Die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung könnte für viele Familien spürbar teurer werden. Wie das „Handelsblatt“ berichtet, gibt es in der Bundesregierung Gespräche darüber, die kostenlose Mitversicherung für Ehepartner abzuschaffen. Wer bisher kostenlos mitversichert war, würde demnach künftig einen Mindestsatz von etwa 225 Euro im Monat zahlen!
DGB kritisiert: Frontalangriff auf Millionen Familien
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) kritisierte die Pläne als „Frontalangriff auf Millionen Familien“. Den Plänen zufolge soll künftig ein Beitrag von 200 Euro monatlich an die Krankenversicherung und von 25 Euro an die Pflegeversicherung gehen, wie das „Handelsblatt“ berichtete.
Ausnahmen soll es demnach für Menschen mit Kindern unter sechs Jahren oder pflegebedürftigen Angehörigen geben. Die Abschaffung der beitragsfreien Mitversicherung werde voraussichtlich ein zentraler Baustein der Reformen bei Gesundheit und Pflege, berichtet das „Handelsblatt“ unter Berufung auf Angaben aus der Bundesregierung. Die Maßnahme könnte demnach die Kranken- und Pflegeversicherung um einen niedrigen einstelligen Milliardenbetrag im Jahr entlasten und zudem einen Anreiz schaffen, einen Job anzunehmen.
Das Vorhaben gehe „wieder zu Lasten der Frauen, die wegen Kindererziehung und Pflege in Teilzeit arbeiten oder ihre Erwerbstätigkeit unterbrechen und deshalb auf die Mitversicherung angewiesen sind“, so DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel. Die Abschaffung der Mitversicherung wäre demnach „ein Schlag ins Gesicht für alle diejenigen, die unbezahlte Care-Arbeit leisten“.




