Konflikte

Beton, Stahl und Stacheldraht: Dieses Land zieht eine Mauer hoch

Nach schweren Kämpfen mit fast 150 Toten werden Konsequenzen gezogen: die Errichtung eines dauerhaften Grenzzauns. Weitere Barrieren könnten folgen.

Author - Paula Hitzemann
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Ein thailändischer Soldat bewacht den Grenzzaun zwischen Thailand und Kambodscha.
Ein thailändischer Soldat bewacht den Grenzzaun zwischen Thailand und Kambodscha.Peerapon Boonyakiat

Nach monatelangen Kämpfen, fast 150 Toten und einer bis heute fragilen Waffenruhe zieht Thailand Konsequenzen. Das Militär errichtet den ersten Abschnitt eines dauerhaften Grenzzauns zu Kambodscha.  Stahlplatten, Stacheldraht und Gitter sollen künftig besonders sensible Grenzabschnitte sichern. 

Thailand baut Grenzzaun zu Kambodscha

Thailand macht ernst: Nach den blutigen Grenzgefechten des vergangenen Jahres beginnt das Land mit dem Bau eines dauerhaften Grenzzauns zu Kambodscha. Der erste Abschnitt steht bereits in der Provinz Chanthaburi. Ein durchgehender Zaun entlang der mehr als 800 Kilometer langen Grenze ist nach Angaben des Militärs derzeit jedoch nicht geplant. Stattdessen soll für jeden Grenzabschnitt einzeln entschieden werden, ob eine feste Barriere notwendig ist.

Der erste Zaunabschnitt ist 1,3 Kilometer lang und wird durch thailändische Soldaten bewacht.
Der erste Zaunabschnitt ist 1,3 Kilometer lang und wird durch thailändische Soldaten bewacht.Peerapon Boonyakiat

Der erste Zaun ist 1,3 Kilometer lang und besteht aus Stahlbeton, Stahlgittern und Stacheldraht. In Gebieten mit ungeklärtem Grenzverlauf sollen zunächst provisorische Sperren aus Stacheldraht errichtet werden. Der Zaun soll helfen, die Grenze besser zu überwachen und unerlaubte Grenzübertritte zu erschweren. Vor allem nach den heftigen Kämpfen im vergangenen Jahr will Thailand besonders gefährdete Abschnitte stärker sichern.

Die Grenze sorgt immer wieder für Gewalt

Die Grenze zwischen Thailand und Kambodscha ist seit Jahrzehnten umstritten. Immer wieder kam es dort zu militärischen Auseinandersetzungen. Im vergangenen Jahr eskalierte der Konflikt erneut: Bei wochenlangen Gefechten starben fast 150 Menschen, Hunderttausende mussten ihre Heimat verlassen.

Seit Ende Dezember gilt zwar eine Waffenruhe. Mit dem Bau des Grenzzauns zeigt Thailand jedoch, dass das Misstrauen zwischen den beiden Nachbarstaaten weiter groß ist.

Auch wenn es sich technisch um einen Grenzzaun handelt, erinnert die Bauweise an klassische Grenzanlagen – und wirkt wie eine massive Grenzmauer.

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