Im Nahen Osten ist der Krieg gerade bittere Realität. Und nun kommt das schreckliche Szenario als Kriegsspiel auch nach Berlin. Mit der bundesweiten Militärübung „Medic Quadriga 2026“, die vom 4. bis zum 7. März einen Abstecher am BER macht, proben vier Krankenhäuser der Hauptstadt mit der Bundeswehr den Kriegsfall in unserem Land!
„Kriegsverwundete“ kommen in Berliner Kliniken
Seit Tagen rollt die großangelegte Militärübung durch Deutschland. Über 1000 Soldaten und 250 Zivilisten machen mit. Start war im Februar in Koblenz. Nun erreicht die Übung in diesen Tagen die Hauptstadtregion. Das Ziel: Der Bundeswehr-Sanitätsdienst und zivile Behörden üben das Zusammenspiel bei der nahtlosen medizinischen Versorgung vom Gefecht bis in die heimatnahen Kliniken – sollte die Nato, und damit Deutschland, in einen Krieg verwickelt werden.
Das bedeutet laut Senatsgesundheitsverwaltung: „Im Rahmen dieser Übung testet der Sanitätsdienst der Bundeswehr gemeinsam mit militärischen und zivilen Partnern erstmalig die Rettungskette und Versorgung verwundeter Soldatinnen und Soldaten im Falle eines Nato-Bündnisfall – angefangen vom Verwundetentransport im Einsatzgebiet bis zur Verlegung in deutsche Krankenhäuser.“
Mit anderen Worten: Wenn es an der Nato-Ostgrenze zu einem Konflikt kommt, müssen Verwundete im Ernstfall schnell aus dem Einsatzraum nach Deutschland gebracht und dort medizinisch weiterverteilt werden können.
Die Gesundheitsverwaltung des Senats nimmt mit der Charité (Campus Benjamin Franklin), dem BG Unfallkrankenhaus Berlin in Marzahn, dem Vivantes Klinikum Neukölln sowie dem Bundeswehrkrankenhaus an der Übung „Medic Quadriga“ teil. Dabei nimmt die Behörde eine zentrale Rolle ein.
Miltärübung: Senatsbehörde ruft Krisenstab ein
Dazu gehört die Einberufung eines Krisenstabes. Dieser soll laut Übungsplan dafür sorgen, dass verwundete Soldaten, die aus Gefechtsgebieten zum BER geflogen wurden, von dort rasch in umliegende Kliniken gebracht werden.
Die Gesundheitsbehörde sorgt für die „Vorbereitung und Koordination der strategischen Patientenverteilung unter Berücksichtigung der (Kriegs-)Verletzungsmuster verwundeter Patientinnen und Patienten und der zur Verfügung stehenden spezifischen Ressourcen und Kapazitäten der Berliner Krankenhäuser“, wie es etwas kompliziert in einer Behördenmitteilung heißt.

Für Gesundheitssenatorin Ina Czyborra (SPD) ist die Teilnahme an dieser Militärübung „ein weiterer Meilenstein in der systematischen Vorbereitung auf Not- und Krisenlagen“. „Die veränderte Gefährdungslage zwingt uns dazu, die zivile Verteidigung noch stärker in den Blick zu nehmen. Verschiedene Szenarien zeigen, dass Berlins Krankenhäuser hier eine Schlüsselrolle übernehmen werden. Deshalb hat Berlin bereits 2025 als erstes Bundesland einen Rahmenplan ,Zivile Verteidigung Krankenhäuser‘ vorgelegt.“
Militärübung: SPD-Senatorin gibt sich kämpferisch
Die Senatorin gibt sich bei dem Thema sehr kämpferisch: „Ich möchte an dieser Stelle deutlich sagen: Krisen- und Notfallvorsorge ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Deshalb begrüße ich die Ankündigung des Bundes, ein Gesundheitssicherstellungsgesetz vorzulegen. Wir müssen auf allen Ebenen die richtigen Weichen stellen.“

Die Senatsgesundheitsverwaltung versichert: „Die Übung wird keinen Einfluss auf die notfallmedizinische stationäre Regelversorgung in Berlin haben. Die beteiligten Krankenhäuser wurden rechtzeitig informiert und eingebunden.“





