Leopold Querfeld liefert beim 1. FC Union Berlin Woche für Woche ab – kompromisslos, stabil, gesetzt. Doch im ÖFB-Trikot spielt der 22-Jährige plötzlich keine Rolle mehr. Teamchef Ralf Rangnick streicht den Innenverteidiger für die nächsten Länderspiele – und setzt ein klares Zeichen. Für Querfeld kommt das zur Unzeit. Und wirft Fragen auf.
ÖFB lässt Union‑Abwehrchef außen vor
Leopold Querfeld kämpft, grätscht, führt – und wird trotzdem aussortiert.
Beim 1. FC Union Berlin ist der 22-Jährige längst Abwehrchef. Zweikampfstark, wach, präsent. Einer, auf den sich Trainer und Mitspieler verlassen. Einer für die Zukunft. Doch genau diese Zukunft scheint für Österreichs Nationaltrainer Ralf Rangnick keine Rolle zu spielen.
WM 2026 in Gefahr – Rangnicks hartes Signal
Denn: Querfeld fehlt im 28-Mann-Kader für die richtungsweisenden Länderspiele gegen Ghana und Südkorea. Eine Entscheidung, die in Köpenick nur Kopfschütteln auslöst.

Rangnick nominiert stattdessen David Affengruber. Ebenfalls Innenverteidiger, ebenfalls Rechtsfuß – aber mit Elche mitten im Abstiegskampf in Spanien. Besonders brisant: Maximilian Wöber, der bei Werder Bremen seit Monaten verletzt ausfällt, ist dabei. Spielpraxis? Fehlanzeige.
Ralf Rangnick setzt Zeichen gegen Leopold Querfeld
Rangnick verteidigt die Entscheidung nüchtern. Er wolle Wöber und auch David Alaba im Reha-Prozess begleiten, sagt der Teamchef. „Es ist unwahrscheinlich, dass sie zum Einsatz kommen. Ich wollte sie trotzdem gerne dabeihaben und sie wollten auch dabei sein.“ Sportlich hilft das – zumindest kurzfristig – niemandem.
Über Querfelds-Ausbootung sagt Rangnick: „Es ist so, dass wir Leo schon in- und auswendig kennen. Wir hatten ihn in den letzten Lehrgängen immer dabei und haben natürlich auch seine Spiele bei Union gesehen.“

Für Querfeld ist die Nicht-Nominierung ein Schlag ins Gesicht. Bei der EM 2024 durfte er gegen die Niederlande ran, sammelte Minuten auf großer Bühne. In der WM-Qualifikation stand er in jedem Kader – spielte aber kaum. Nur eine Halbzeit gegen San Marino. Mehr Vertrauen gab es nicht.
Auch Trimmel-Aus wirft in Österreich Fragen auf
Der Wiener ist derzeit nicht in Topform, liefert aber in Köpenick konstant gute Leistungen. Vor allem ist Querfeld keiner, der sich versteckt. Er will mehr. Mehr Verantwortung, mehr Spiele, mehr Niveau. Der Innenverteidiger misst sich mit den Besten, sucht die Herausforderung – nicht die Komfortzone. Genau das lebt er Woche für Woche bei Union vor.
Doch Rangnick scheint auf andere Profile zu setzen. Querfeld wird damit zum nächsten Unioner der im ÖFB-System keinen Platz findet. Schon Kapitän Christopher Trimmel spielte seit der EM 2021 keine Rolle mehr – ohne je offiziell zurückgetreten zu sein.



