeregel gelten – und es könnten noch weitere Kreise folgen. So eine Lage gab es zuletzt vor vielen Jahren. Die Tiere kommen schlicht nicht mehr an Nahrung: Böden sind steinhart gefroren, Wiesen von dicken Eisschichten versiegelt. Wer trotzdem nach Futter scharrt, verletzt sich schnell. Deshalb greift das Bundesjagdgesetz – Wild darf nicht unter Futternot leiden.
In Barnim und Oder-Spree müssen Jäger Wild füttern
Normalerweise ist den Jägern das Füttern übrigens verboten. Jetzt aber gilt Ausnahmezustand im Wald – innerhalb gewisser Grenzen. „Man kann nicht einfach in den Wald gehen und Heu abkippen“, sagt Hamann, der als Jäger im Barnim gerade selber Futter verteilt. Die Futterplätze liegen bewusst abseits von Wegen und Häusern, wo die Wildtiere normalerweise Nahrung finden, damit sie Ruhe haben. Außerdem darf nur so viel ausgelegt werden, wie unbedingt nötig.

Auf dem Winter-Speiseplan für Brandenburgs Rehe und Hirsche Heu und Grassilage sowie Futterrüben und Mohrrüben, Wildschweine sollten nur Mais, Getreide und Baumfrüchte bekommen. Tabu sind Stroh, aber auch Brot und Küchenabfälle. Hamann mahnt außerdem: die neue Regelung gilt nur für Jäger. Privatleute sollten nicht einfach loslaufen und Heu verteilen.



