Große Sorge bei Autofahrern in Berlin und Brandenburg! Werden die enormen Spritpreise jetzt noch weiter steigen? Russland will ab dem 1. Mai 2026 kein kasachisches Öl mehr durch sein Staatsgebiet leiten. Betroffen ist die Druschba-Pipeline, die zur PCK-Raffinerie in Schwedt (Uckermark) führt – einer der wichtigsten Energieversorger für die Hauptstadtregion.
Putin stoppt Öl-Transit – Berlin und Brandenburg geraten unter Druck
Am Montagabend informierte Moskau die Bundesregierung über den geplanten Lieferstopp. Seitdem herrscht Krisenstimmung in der Berliner Senatskanzlei und im Potsdamer Regierungszentrum.
Die Raffinerie PCK versorgt Berlin, Brandenburg, Mecklenburg‑Vorpommern, Westpolen und auch den Flughafen BER mit Benzin, Diesel, Heizöl und Kerosin.

Kasachisches Öl hält Raffinerie betriebsfähig
Rund 20 bis 25 Prozent des in Schwedt verarbeiteten Rohöls stammen derzeit aus Kasachstan, insgesamt etwa 2,6 Millionen Tonnen pro Jahr. Diese Menge ist entscheidend für die Auslastung der Raffinerie. Ohne sie könnte PCK nur noch rund 60 Prozent der Kapazität fahren – zu wenig für einen wirtschaftlichen Dauerbetrieb.

Brandenburgs Wirtschaftsministerin Martina Klement (CSU) bestätigte, dass man im engen Austausch mit der Bundesregierung, der Bundesnetzagentur, Rosneft Deutschland und der Raffinerie stehe. Der Betreiber prüfe aktuell alternative Versorgungswege.
Auch die Uckermark-Landrätin Karina Dörk (CDU) warnt vor Folgen für die Versorgungssicherheit. Besonders heikel: Rund 80 Prozent des Kerosins für den BER stammen aus Schwedt. Kurzfristig reichen die Öl-Vorräte laut PCK-Betriebsrat für etwa sieben Tage, danach müsste die Produktion gedrosselt werden.
Politik hofft auf kurze Unterbrechung – Alternativen sind begrenzt
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) geht davon aus, dass technische Probleme oder Reparaturarbeiten der Grund für den angekündigten Stopp sind. Russland habe sich bei der Durchleitung kasachischen Öls bislang als „verlässlicher Partner“ erwiesen. Dennoch fordert Woidke Gespräche mit dem Bundeswirtschaftsministerium und eine Ministerpräsidenten‑Konferenz zur Energieversorgung.

Die Alternativen sind eher problematisch: Die Pipeline vom Hafen Rostock nach Schwedt ist technisch am Limit und kann nicht mehr Öl transportieren. Eine Ertüchtigung der DDR‑Röhre lehnte die EU-Kommission bislang ab – wegen der Eigentümerstruktur der Raffinerie, deren Mehrheit bei der treuhänderisch verwalteten Rosneft Deutschland liegt.
Zusätzliche Lieferungen könnten über polnische Häfen erfolgen, denn die Pipeline von Danzig nach Deutschland ist vom russischen Transitstopp nicht betroffen. Ob das ausreicht, entscheidet sich in den kommenden Tagen.
Was bedeutet das für Autofahrer?
Müssen Autofahrer jetzt Angst vor höheren Spritpreisen haben?
Kurzfristig eher nicht. Die PCK‑Raffinerie in Schwedt verfügt noch über Reserven, außerdem kommt der Großteil des Rohöls weiterhin über den Hafen Rostock. Ein unmittelbarer Engpass an den Tankstellen ist deshalb nicht zu erwarten. Autofahrer in Berlin und Brandenburg können vorerst aufatmen.

Langfristig steigt jedoch das Risiko für teureren Sprit. Sollte das kasachische Öl länger wegfallen, könnte die Raffinerie nur noch mit rund 60 Prozent ihrer Kapazität arbeiten. Weniger Produktion bedeutet meist höheren Preisdruck – besonders in einer Region, die stark von einer einzigen Raffinerie abhängt. Bleibt der Lieferstopp bestehen, könnten Benzin und Diesel in Berlin und Brandenburg spürbar teurer werden.
Mit dem Beginn des Iran-Konflikts sind die Spritpreise ohnehin schon in die Höhe geschossen. Heute kostet ein Liter Super in Berlin bis zu 2,10 Euro.



