Der 1. FC Union Berlin fährt mit Hoffnung nach München – und kassiert mit dem 0:4 (0:2) gegen den FC Bayern eine brutale Abreibung. Gegen den Rekordmeister wird schnell klar, wie schmal der Grat im Abstiegskampf ist. Die Eisernen halten erst dagegen, dann brechen sie ein. Und am Ende steht eine bittere Erkenntnis: Diese Pleite haben sie sich selbst eingebrockt.
Ein bisschen David, sehr viel Goliath
Es hat ein bisschen was von David gegen Goliath wenn der 1. FC Union beim FC Bayern München gastiert. Zumindest dann, wenn der Stein, den David damals geschleudert hat, wie ein Flummi am übermächtigen Gegner abgeprallt wäre – und der David dann eine gehörige Tracht Prügel verpasst hätte.
Ein langer Ball, wie aus der Schleuder geschossen, landet in der dritten Minute bei Livan Burcu. Der Unioner bringt den Ball direkt unter Kontrolle und an Bayerns Dayot Upamecano vorbei. Der weiß sich nur mit einem Foul zu helfen und kassiert früh die erste gelbe Karte des Spiels. Na, geht da etwa was für die Köpenicker? Nein, das zeigt der Spielverlauf dann, das tut es nicht.
Union mit Bayern-Dusel in München
Nach vorne kommt von Union überhaupt nichts. Dafür verteidigt die Mannschaft von Trainer Steffen Baumgart eine halbe Stunde lang sehr gut - und hat sowas wie Bayern-Dusel: Lennart Karl trifft frei vorm Tor nur den Pfosten, Harry Kane schießt neben das Tor, obwohl er Rönnow schon geschlagen hatte und Leon Goretzka grätscht den Ball am leeren Tor vorbei.
Ist Rönnow der schlechtere Raab?
Dann kippt das Spiel. Und zwar durch eigene Fehler. Denn die leisten sich Stanley N'Soki und Frederik Rönnow ein paar Minuten später. Ein Stellungsfehler des Franzosen führt zum 1:0 der Bayern durch Olise. Keeper Rönnow klärt kurz vor der Halbzeit eine Flanke in die Füße von Serge Gnabry: 2:0 Bayern. Das Scheunentor zumindest, durch das die Bayern am Ende vier Tore schießen, haben die Unioner selbst aufgemacht. Harry Kane (zum 3:0) und Serge Gnabry (4:0) bedanken sich.
Und die Konkurrenz auch? Noch haben die Eisernen im Vergleich zum FC St. Pauli auf dem Relegationsplatz sieben Punkte mehr auf dem Konto und ein um vier Tore besseres Torverhältnis. Doch wenn die Defensive so löchrig bleibt, könnte es bald eng werden.
Glück für Union also, dass Harry Kane den letzten daneben setzt. Kurz vor Schluss kann sich der Engländer frei vorm Tor eigentlich die Ecke aussuchen, doch lupft den Ball neben das Tor.

Baumgart und Union weiter sieglos gegen den FC Bayern
Noch nie haben die Eisernen gegen den FC Bayern München gewonnen. Noch nie hat Steffen Baumgart die Bayern schlagen können. Beides ändert sich auch an diesem Nachmittag nicht.


