Immobilien, Luxusgüter und Geld

Berlin dreht Clan-Kriminellen den Geldhahn zu

Berlin verschärft den Kampf gegen die Organisierte Kriminalität. Mit einer Bundesratsinitiative zur  Beweislastumkehr.

Author - Sebastian Karkos
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Polizisten stehen 2024 in Buckow vor einer Villa aus dem Clan-Milieu. Nach langem Gerichtsstreit musste ein bekannter arabischstämmiger Clan das Haus räumen.
Polizisten stehen 2024 in Buckow vor einer Villa aus dem Clan-Milieu. Nach langem Gerichtsstreit musste ein bekannter arabischstämmiger Clan das Haus räumen.Jens Kalaene/DPA

Die Clans und ihr Vermögen. Häufig stammt dieses aus illegalen Geschäften im Drogen- oder Immobilienhandel. Nur selten gelingt es der Justiz jedoch, den Tätern dies zweifelsfrei nachzuweisen.

Die Beweislastumkehr hilft im Kampf gegen die Clans

Das soll sich nun ändern. Im Kampf gegen die Organisierte Kriminalität will Berlin mit einer Bundesratsinitiative stärker an das aus Straftaten stammende Vermögen heran. Der Hebel: die sogenannte Beweislastumkehr.

Justizsenatorin Felor Badenberg (50, CDU) erklärt: „Wir drehen die Logik dort um, wo Strukturen systematisch zur Verschleierung illegaler Machenschaften missbraucht werden.“

Bislang muss der Staat den Nachweis liefern. Badenberg weiter: „Es ist nicht länger akzeptabel, dass der Staat die illegale Herkunft jedes einzelnen Euro vollständig nachweisen muss, während Kriminelle ihren Reichtum offen zur Schau stellen. Wenn millionenschwere Vermögenswerte in einem offensichtlichen Missverhältnis zu den legalen Einkünften stehen, muss künftig eine gesetzliche Vermutung der illegalen Herkunft greifen. Das ist die konsequente Durchsetzung des Rechtsstaates.“

Felor Badenberg, die Berliner Senatorin für Justiz und Verbraucherschutz, sagt den Clans in der Hauptstadt den Kampf an.
Felor Badenberg, die Berliner Senatorin für Justiz und Verbraucherschutz, sagt den Clans in der Hauptstadt den Kampf an.Bernd von Jutrczenka/DPA

Gerade Immobilien gelten für die Organisierte Kriminalität als ideales Werkzeug. Sie dienen als Geldwäschemodell, als Wertanlage und nicht zuletzt als Statussymbol. Ob Immobilien, Luxusautos, hohe Bargeldbeträge oder Kryptowährungen – die Einziehung solcher Vermögenswerte ist bislang nur möglich, wenn die Behörden zweifelsfrei nachweisen können, dass sie aus Straftaten stammen.

Stephan Weh, Landeschef der Gewerkschaft der Polizei, begrüßt den Vorschlag: „Wir unterstützen die Bundesratsinitiative zur Beweislastumkehr bei der Vermögensabschöpfung. Sie ist der einzige Weg, um zu verhindern, dass weiterhin inkriminiertes Vermögen in den legalen Kreislauf gespült wird, und ein echter Gamechanger im Kampf gegen die Organisierte Kriminalität. Deutschland ist ein Geldwäscheparadies, in dem jährlich gut 100 Milliarden Euro aus Prostitution, Schutzgelderpressung, Waffen- oder Drogenhandel sowie anderen Straftaten munter in Immobilien, Fahrzeuge und andere Luxusgüter investiert werden können.“

Wie ist Ihre Meinung zum Thema? Wird die Beweislastumkehr der Berliner Justiz helfen?
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leser-bk@berlinerverlag.com