Los Angeles statt Loitsche: Tom Kaulitz hat seine Heimat Sachsen-Anhalt längst hinter sich gelassen. Doch was dort aktuell politisch passiert, lässt den Tokio-Hotel-Star nicht los. Die hohen Umfragewerte der AfD machen ihm Sorgen. Jetzt spricht Kaulitz offen über seine Kindheit im Osten, Begegnungen mit Rechtsextremen und warum er deshalb nachts manchmal nicht schlafen kann.
Tom Kaulitz ist besorgt: Die AfD liegt deutlich vor der CDU
In der neuen MagentaTV-Talkreihe „Bestbesetzung“ mit Johannes B. Kerner spricht der Musiker ungewöhnlich offen über Politik. Besonders die aktuellen Umfragewerte der AfD in Sachsen-Anhalt beschäftigen ihn. Dort liegt die Partei derzeit bei rund 40 Prozent und damit deutlich vor der CDU.

„Die Entwicklung in Sachsen-Anhalt finde ich natürlich kritisch und nicht schön zu sehen“, sagt Kaulitz. Der Musiker verbrachte einen großen Teil seiner Kindheit und Jugend in Loitsche bei Magdeburg. Gemeinsam mit Zwillingsbruder Bill Kaulitz lebte er dort, bevor Tokio Hotel 2005 der große Durchbruch gelang und die Brüder nach Amerika zogen.
Die Erinnerungen an diese Zeit prägen ihn bis heute. „Wir haben viel Erfahrung mit rechts gemacht, auch mit extrem rechts. Und hatten als Kinder unsere Erfahrungen.“ Schon als Jugendlicher habe er sich politisch positioniert.
„Ich habe für links demonstriert, schon ganz früh, und habe da so meine Rebellenphase ausgelebt“, erzählt Kaulitz. In Magdeburg sei er damals mit Punkern auf Demonstrationen gegangen. Die aktuelle politische Entwicklung betrachtet er deshalb mit Sorge. „Jetzt sehen wir’s politisch: Die AfD ist da extrem stark und das macht mich traurig. Es ist total schade und besorgniserregend.“
Auch in den USA fühlt sich Tom Kaulitz unwohler
Dabei blickt der Musiker nicht nur besorgt nach Deutschland. Auch die politische Lage in seiner Wahlheimat USA beschäftigt ihn. Seit 2010 leben Tom und Bill Kaulitz in Los Angeles. Heute wohnt Tom dort gemeinsam mit Ehefrau Heidi Klum.
Doch auch dort verfolgt er die politischen Entwicklungen aufmerksam. „Wir haben hier in Amerika mit Donald Trump einen Präsidenten, den wir sehr kritisch sehen“, sagt Kaulitz. Die weltpolitische Lage lasse ihn nicht kalt. „Ich liege abends im Bett und mache mir über solche Dinge Gedanken.“



