Kurios und bitter

Hertha-Juwel Gechter wird im DFB-Rampenlicht zum Schnäppchen

Linus Gechter gehört zum deutschen U21-Kader für die EM-Qualifikation – und droht Hertha BSC für kleines Geld zu verlassen.

Author - Sebastian Schmitt
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Verteidiger Linus Gechter hat sich die U21-Nominerung verdient. Für Hertha BSC ist das DFB-Rampenlicht eine Ehre – und ein Problem.
Verteidiger Linus Gechter hat sich die U21-Nominerung verdient. Für Hertha BSC ist das DFB-Rampenlicht eine Ehre – und ein Problem.IMAGO/Andy Buenning

Linus Gechter steht wieder im Rampenlicht – und Hertha BSC vor einem bekannten Problem. Der Verteidiger überzeugt, der DFB ruft, die Bundesliga schaut genau hin. Für den Klub ist das eine Auszeichnung. Und gleichzeitig ein Risiko, das kaum zu kontrollieren ist.

DFB beruft Linus Gechter – Hertha-Abschied droht

Linus Gechter (22) liefert – und genau das wird für Hertha BSC zum Problem. Der Innenverteidiger hat sich mit starken Leistungen wieder in den Fokus der U21-Nationalmannschaft gespielt. Für die Spiele gegen Nordirland (Freitag, 18 Uhr) und in Griechenland (Dienstag, 18 Uhr) gehört er zum Kreis von Trainer Antonio Di Salvo. Ein Ritterschlag. Und ein klares Signal an den Markt.

Denn Gechter steht plötzlich so richtig im Schaufenster. Einer der wenigen Zweitliga-Verteidiger im Kader, robust, konsequent im Zweikampf, ruhig im Aufbau. Genau deshalb klopfen jetzt die ersten Bundesligisten an.

Ausstiegsklausel macht Gechter zum Schnäppchen

Vor allem Borussia Mönchengladbach beobachtet den 22-Jährigen seit Monaten. Und das aus gutem Grund: Gechter bringt vieles mit, was moderne Innenverteidiger brauchen. Größe, Timing, Präsenz. Dazu kommt für sein Alter bereits Erfahrung – sogar 14 Bundesliga-Spiele hat er für Hertha in der Saison 2020/21 bestritten.

Robust im Zweikampf und eine gute Spieleröffnung: Hertha-Juwel Linus Gechter wird von mehreren Bundesliga-Klubs seit Monaten ganz genau beobachtet.
Robust im Zweikampf und eine gute Spieleröffnung: Hertha-Juwel Linus Gechter wird von mehreren Bundesliga-Klubs seit Monaten ganz genau beobachtet.IMAGO/pepphoto / Sascha Weiz

Fakt ist: Für Hertha ist Gechters U21-Nominierung eine Ehre – allerdings eine, die sich finanziell kaum auszahlt. Sein Vertrag läuft zwar noch bis 2028. Doch entscheidend ist eine Ausstiegsklausel, die alles kippen kann: Rund 3,5 Millionen Euro soll sie betragen.

Gladbach klaut Hertha immer wieder Talente

Am liebsten würde Gechter mit Hertha zurück in die Bundesliga. Doch auch der dritte Anlauf nach dem Abstieg 2023 droht zu scheitern. In diesem Fall könnte der Innenverteidiger den nächsten Schritt gehen.

Kurios: Sollte der 1,91 Meter große Profi nach Gladbach wechseln, wäre er bereits der vierte blau-weiße Verteidiger, den es in den vergangenen Jahren an den Niederrhein zieht – nach Lukas Ullrich, Luca Netz und Nico Schulz.