Zu Beginn der Woche merken Berliner Autofahrer deutlich, dass sich die internationale Lage auch auf den deutschen Alltag auswirkt. Die Preise an den Zapfsäulen steigen seit Tagen, nach dem Militärschlag der USA und Israels gegen den Iran legen sie noch einmal spürbar zu.
Heftige Benzinpreise in Berlin
Werfen wir mal einen Blick auf die aktuellen Spritpreise: Am Freitag kostete ein Liter Super (E10) in Berlin im Schnitt noch 1,76 Euro. Am Montagmorgen zeigt die Anzeige bereits 1,85 Euro – das tut weh. Der Unterschied wirkt auf den ersten Blick gering, doch er summiert sich, vor allem für Pendlerinnen und Pendler, die täglich auf das Auto angewiesen sind.

Auch beim Diesel zeigt sich derselbe Trend. Der Literpreis lag am Freitag durchschnittlich bei 1,74 Euro und sprang am Montagmorgen auf 1,85 Euro. Die Berliner Tankstellen reagieren damit direkt auf die neu entstandene Unsicherheit auf dem Ölmarkt.
Rohölmarkt reagiert sofort auf die Eskalation
Parallel zu den Ereignissen im Nahen Osten schnellten die internationalen Ölpreise bereits in der Nacht zum Montag in die Höhe. In den ersten Handelsminuten stiegen die Notierungen für Brent-Öl aus der Nordsee und US‑Rohöl jeweils um mehr als zehn Prozent. Brent erreichte dabei mit 82,37 US‑Dollar pro Barrel den höchsten Stand seit Juli 2024, US‑Öl kletterte auf 75,33 Dollar und markiert damit ein Niveau, das zuletzt im Juni 2025 erreicht wurde.
Im weiteren Tagesverlauf beruhigt sich der Handel etwas, aber die Preise bleiben klar höher als vor dem Wochenende.
Straße von Hormus wird zum geopolitischen Nadelöhr
Am Wochenende hatten Israel und die USA den Iran angegriffen und dabei unter anderem das Staatsoberhaupt und den Religionsführer des Landes Ajatollah Ali Chamenei getötet. Der Iran reagierte mit Gegenangriffen – und schränkte außerdem den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus ein, eine der wichtigsten Engstellen des weltweiten Energiehandels.

Rund ein Fünftel der globalen Öltransporte passiert täglich die Meerenge in der ölreichen Region am Persischen Golf. Jede Störung kann die Energiepreise steigen lassen und die internationalen Märkte verunsichern.



