Er wurde als Held der Sowjetunion ausgezeichnet – und auch von vielen Menschen in der DDR gefeiert: Kosmonaut Juri Alexejewitsch Gagarin. Am 12. April 1961 umrundete er an Bord der „Wostok 1“ innerhalb von 108 Minuten die Erde – ein Ereignis, das gerade erst sein 65-Jahre-Jubiläum feierte. Doch nicht nur sein Ausflug in den Weltraum beschäftigte viele Raumfahrt-Fans lange, sondern auch die Tatsache, wie er starb. Juri Gagarin verunglückte. Die wahren Umstände seines tragischen Todes kamen erst Jahrzehnte später ans Licht.
Juri Gagarin interessierte sich für das Fliegen
Juri Gagarin wurde am 9. März 1934 in Kluschino in Russland geboren – als Sohn einer Bauernfamilie. Welchen Lebensweg er bestreiten sollte, ahnte wohl niemand, als der spätere Held der Sowjetunion noch ein Kind war. Nach der Schule studierte er am Industrietechnikum in Saratow, wurde Gießereitechniker. Er interessierte sich schon während des Studiums für die Fliegerei, trat dem Aeroklub in Saratow bei und absolvierte am 3. Juni 1955 seine erste Flugprüfung.

Zwei Jahre später führte sein Weg Juri Gagarin zu den Luftstreitkräften der Sowjetunion, wo er eine steile Karriere hinlegte und im Jahr 1960 als Kosmonaut vorgeschlagen wurde. Es folgten Ausbildungen und Prüfungen, bis Gagarin ausgewählt wurde und zur Mission seines Lebens antreten durfte.
Eine Geschichte besagt übrigens, dass er deshalb ins All flog, weil er mit einer Körpergröße von 1,57 Metern so klein war, dass die beengten Zustände in der Raumkapsel für ihn weniger ein Problem waren als für andere Kandidaten. Am 12. April 1961 ging es für ihn ins All – und nach einem Flug um die Erde landete Juri Gagarin wieder unbeschadet im Wolga-Gebiet in der Nähe von Saratow.

Er wurde daraufhin nicht nur zum Helden der Sowjetunion ernannt und in den Ostblockländern gefeiert, sondern wurde zum Idol auf der ganzen Welt. Seine Worte „Ich sehe die Erde! Sie ist so wunderschön!“, die er während seines Fluges prägte, sind noch heute bekannt – genau wie die Tatsache, dass aufgrund seiner Schilderungen die Beschreibung „blauer Planet“ entstand. Mit gerade 27 Jahren war Gagarin ein Star auf der ganzen Welt. Doch sein tragisches Ende kam schneller, als viele es gedacht hätten.
Juri Gagarin sollte Ausbilder der Kosmonauten werden
In der Folge seines Weltraumfluges sollte er zum Ausbilder der Kosmonauten werden. Ein Karriereschritt, den er letztendlich nie machen konnte. Denn er verunglückte noch vorher auf tragische Weise. Juri Gagarin wollte seine Ausbildung zum Kampfpiloten beenden, die er schon vor der Ausbildung zum Kosmonauten begonnen hatte. Am 27. März 1968 nahm Gagarin an einem Übungsflug mit einer MiG-15UTI teil – und verunglückte dabei tödlich. Auch sein Flugausbilder und Copilot starb.
Die genauen Umstände des Todes waren lange ein Geheimnis, was auch dazu führte, dass sich viele Verschwörungstheorien bildeten. Von der Regierung hieß es damals nur, es habe sich um „eine unglückliche Verkettung verhängnisvoller Umstände“ gehandelt. Manche glaubten, deshalb beispielsweise, er sei vom Geheimdienst getötet worden.

Erst 2011, als der Raumflug von Juri Gagarin 50-Jahre-Jubiläum feierte, wurde der Untersuchungsbericht zu der Tragödie herausgegeben. Demnach funkte Juri Gagarin nach zehn Minuten Flugzeit zum Boden und kündigte eine Rückkehr zum Flugplatz an. Das auf insgesamt vier Minuten angelegte Trainingsmanöver schien ihm also gelungen zu sein. Doch dann riss der Kontakt ab. Was geschah in der Luft?
Tod von Juri Gagarin: Was passierte im Himmel?
Das Ergebnis: Laut Untersuchung flog Gagarin womöglich ein scharfes Manöver. Womöglich, weil er einem Wetterballon ausweichen oder den Eintritt in die Wolkendecke vermeiden wollte. Für den Wetterballon spricht, dass an der Absturzstelle auch Teile von Radiosonden gefunden worden sein sollen. Hinzu kam, dass die Wetterbedingungen nicht gut waren – und auch die Maschine in schlechtem Zustand gewesen sei. Außerdem wurde Gagarin im Bericht als „höchst unerfahrener Pilot“ bezeichnet. Eine Aussage, die zugleich am Heldenstatus des Kosmonauten kratzte.
Die Folge des Manövers: Das Flugzeug geriet in einen kritischen Zustand und konnte nicht mehr stabilisiert werden. Es stürzte zur Erde. Die Geschwindigkeit beim Aufschlag soll bis zu 670 Stundenkilometer betragen haben. Das tragische Ende eines Mannes, der auch in der DDR von vielen zum Helden erkoren wurde.







