Eiserner Rüffel

Horst Heldt warnt Union Berlin nach Bayern-Klatsche

Der Manager der Eisernen schlägt Alarm im Abstiegskampf: Das Team von Steffen Baumgart zeigt in München beim FC Bayern kaum Gegenwehr.

Author - Sebastian Schmitt
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Union-Manager Horst Heldt ist nach dem Abpfiff in München und der Pleite beim FC Bayern angefressen.
Union-Manager Horst Heldt ist nach dem Abpfiff in München und der Pleite beim FC Bayern angefressen.IMAGO/Ulrich Wagner

Mit 0:4 (0:2) geht der 1. FC Union Berlin in München unter – und kommt damit fast noch glimpflich davon. Horst Heldt zeigt sich nach der Klatsche entsprechend frustriert. Der Manager richtet im Abstiegskampf deutliche Worte an die Mannschaft.

Heldt platzt der Kragen nach Abpfiff

Horst Heldt steht am Sky-Mikrofon. Ein paar Minuten sind seit dem Abpfiff vergangen. Zeit genug, um runterzukommen. Eigentlich. Doch Heldt ist sichtlich und hörbar angefressen.

„So kannst du hier nicht auftreten“, sagt der Manager des 1. FC Union Berlin und ringt um Fassung.

„Wir müssen froh sein, dass es nur vier sind“

Heldt bleibt im Ton ruhig, doch in der Sache glasklar. Mit ernster Miene kritisiert er den Auftritt in München: „Wir waren in allen Belangen unterlegen und haben verdient verloren. Wir müssen froh sein, dass es nicht noch höher ausgefallen ist.“

Union-Verteidiger Stanley Nsoki komtm gegen Bayern-Star Michael Olise nicht in den Zweikampf. Der Franzose trifft zum 1:0 für den FC Bayern.
Union-Verteidiger Stanley Nsoki komtm gegen Bayern-Star Michael Olise nicht in den Zweikampf. Der Franzose trifft zum 1:0 für den FC Bayern.IMAGO/Matthias Koch

Natürlich: Spiele in München sind für jedes Bundesliga-Team ein Brett. Der Rekordmeister überrollt den Großteil seiner Gegner. Doch Heldt ärgert vor allem eines: „Man kann sich hier nicht nur einigeln.“

Union ohne Mut und ohne Zugriff in München

Was ihn konkret störte, lässt er offen. Redebedarf hat der gebürtige Rheinländer dennoch reichlich. „Das besprechen wir intern“, kündigt Heldt an.

Harry Kane und die Stars des FC Bayern hatten gegen Union Berlin und Danilho Doekhi keine Mühe.
Harry Kane und die Stars des FC Bayern hatten gegen Union Berlin und Danilho Doekhi keine Mühe.IMAGO/Revierfoto

Sein Ärger ist nachvollziehbar. Union agiert offensiv über die gesamte Spielzeit mutlos. Defensiv waren die ersten 25 Minuten in Ordnung. Die Ordnung stimmt, die Zweikämpfe sitzen. Bayern wirkt kurz genervt.

Fehler laden Bayern zum Toreschießen ein

Doch kurz vor der Pause reißen zu viele Fehler alles ein. Heldt bringt es nüchtern auf den Punkt: „Das ging alles zu einfach. Wir haben Glück, dass wir nur vier bekommen haben.“

Zurück bleibt bei Union das Gefühl, dass zumindest ein anderer Auftritt möglich gewesen wäre. Heldt formuliert es als Warnung: „So hast du in der Bundesliga gegen keinen Gegner eine Chance.“

Union Berlin spürt den Alarm im Abstiegskampf

31 Punkte stehen auf dem Konto – ein Polster. Noch. Doch entschieden ist gar nichts. Der Kampf um den Klassenerhalt wird erst in den direkten Duellen nach der Länderspielpause entschieden. Frühestens.

Um das eiserne Saisonziel zu erreichen, braucht es deutlich mehr. Mehr Mut. Mehr Zugriff. Mehr Widerstand. „Wir haben es schon besser gemacht. Daran müssen wir arbeiten“, sagt Heldt – und schiebt mit Blick auf die Länderspielpause und das nächste Heimspiel gegen den FC St. Pauli (Sonntag, 5. April, 15.30 Uhr) hinterher: „Da haben wir eine Menge zu tun.“