0:4 verloren, klare Sache. Doch beim Gastspiel des 1. FC Union Berlin beim FC Bayern München gibt es abseits des Rasens auch positive Nachrichten. Die Bayern-Ultras setzen ein politisches Zeichen – und stellen sich auf die Seite ostdeutscher Klubs.
Bayern-Ultras schießen gegen den DFB
Während Union in der Arena in Fröttmaning keinen Fuß auf den Boden bekommt, entrollen die Fans des FC Bayern am Zaun der Südkurve ein großes Banner. Die Botschaft: „Meister müssen aufsteigen! BFV-Privileg eigener Regionalliga abschaffen“.
Worum es geht? Seit Jahren brodelt in Fußball-Deutschland ein Thema: die Aufstiegsregelung in der Regionalliga.
Ost-Klubs fordern faire Regionalliga-Regeln
Seit der Reform 2012 kämpfen Klubs um faire Bedingungen. Fünf Staffeln, aber nur vier Aufstiegsplätze. Während Meister aus West und Südwest sicher hochgehen, müssen andere zittern – oder in die Relegation.
Kurzum: ein System, das Frust schürt. Vor allem im Osten.

Ausgerechnet die Fans des Rekordmeisters schlagen sich jetzt auf die Seite derer, die seit Jahren aufbegehren. Auch der 1. FC Union.
Union Berlin kämpft für Regionalliga-Reform
Die Eisernen haben sich längst der Initiative „Aufstiegsreform 2025“ angeschlossen. Ein Bündnis ostdeutscher Regionalligisten, das Druck macht für klare Regeln: Meister müssen aufsteigen. In dieser Frage sitzt Union sogar mit Rivale BFC Dynamo in einem Boot – selten genug.
Die Bayern-Fans kritisieren im Spiel gegen Union den Bayerischen Fußball-Verband. Der BFV stellt als einziger Landesverband eine eigene Regionalliga – ein Sonderweg, der seit Jahren Diskussionen auslöst.
DFB-Reform steckt weiter fest
Klar ist aber auch: Selbst Bayerns Meister besitzt keine Aufstiegsgarantie. Das System bleibt kompliziert. Und ungerecht. Die Fans haben das längst verstanden. Und machen Druck.

Das Banner aus München zeigt: Die Debatte lebt. Bundesweit in vielen Stadien. Und sie wird lauter. Aus gutem Grund.
Union Berlin kämpft gemeinsam mit dem BFC Dynamo
Am Mittwoch will der Deutsche Fußball-Bund (DFB) die ersten Ergebnisse zur Aufstiegsreform zur 3. Liga präsentieren. Mit dem sogenannten Kompassmodell will der DFB die Regionalliga-Frage nach 14 Jahren Zoff beantworten.
Um von fünf auf vier Staffeln zu kommen, sollen die dann 80 statt 90 Viertligisten jedes Jahr nach den kürzesten Fahrtstrecken eingeteilt werden – und zwar mittels künstlicher Intelligenz.
Machtspiele beim DFB blockieren Regionalliga-Reform
Das Problem: DFB-Vize Peter Frymuth, Präsident des Westdeutschen Fußball-Verbandes, blockiert die Reformen weiter – aus Sorge, Macht in seinem Regionalverband zu verlieren.
Sportdirektor Daniel Meyer vom Halleschen FC platzt in der „Mitteldeutschen Zeitung“ der Kragen: „Es geht offensichtlich nur um Macht und persönliche Interessen, dafür arbeiten sie gegen die Interessen des Fußballs und der Vereine.“ Der Ex-Zweitliga-Trainer bezeichnet das Verhalten der DFB-Funktionäre als „Boykott von innen“ und meint: „Das ist ein total fatales Zeichen.“




