Sprit-Proteste

Warum 60.000 Mitglieder den ADAC verließen – und was jetzt passiert

Nach umstrittenen CO₂-Aussagen verliert der ADAC Zehntausende Mitglieder und seinen Chef.

Author - Sebastian Karkos
Teilen
Das ADAC-Fahrzeug für die Pannenhilfe kennt jeder in Deutschland.
Das ADAC-Fahrzeug für die Pannenhilfe kennt jeder in Deutschland.Robert Michael/dpa

Diese Aussagen fanden viele Mitglieder gar nicht lustig: Jetzt ist Gerhard Hillebrand (60) nicht mehr ADAC‑Verkehrspräsident. Grund dafür sind rund 60.000 Kündigungen nach Äußerungen, die er Ende 2025 in einem Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung gemacht hatte.

Hillebrand fand die CO₂-Bepreisung richtig

Damals bezeichnete Hillebrand die CO₂-Bepreisung, die den Sprit verteuert, als „richtiges Instrument“. Genau das wollten viele Autofahrer und Autosympathisanten jedoch nicht hören. Die Folge: Shitstorms, empörte Zuschriften, massenweise Kündigungen – und schließlich das Aus für Hillebrand.

Seine Aussagen führten laut ADAC „zu erheblichen Irritationen bei Mitgliedern sowie zahlreichen Beschwerden und Kündigungen“. Hillebrand zog die Konsequenzen. Er sei zu der Überzeugung gekommen, „dass es im Interesse des ADAC und seiner Glaubwürdigkeit richtig ist, daraus persönliche Konsequenzen zu ziehen“.

Die Deutschland-Zentrale des ADAC in München. Rund 22 Millionen Mitglieder hat der Verein.
Die Deutschland-Zentrale des ADAC in München. Rund 22 Millionen Mitglieder hat der Verein.Peter Kneffel/dpa

Der ADAC erklärte, man bedauere „dass so viele Mitglieder den ADAC aus Verärgerung verlassen haben. Um Mitglieder, die enttäuscht wurden, werden wir intensiv werben.“

Aber: Allein im Januar hat der Club mehr als 100.000 neue Mitglieder gewonnen. Damit verzeichnet der ADAC trotz der Austritte weiterhin ein Plus. Trotzdem sollen nun auch die ehemaligen Mitglieder wieder zurückgewonnen werden.

Wie ist Ihre Meinung zum Thema? Finden Sie es richtig, dass Gerhard Hillebrand zurückgetreten ist? Bitte schreiben Sie uns:leser-bk@berlinerverlag.com