Jetzt also doch. Die Bundesregierung plant die Entsendung von Charter-Flugzeugen in den Nahen Osten, um gestrandete Touristen zurück nach Deutschland zu holen.
Oman und Saudi-Arabien werden angeflogen
Ziel sind Maskat (Oman) und Riad (Saudi-Arabien), weil die Lufträume dort noch geöffnet sind, erklärte Johann Wadephul (63, CDU). Zuerst sollen dabei „besonders vulnerable Gruppen“ evakuiert werden, sagte der Außenminister, der zuvor eine Evakuierung deutscher Urlauber in der Golfregion ausgeschlossen hatte. Zu den vulnerablen Gruppen zählen Kranke, Kinder und Schwangere.
Wadephul weiter: „Die Planungen laufen. Wir müssen schauen, wie viele Flugzeuge wir dort überhaupt hinbringen können. Wir fangen jetzt einfach mal mit einer Maschine pro Destination an.“ Die Flugzeuge werden auf Steuerzahlerkosten gechartert. Wadephul hält dies für „richtig und notwendig und angemessen. Die Sicherheit unserer Staatsangehörigen hat für uns erste Priorität. Die Situation ist sehr belastend für die Betroffenen und deren Familien. Das wissen wir, das haben wir als Bundesregierung fest im Blick.“

Durch den Angriff auf den Iran durch Israel und die USA ist der internationale Luftverkehr in der Golfregion weitgehend zum Erliegen gekommen. Vor allem Dubai ist betroffen, als internationales Drehkreuz. Der Luftraum sei als „Vorsichtsmaßnahme“ geschlossen worden, so die Behörden.
Die Fluggesellschaft Emirates stoppte bereits am Sonnabend den Verkehr von und nach Dubai. Auch Etihad Airways kündigte an, sämtliche Flüge ab Abu Dhabi auszusetzen. „Flüge, die sich bereits auf dem Weg nach Abu Dhabi befinden, kehren gegebenenfalls zu ihren Abflughäfen zurück“, so die Airline.

Die Lufthansa hatte bereits angekündigt, den Luftraum über Israel, Libanon, Jordanien und Irak zu meiden. Auch Katar, Kuwait, Bahrain, Saudi-Arabien und Iran seien von dieser Vorsichtsmaßnahme betroffen.
Die Vereinigten Arabischen Emirate bieten inzwischen Sonderflüge für gestrandete Passagiere an. Die emiratische Fluggesellschaft Emirates gab an, ab Montagabend wieder eine begrenzte Zahl von Flügen aufzunehmen. Wie das Unternehmen erklärte, würden zunächst Passagiere mit bereits bestehenden Buchungen bevorzugt berücksichtigt.
Wegen des Nahost-Konflikts sollen derzeit rund 30.000 Urlauber und Kunden von deutschen Reiseveranstaltern in der Region festsitzen.
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