Bitterschön

Hertha BSC dreht auf – doch der Sieg schmerzt

Hertha BSC gewinnt 5:2 bei Fortuna Düsseldorf. Doch der starke Auftritt zeigt vor allem, was diese Saison für den Aufstieg gefehlt hat.

Author - Sebastian Schmitt
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Fabian Reese führt Hertha BSC mit zwei Toren in Düsseldorf zu einem furiosen 5:2-Sieg.
Fabian Reese führt Hertha BSC mit zwei Toren in Düsseldorf zu einem furiosen 5:2-Sieg.IMAGO/Orhan Habash

Hertha BSC liefert in Düsseldorf ein Spektakel. Fünf Tore, Tempo, Spielfreude – endlich zeigt die Mannschaft von Trainer Stefan Leitl ihr wahres Gesicht. Doch genau das macht diesen 5:2 (4:1)-Sieg so bitter. Denn wieder einmal kommt die Erkenntnis zu spät.

Hertha Fehlstart in Düsseldorf – und dann die Wende

Dieser Sieg fühlt sich falsch an. 5:2 bei Fortuna Düsseldorf, ein Ausrufezeichen im Aufstiegskampf der 2. Bundesliga. Und trotzdem: In Berlin sitzt der Schmerz tief. Denn genau so hätte Hertha BSC viel öfter spielen müssen.

Die Partie beginnt wie so oft in dieser Saison: schläfrig, unkonzentriert, fehleranfällig. Nach fünf Minuten liegt Hertha zurück – Linus Gechter lenkt den Ball ins eigene Tor. Ein früher Nackenschlag, der alles kippen kann.

Fabian Reese spielt sich mit Hertha in einen Rausch

Doch diesmal passiert etwas anderes. Hertha steht auf. Und wie.

Oh wie ist das schön: Marten Winkler trifft in Düsseldrof per Traumtor für Hertha BSC und bedankt sich bei Flankengeber Fabian Reese.
Oh wie ist das schön: Marten Winkler trifft in Düsseldrof per Traumtor für Hertha BSC und bedankt sich bei Flankengeber Fabian Reese.IMAGO/Orhan Habash

Angeführt von Fabian Reese drehen die Blau-Weißen plötzlich auf. Der Kapitän sprüht vor Ideen, fordert jeden Ball, treibt sein Team an. In der 18. Minute chippt er den Ball frech zum 1:1 ins Tor. Acht Minuten später jagt er den Ball zum 2:1 in die lange Ecke.

Hertha erzielt fünf Tore, zeigt endlich Spielfreude

Hertha spielt sich in einen Rausch. Plötzlich passt alles. Kombinationen greifen, Laufwege sitzen, Abschlüsse knallen. Dawid Kownacki köpft nach Reese-Flanke das 3:1, Marten Winkler hämmert den Ball kurz vor der Pause in den Winkel.

Hertha-Trainer Stefan Leitl freut sich über einen bärenstarken Auftritt von Hertha BSC bei Fortuna Düsseldorf.
Hertha-Trainer Stefan Leitl freut sich über einen bärenstarken Auftritt von Hertha BSC bei Fortuna Düsseldorf.IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Wunderl

4:1 zur Halbzeit. Hertha entfesselt. Und genau hier beginnt das Problem.

Hertha zittert nach der Pause nur kurz

Denn dieses Gesicht zeigt die Mannschaft viel zu selten. Zu oft blieb sie in dieser Saison blass, zu oft fehlte die Konsequenz. Auch in Düsseldorf wackelt Hertha nach der Pause. Das 2:4 durch Cedric Itten (54.) bringt die Fortuna zurück. Plötzlich ist wieder Nervosität da, wieder Unsicherheit.

Doch diesmal fällt Hertha nicht auseinander. Torwart Tjark Ernst pariert stark, die Defensive hält stand. Kein Einbruch, kein Kollaps. Stattdessen sorgt der eingewechselte Luca Schuler an seinem 27. Geburtstag kurz vor dem Ende für den fünften Streich (90.+3).

Reese erklärt: „Wir haben im richtigen Moment die Tore gemacht und hochverdient zur Pause geführt. Auch dank Tjark, der einige Bälle überragend gehalten hat.“

Aufstieg für Hertha BSC wohl außer Reichweite

Und trotzdem: Sieben Spieltage vor Schluss beträgt der Rückstand auf den Relegationsplatz sieben Punkte. Der Traum vom Aufstieg lebt nur noch auf dem Papier. Genau das macht diesen Nachmittag so brutal. Hertha zeigt, was möglich ist. Was in diesem Kader steckt. Was diese Mannschaft kann, wenn sie es endlich abruft. Doch sie tut es zu selten.

Jetzt bleibt nur noch die Hoffnung. Auf Konstanz. Auf eine Serie. Auf ein kleines Wunder. Am Ostersamstag bei Dynamo Dresden (4. April, 20.30 Uhr) muss Hertha nachlegen. Sonst bleibt dieser Sieg in Düsseldorf das, was er wirklich ist: Ein schmerzhafter Beweis dafür, dass viel mehr drin gewesen wäre.