Sie kennen Millionen als fröhliche „Glücksrad“-Assistentin oder als herzliche Schwester Yvonne bei „In aller Freunschaft“ – doch hinter dem Lächeln von Maren Gilzer (66) steckt eine bewegende Geschichte, die lange kaum jemand kannte. Denn ihre Kindheit wurde von einem der größten Einschnitte der deutschen Geschichte geprägt: der Teilung Berlins.
Mutter floh mit Maren Gilzer in den Westen – Vater und Bruder blieben zurück
Maren Gilzer wurde 1960 in Ost-Berlin geboren. Kurz danach überschlugen sich die Ereignisse. Noch bevor die Mauer 1961 gebaut wurde, traf ihre Mutter eine Entscheidung, die das Leben der Familie für immer verändern sollte: Sie ging mit ihrer kleinen Tochter in den Westen – ohne den Vater.
„Mein Vater wollte nicht. Meine Mutter hat mich dann einfach geschnappt und ist mit mir in den Westen gegangen. Ohne, dass mein Vater das wusste. Noch vor dem Mauerbau. Da konnte man noch rüber, aber nur mit einer Handtasche. Meine Oma, mein Opa und meine Tante sind uns dann auf einen Verwandtenbesuch gefolgt, nur mit dem, was sie auf dem Leib hatten. Dann waren wir ein Jahr in einem Lager und haben dann eine Wohnung im Wedding gefunden, mein Opa war dort Elektriker. Und so bin ich im Wedding aufgewachsen“, erzählte Maren Gilzer bereits 2020 in der MDR-Sendung „Riverboat“.
Während Maren Gilzer mit ihrer Mutter ein neues Leben begann, blieb ihr Vater in der DDR zurück – genauso wie ihr kleiner Bruder. Ein Wiedersehen war jahrelang unmöglich. „Meine Mutter wollte ihn auch rüberholen, aber er war bei den Großeltern väterlicherseits und die haben ihn nicht rausgerückt. So konnten wir ihn nicht rüberholen. Der war damals drei Jahre alt. Meine Mama und Oma haben immer Briefe und Päckchen geschickt, aber es kam nie eine Resonanz.“
So fand Maren Gilzer ihre Familie erst nach Jahrzehnten wieder
Besonders bitter: Die Familie versuchte immer wieder, Kontakt zu halten, doch es kam nie eine Antwort. Erst viel später wurde klar, warum: Die Post wurde von der neuen Frau des Vaters und seiner Mutter abgefangen und erreichte den Vater nie. Erst viele Jahre später kam es zur Annäherung: 1986 meldete sich der Vater plötzlich wieder. Für alle Beteiligten ein Schock! Beide Seiten hatten geglaubt, der jeweils andere hätte sich nie gemeldet. „1986 habe ich dann meinen Vater und meinen Bruder das erste Mal besucht. Es war sehr rührselig mit vielen Tränen.“
Die Mauer trennte die Familie von Maren Gilzer nicht nur räumlich, sondern auch emotional. Schließlich gingen die Eltern sogar getrennte Wege – ihre Ehe zerbrach über die innerdeutsche Grenze hinweg.




