Sommerurlaub

Thailand: Neue Einreiseregeln betreffen auch deutsche Urlauber

Thailand verweigert seit Jahresbeginn fast 30.000 Menschen die Einreise und kürzt die visafreie Aufenthaltsdauer.

Author - Tobias Esters
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Urlauber am Strand in Thailand: Die neuen Einreiseregeln betreffen auch Reisende aus Deutschland.
Urlauber am Strand in Thailand: Die neuen Einreiseregeln betreffen auch Reisende aus Deutschland.Carola Frentzen

Thailand verschärft seine Einreisebestimmungen erheblich. Seit Beginn des Jahres haben die Behörden fast 30.000 Menschen die Einreise verweigert. Das Land will damit gegen Visumsmissbrauch und grenzüberschreitende Kriminalität vorgehen, wie die thailändische Einwanderungsbehörde in einem Facebook-Beitrag erklärte.

Elektronisches System stoppt Reisende vor dem Abflug

Eine zentrale Rolle spielt dabei ein elektronisches Überwachungssystem. Das sogenannte „Advanced Passenger Processing System" überprüft Fluggastdaten bereits vor dem Abflug und gleicht sie mit Fahndungsdatenbanken ab. Die thailändische Sperrliste enthält laut Einwanderungsbehörde derzeit 169.506 Einträge, darunter frühere Straftäter sowie Personen, gegen die internationale Haftbefehle vorliegen. Wer erfasst wird, kann bereits vor Reiseantritt gestoppt oder an der Grenze zurückgewiesen werden.

Auch wer nicht auf einer Sperrliste steht, muss sich auf Änderungen einstellen. Das thailändische Kabinett hat beschlossen, die visafreie Einreise für Reisende aus 54 Ländern, darunter Deutschland, Österreich und die Schweiz, von 60 auf 30 Tage zu verkürzen. Die erst im Juli 2024 eingeführte 60-Tage-Regelung war ursprünglich eingeführt worden, um den Tourismus nach der Corona-Pandemie anzukurbeln.

Die neue Regelung ist jedoch noch nicht in Kraft. Bis dahin gilt weiterhin die 60-Tage-Regelung. Wie der ADAC berichtet, treten die neuen Visaregeln in Thailand 15 Tage nach ihrer Veröffentlichung in Kraft.

Am Flughafen Bangkok kontrolliert Thailand künftig noch strenger, wer ins Land darf.
Am Flughafen Bangkok kontrolliert Thailand künftig noch strenger, wer ins Land darf.Jürgen Held/IMAGO

Die Maßnahmen richten sich auch gegen sogenannte Visa Runner. Das sind Personen, die das Land kurzzeitig verlassen und anschließend direkt wieder einreisen, um ihre erlaubte Aufenthaltsdauer zu verlängern. Zusätzlich nahmen die Behörden rund 14.000 Ausländer wegen Verstößen gegen das Einwanderungsrecht und damit verbundener Delikte fest.

So beantragen Sie ein Visum für Thailand

Wer länger als 30 Tage in Thailand bleiben möchte, muss künftig ein Visum beantragen. Die thailändische Botschaft in Berlin empfiehlt, sich vor Reiseantritt auf dem Portal thaievisa.go.th über die geltenden Bestimmungen zu informieren. Ob ein Visum erforderlich ist, hängt von der Staatsangehörigkeit, der geplanten Aufenthaltsdauer und dem Reisezweck ab.

Thailand kämpft um Touristen

Die verschärfte Einreisepolitik trifft Thailand in einer Phase, in der die Tourismuszahlen bereits unter Druck stehen. Für den Zeitraum vom 1. Januar bis 17. Mai 2026 wurden 12,9 Millionen internationale Ankünfte gemeldet, ein Rückgang um 3,31 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die staatliche Planungsbehörde erwartet für 2026 rund 32 Millionen ausländische Besucher, 2025 waren es noch etwa 33 Millionen.

Wer nach Thailand einreist, muss laut Auswärtigem Amt außerdem ausreichend Bargeld vorweisen können. Einreisende ohne Visum müssen mindestens 20.000 Baht, umgerechnet etwa 550 Euro, bei sich haben. Für Familien gilt ein Mindestbetrag von 40.000 Baht, also rund 1.100 Euro. Es kommt gelegentlich zu stichprobenartigen Kontrollen, vor allem bei Reisenden, die häufig als Touristen einreisen oder längere Aufenthalte planen.