Chaos-Verlängerung

Verdi bereitet den nächsten BVG-Streik in Berlin vor

Ab 4. März verhandeln BVG und die Gewerkschaft Verdi weiter. Doch der nächste Stillstand im Nahverkehr könnte schon bald anstehen.

Author - Stefan Doerr
Teilen
Zwei Tage lang blieben die BVG-Busse im Depot.
Zwei Tage lang blieben die BVG-Busse im Depot.Florian Gaertner/imago

Aufatmen in der Hauptstadt! Nach 48 Stunden Stillstand ist der Nahverkehr der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) seit Sonntagmorgen wieder unterwegs. Busse, Bahnen und Trams rollen, laut BVG läuft der Betrieb „weitgehend stabil“. Doch die Ruhe könnte trügerisch sein, denn nach dem Streik ist vor dem Streik!

Verdi will bessere Arbeitsbedingungen bei der BVG

Denn der Konflikt mit der Gewerkschaft Verdi ist alles andere als gelöst. Der zweitägige Warnstreik am Freitag und Samstag hatte den Verkehr in Berlin nahezu lahmgelegt. Und das schon zum zweiten Mal in dieser Tarifrunde. Anfang Februar stand die Stadt beim ersten Warnstreik für 24 Stunden still.

Diesmal verschärfte Verdi den Ausstand, und es könnte nicht der letzte gewesen sein. Im Kern geht es nicht um Lohnerhöhungen für die 16.500 Mitarbeiter der BVG, sondern um bessere Arbeitsbedingungen. Es geht um mehr Urlaub, mehr Urlaubsgeld, eine verbindliche Mindestruhezeit von elf Stunden zwischen zwei Schichten.

Beschäftigte des öffentlichen Nahverkehrs demonstrieren während des Warnstreiks in Berlin.
Beschäftigte des öffentlichen Nahverkehrs demonstrieren während des Warnstreiks in Berlin.John Macdougall/AFP

Verhärtete Fronten im Tarifstreit

Und es geht der Gewerkschaft um klare Regeln für die sogenannte Wendezeit. So heißen die Minuten am Ende einer Strecke, in denen Fahrerinnen und Fahrer durchatmen können, bevor es zurückgeht. Mindestens sechs Minuten Pause verlangt die Gewerkschaft. Für viele Beschäftigte ist die Pause wegen Verspätungen bislang oft kürzer.

Die Fronten bleiben verhärtet. Bisher gab es kein Einlenken von Seiten der BVG, die Berliner Fahrgäste sind genervt. Drei Verhandlungsrunden brachten keine Annäherung, die nächsten sind für den 4. und 5. März angesetzt. Doch schon jetzt laufen die Vorbereitungen für den möglichen nächsten Ausstand.

„Wir fragen die Kollegen, ob sie uns ihr Okay dafür geben, dass wir wieder in den Warnstreik gehen“, sagte Sven Globig von der Verdi-Tarifkommission laut Berliner Zeitung während der Streikkundgebung am Freitag im Invalidenpark in Berlin-Mitte. Die Rückmeldungen aus den Betriebshöfen würden bereits eingeholt. Sollten auch die kommenden Gespräche scheitern, droht Berlin also schon bald der nächste Verkehrskollaps.

Wie ist Ihre Meinung dazu? Bitte schreiben Sie uns: leser-bk@berlinerverlag.com