Der Startschuss für den neuen Tankrabatt am 1. Mai könnte zu Chaos an der Zapfsäule führen. Der Mineralölverband BFT warnt vor Spritengpässen rund um den Stichtag. Denn der Steuertrick könnte diesmal zum Bumerang werden.
Energiesteuer wird schon bei der Lieferung fällig
Grund: Die Energiesteuer entsteht nicht erst beim Tanken, sondern schon viel früher in der Lieferkette, wenn Benzin und Diesel aus dem Steuerlager in Richtung Tankstelle rollen. Genau das sorgt für ein brisantes Timing-Problem.
Tankrabatt gilt vom 1. Mai bis 30. Juni
Geplant ist eine befristete Senkung der Energiesteuer für Benzin und Diesel vom 1. Mai bis 30. Juni 2026, die laut Bundesregierung 14,04 Cent pro Liter ausmacht. Mit der Mehrwertsteuer sollen beim Kunden rund 17 Cent pro Liter ankommen.
Allerdings: Gilt die Senkung wie erwartet ab Mitternacht, betrifft das eben nur neu angelieferten Sprit ab diesem Zeitpunkt. Was am 1. Mai noch in den unterirdischen Tanks der Stationen liegt, ist nach den alten Sätzen versteuert – und das macht volle Tanks für Betreiber plötzlich zum finanziellen Risiko.

Tankstellen stecken in der Falle
Genau daraus entsteht laut BFT der knallharte Konflikt: Tankstellen hätten am Feiertag eigentlich am liebsten volle Bestände, um die Versorgung zu sichern. „Für eine sichere Versorgung müssten die Tankstellen zum 1. Mai eigentlich volle Tanks haben. Auf der darin enthaltenen hohen Energiesteuer bleiben sie ohne Ausgleich aber sitzen“, sagte BFT-Hauptgeschäftsführer Daniel Kaddik. „Wer vernünftig bevorratet, trägt das wirtschaftliche Risiko. Wer Bestände niedrig hält, riskiert Versorgungsprobleme.“
Besonders heikel: Der 1. Mai liegt vor einem langen Wochenende. Am Feiertag gilt bundesweit das Lkw-Feiertagsfahrverbot von 0 bis 22 Uhr, was Lieferketten zusätzlich ausbremsen kann. Der Verband bringt deshalb sogar ins Spiel, den Rabatt auf den 4. Mai zu verschieben, um die Logistik zu entlasten.
ADAC hält Engpässe für unwahrscheinlich
Gegenwind kommt vom ADAC: Dort hält man Versorgungsengpässe rund um den 1. Mai für unwahrscheinlich und verweist auf 2022. Damals startete der Tankrabatt an einem normalen Mittwoch, nennenswerte Engpässe wurden nicht bekannt, obwohl der steuerliche Unterschied bei Super E10 rein rechnerisch bei rund 35 Cent lag.




