Wütende Mitglieder starteb Austrittswelle beim ADAC
Ausgerechnet der Verkehrspräsident des größten Automobilclubs Deutschlands stellt sich öffentlich hinter höhere Spritpreise – und sorgt damit für blankes Entsetzen unter Autofahrern.
Höhere Preise sind ein „richtiges Instrument“
In einem Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung erklärte ADAC-Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand (60), dass der Club die CO₂-Bepreisung ausdrücklich unterstütze. Höhere Preise für Benzin und Diesel seien ein „richtiges Instrument“, um die Klimaschutzziele zu erreichen. Autofahrer bräuchten diesen finanziellen Druck, um auf klimafreundlichere Alternativen umzusteigen.
Für viele klingt das wie Hohn: Ein Automobilclub, der dafür plädiert, Autofahren unbezahlbar zu machen?
„Kein Autoclub mehr?“ – Alte Wunden reißen auf
Die Empörung trifft einen Nerv. Schon 2018 sorgte der ADAC für Kopfschütteln, als er in einer Kampagne erklärte, man sei eigentlich „kein Autoclub mehr“ und auch nicht mehr wirklich deutsch. Viele Mitglieder schluckten das damals – doch diesmal ist die Geduld am Ende.
Denn rund 90 Prozent der ADAC-Mitglieder fahren Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Für sie bedeuten höhere Spritpreise keine abstrakte Klimapolitik, sondern ganz konkret: höhere Kosten im Alltag.

Kündigungsflut in den sozialen Medien
Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. In sozialen Netzwerken posten Mitglieder wütend ihre Kündigungsschreiben. Fotos von ausgefüllten Formularen, Kommentare voller Frust – der Ton ist deutlich.
ADAC beschwichtigt – doch die Zweifel bleiben
Der ADAC bemüht sich inzwischen um Schadensbegrenzung und betont, man werde missverstanden. Hillebrand warnte zugleich davor, Klimaschutzziele auf EU-Ebene aufzuweichen. Europa müsse an ehrgeizigen CO₂-Minderungen festhalten, um die Erderwärmung zu begrenzen.
Zugleich zeigte er Verständnis für eine Verschiebung des EU-weiten CO₂-Preises für Kraftstoffe auf 2028: Preisspitzen müssten vermieden werden, um die Belastung für Bürger nicht zu groß werden zu lassen.


