Der Krieg im Iran ist längst auch bei uns angekommen. Noch ist es nur der Blick auf die Preistafel an der Tankstelle, der vielen Autofahrern den Atem raubt. Doch jetzt schlägt die Bundeswirtschaftsministerin Alarm. Schon in wenigen Wochen könnte aus teurem Sprit ein echtes Problem werden.
Regierung warnt erstmals vor möglichen Engpässen
Denn während die Preise bereits spürbar steigen, wächst im Hintergrund die Sorge vor Engpässen. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche fand dafür auf einer Energiekonferenz in Houston klare Worte. „Momentan verfügen wir noch über ausreichend Treibstoff, doch wenn der Konflikt nicht bald ein Ende findet, rechnen wir im Zeitraum von Ende April bis Mai mit möglichen Engpässen“, warnte sie.
Das sorgt für Unruhe. Noch vor wenigen Tagen hatte ein Sprecher ihres Ministeriums betont, dass die Versorgung in Deutschland gesichert sei und es keine Engpässe bei Öl, Gas oder raffinierten Produkten gebe.
Reiche machte deutlich, dass die steigenden Energiepreise die deutsche Wirtschaft hart treffen. Wirtschaftsinstitute rechnen bereits mit massiven Einbußen. Im Raum stehen rund 40 Milliarden Euro Verlust, sollte das hohe Preisniveau anhalten. Gleichzeitig droht ein neuer Inflationsschub, der Verbraucher zusätzlich belastet und die ohnehin fragile Erholung der Wirtschaft ausbremst.

Auch konkrete Berechnungen zeigen, wie ernst die Lage ist. Das Institut der deutschen Wirtschaft geht davon aus, dass ein Ölpreis von 100 Dollar pro Barrel Deutschland in den nächsten zwei Jahren rund 40 Milliarden Euro kosten könnte. Die Folge wären steigende Preise für Verbraucher, mit einem Plus von 0,8 Prozent in diesem Jahr und 1,0 Prozent im kommenden Jahr.
Regierung plant Eingriffe bei Spritpreisen
Die Politik steht unter Druck zu handeln. Der Bundestag beschäftigt sich bereits mit einem neuen Spritpreispaket. Tankstellen sollen ihre Preise künftig nur noch einmal am Tag erhöhen dürfen, während Senkungen jederzeit möglich bleiben. Ziel ist es, die Preissprünge zumindest etwas zu bremsen.


