Sachsen-Anhalt

Führer gegen Rechts: Ist das die lustigste Wahl-Werbung Deutschlands?

Die AfD spricht über eine 5000-Euro-Spende, die SPD kontert mit Humor. Landtagskandidatin Tina Führer macht ihren Nachnamen kurzerhand zur politischen Pointe.

Author - Sebastian Karkos
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Tina Führer sorgt mit ihrer Idee nicht nur in Wittenberg für Aufmerksamkeit.
Tina Führer sorgt mit ihrer Idee nicht nur in Wittenberg für Aufmerksamkeit.IMAGO, SPD/Mit KI generiert

Das wird eine Schicksalswahl. Am 6. September entscheidet Sachsen-Anhalt über einen neuen Landtag. Droht erstmals in Deutschland eine Regierungsbeteiligung der AfD? Die rechtspopulistische Partei liegt in aktuellen Umfragen deutlich vor der CDU und kratzt sogar an der absoluten Mehrheit. Ihr Motto: „Alles ist möglich.“

CDU-Politiker spendet 5000 Euro an die AfD

Das gilt offenbar auch für den Wahlkampf. So soll ein bislang anonym gebliebenes CDU-Mitglied aus Sachsen-Anhalt der AfD 5000 Euro gespendet haben. AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund am Wochenende in Magdeburg: „Er hat diese Summe gespendet, weil er möchte, dass wir als Alternative für Deutschland unsere wunderschöne Heimat, unser Land, vor diesem links-grünen Kurs der CDU schützen.“

Die Antwort der SPD dürfte die witzigste Werbung des gesamten Wahlkampfs sein. Die Partei beweist Humor. Genauer gesagt: Tina Führer. Die Politikerin ist Landtagskandidatin im Wahlkreis Lutherstadt Wittenberg/Zahna-Elster, nimmt ihren eigenen Nachnamen aufs Korn und verteilt zugleich eine Spitze gegen die CDU. In einem Instagram-Post schreibt sie: „Ich heiße Führer. Und würde trotzdem niemals 5000 Euro an die AfD spenden.“

Tina Führer ist in Sachsen-Anhalt geboren und lebt nach eigenen Aussagen in der Gemeinde Oranienbaum-Wörlitz. Sie ist alleinerziehende Mutter einer Tochter.
Tina Führer ist in Sachsen-Anhalt geboren und lebt nach eigenen Aussagen in der Gemeinde Oranienbaum-Wörlitz. Sie ist alleinerziehende Mutter einer Tochter.SPD

Zur Erinnerung: Adolf Hitler ließ sich als „Führer und Reichskanzler“ bezeichnen. Der Begriff „Führer“ ist bis heute eng mit Hitler und dem Nationalsozialismus verbunden. Hitler versprach viel – und führte Deutschland am Ende lediglich in den Untergang.

SPD-Kandidatin nutzt ihren Namen für eine klare Botschaft

Für seinen Namen kann man bekanntlich nichts. Vielleicht spielt Tina Führer nun auch deswegen offensiv mit ihrem Nachnamen. Der Kampf gegen Rechtsextremismus ist ihr wichtig. Am 10. April 2026 besuchte sie die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Lichtenburg in Prettin und schrieb auf ihrer Homepage, dass die „Verbrechen des Nationalsozialismus niemals vergessen werden dürfen. Das Erinnern an die Opfer ist nicht nur ein Zeichen des Respekts und der Menschlichkeit, sondern auch eine Mahnung für unsere Gegenwart und Zukunft: Demokratie, Freiheit und Menschenrechte sind nicht selbstverständlich und müssen immer wieder verteidigt werden.“

Die SPD liegt in den jüngsten Umfragen zur Landtagswahl lediglich bei sechs bis sieben Prozent. Bei der Wahl 2021 kam sie noch auf 8,4 Prozent. Tina Führer sorgt zumindest für ein bisschen Aufmerksamkeit. Nun muss die SPD daraus auch Stimmen machen ...

Wie ist Ihre Meinung zum Thema? Was halten Sie von der Idee der SPD-Politikerin Tina Führer? Bitte schreiben Sie uns:leser-bk@berlinerverlag.com