Verhandlungen stocken

BVG-Tarifstreit mit Verdi spitzt sich zu: Berlin droht neuer Streik

Die Verhandlungen zwischen BVG und der Gewerkschaft Verdi kommen nicht voran. Der nächste Warnstreik bei Bus und U-Bahn steht bevor.

Author - Stefan Doerr
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Verdi und die BVG verhandeln bisher ohne entscheidenden Durchbruch.
Verdi und die BVG verhandeln bisher ohne entscheidenden Durchbruch.Stefan Zeitz Photography/Imago

Schienen vor kurzem noch die Wogen geglättet, stehen die Zeichen im Tarifstreit bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) wieder auf Sturm. Auch nach mehreren Gesprächsrunden bleiben die Fronten verhärtet und zentrale Forderungen der Gewerkschaft Verdi unerfüllt. Nach einem 48-Stunden-Warnstreik Ende Februar steht der nächste Arbeitskampf bevor.

Kommt ein längerer Warnstreik als 48 Stunden?

Die Tarifverhandlungen kommen einfach nicht mehr voran und bald könnten schon wieder in Berlin die Busse und U-Bahnen still stehen. Verdi-Gewerkschafter beraten nämlich jetzt über das weitere Vorgehen. Verhandlungsführer Serat Canyurt macht deutlich, dass die Geduld der Beschäftigten nicht grenzenlos ist. „Wir werden nun mit den Beschäftigten beraten, welche Antwort wir auf die Haltung des BVG-Vorstands geben“, erklärt er.

Die Mitarbeiter der BVG streiken immer wieder, wenn es Tarifverhandlungen gibt. Viele Berlinerinnen und Berliner sind inzwischen mehr als genervt.
Die Mitarbeiter der BVG streiken immer wieder, wenn es Tarifverhandlungen gibt. Viele Berlinerinnen und Berliner sind inzwischen mehr als genervt.Thomas Meyer/OSTKREUZ

Eine klare Ansage! Damit ist alles möglich, auch ein neuer Streik, der sogar länger als der 48-Stunden-Warnstreik Ende Februar dauern könnte. Der längste Streik bei der BVG dauerte zwölf Tage und legte 2008 ebenfalls im März den öffentlichen Nahverkehr lahm.

Die BVG hält dagegen: In der fünften Verhandlungsrunde habe man ein „deutlich erweitertes Angebot“ vorgelegt, das vor allem für Entlastung sorgen solle. Doch auch hier gibt es Grenzen. „Das umfangreiche Angebot stößt an die Grenze der wirtschaftlichen Belastbarkeit des Landesunternehmens“, teilt das Unternehmen mit.

Kern des Streits ist dabei gar nicht das Gehalt. Verhandelt wird vielmehr über die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten. Verdi fordert mehr Urlaubstage, eine Mindestruhezeit von elf Stunden zwischen den Schichten, eine festgelegte Pausenzeit am Ende einer Strecke (Wendezeit) und zusätzliches Urlaubsgeld, das wahlweise in freie Tage umgewandelt werden kann.

Die BVG setzt stattdessen auf Flexibilität und bietet individuelle Wahlmöglichkeiten zwischen mehr Geld oder mehr Freizeit an. Doch ob das reicht, um den Konflikt zu entschärfen, ist fraglich. Sollte es keine Einigung geben, könnten Busse und Bahnen schon bald wieder stillstehen.

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