Der Winter hat in diesem Jahr nicht nur viel Zeit und Nerven gekostet, er könnte auch noch richtig teuer werden. Der ADAC rechnet mit Milliardenschäden an deutschen Straßen.
Vor allem der häufige Wechsel von Plus- und Minusgraden während der vorangegangenen Wochen schädige Fahrbahnen und lasse neue Schlaglöcher entstehen, erklärte der Automobilclub am Sonntag in München. Die Winterschäden könnten „in die Milliarden gehen“.
Finanzierungsbedarf bei kommunalen Straßen enorm
Der ADAC verwies zugleich auf eine Studie des Deutschen Instituts für Urbanistik aus dem Jahr 2023. Daraus geht hervor, dass der Finanzbedarf für Sanierung und Neubau kommunaler Straßen bei rund 283 Milliarden Euro liegt.
„Klar ist: Der diesjährige Winter dürfte die finanzielle Situation noch zusätzlich verschärfen“, erklärte der ADAC. Ein Drittel aller kommunalen Straßen hatte bereits damals größere Schäden.

Ein Schlagloch kann bis zu 200 Euro kosten
Für die Infrastruktur sind um den Gefrierpunkt schwankende Temperaturen problematischer als längere Frostphasen. Regen- und Schmelzwasser dringen durch Risse ein und dehnen sich bei Minusgraden aus, wodurch sie den Asphalt aufsprengen. Es bilden sich Hohlräume, die durch die Verkehrsbelastung eingedrückt werden und Schlaglöcher bilden.
Dem Automobilclub zufolge kostet allein die provisorische Reparatur eines einzigen Schlaglochs, etwa mit Kalt-Asphalt, bis zu 200 Euro. Zur nachhaltigen Schadensbehebung und Qualitätssicherung sei aber „ein systematisches Erhaltungsmanagement“ nötig, betonte dieser weiter.


