WM in Gefahr

Leopold Querfeld fliegt aus Rangnicks Kader: Rückschlag für den Abwehrchef von Union Berlin

Trotz starker Leistung in Köpenick verzichtet Österreichs Nationaltrainer vor dem WM 2026 auf eine Nominierung – und setzt lieber auf Verletzte.

Author - Sebastian Schmitt
Teilen
Zuletzt stand Leopold Quefeld für Österreich noch im Kader. Im WM-Jahr verzichtet Nationaltrainer Ralf Ranngick auf des Abwehrchef des 1. FC Union Berlin.
Zuletzt stand Leopold Quefeld für Österreich noch im Kader. Im WM-Jahr verzichtet Nationaltrainer Ralf Ranngick auf des Abwehrchef des 1. FC Union Berlin.IMAGO/GEPA pictures/ Daniela Moser

Leopold Querfeld liefert beim 1. FC Union Berlin Woche für Woche ab – kompromisslos, stabil, gesetzt. Doch im ÖFB-Trikot spielt der 22-Jährige plötzlich keine Rolle mehr. Teamchef Ralf Rangnick streicht den Innenverteidiger für die nächsten Länderspiele – und setzt ein klares Zeichen. Für Querfeld kommt das zur Unzeit. Und wirft Fragen auf.

ÖFB lässt Union‑Abwehrchef außen vor

Leopold Querfeld kämpft, grätscht, führt – und wird trotzdem aussortiert.

Beim 1. FC Union Berlin ist der 22-Jährige längst Abwehrchef. Zweikampfstark, wach, präsent. Einer, auf den sich Trainer und Mitspieler verlassen. Einer für die Zukunft. Doch genau diese Zukunft scheint für Österreichs Nationaltrainer Ralf Rangnick keine Rolle zu spielen.

WM 2026 in Gefahr – Rangnicks hartes Signal

Denn: Querfeld fehlt im 28-Mann-Kader für die richtungsweisenden Länderspiele gegen Ghana und Südkorea. Eine Entscheidung, die in Köpenick nur Kopfschütteln auslöst.

Leopold Querfeld (22) ist beim 1. FC Union Berlin unter Trainer Steffen Baumgart unumstrittener Stammspieler in der Bundesliga. Für ÖFB-Teamchef Ralf Ranngick reicht das offenbar nicht.
Leopold Querfeld (22) ist beim 1. FC Union Berlin unter Trainer Steffen Baumgart unumstrittener Stammspieler in der Bundesliga. Für ÖFB-Teamchef Ralf Ranngick reicht das offenbar nicht.IMAGO/O.Behrendt

Rangnick nominiert stattdessen David Affengruber. Ebenfalls Innenverteidiger, ebenfalls Rechtsfuß – aber mit Elche mitten im Abstiegskampf in Spanien. Besonders brisant: Maximilian Wöber, der bei Werder Bremen seit Monaten verletzt ausfällt, ist dabei. Spielpraxis? Fehlanzeige.

Ralf Rangnick setzt Zeichen gegen Leopold Querfeld

Rangnick verteidigt die Entscheidung nüchtern. Er wolle Wöber und auch David Alaba im Reha-Prozess begleiten, sagt der Teamchef. „Es ist unwahrscheinlich, dass sie zum Einsatz kommen. Ich wollte sie trotzdem gerne dabeihaben und sie wollten auch dabei sein.“ Sportlich hilft das – zumindest kurzfristig – niemandem.

Über Querfelds-Ausbootung sagt Rangnick: „Es ist so, dass wir Leo schon in- und auswendig kennen. Wir hatten ihn in den letzten Lehrgängen immer dabei und haben natürlich auch seine Spiele bei Union gesehen.“

Christopher Trimmel spielte unter Ralf Rangnick zuletzt 2022 für Österreich in der Nations League. Seinen Rücktritt erklärte der Kapitän des 1. FC Union Berlin nie.
Christopher Trimmel spielte unter Ralf Rangnick zuletzt 2022 für Österreich in der Nations League. Seinen Rücktritt erklärte der Kapitän des 1. FC Union Berlin nie.IMAGO/GEPA pictures/ Johannes Friedl

Für Querfeld ist die Nicht-Nominierung ein Schlag ins Gesicht. Bei der EM 2024 durfte er gegen die Niederlande ran, sammelte Minuten auf großer Bühne. In der WM-Qualifikation stand er in jedem Kader – spielte aber kaum. Nur eine Halbzeit gegen San Marino. Mehr Vertrauen gab es nicht.

Auch Trimmel-Aus wirft in Österreich Fragen auf

Der Wiener ist derzeit nicht in Topform, liefert aber in Köpenick konstant gute Leistungen. Vor allem ist Querfeld keiner, der sich versteckt. Er will mehr. Mehr Verantwortung, mehr Spiele, mehr Niveau. Der Innenverteidiger misst sich mit den Besten, sucht die Herausforderung – nicht die Komfortzone. Genau das lebt er Woche für Woche bei Union vor.

Doch Rangnick scheint auf andere Profile zu setzen. Querfeld wird damit zum nächsten Unioner der im ÖFB-System keinen Platz findet. Schon Kapitän Christopher Trimmel spielte seit der EM 2021 keine Rolle mehr – ohne je offiziell zurückgetreten zu sein.

Warum Querfeld jetzt nur auf dem Platz antworten kann

Trotz der Enttäuschung und womöglch vieler offener Fragen. Für Querfeld bleibt nur ein Weg: weiter liefern. Weiter dagegenhalten. Weiter zeigen, dass an ihm kein Weg vorbeiführt.

Denn klar ist auch: Wer sich in der Bundesliga bei Union durchsetzt, bringt für Österreich alles mit.