Es ist eine polarisierende Maßnahme: Am Sonntag, den 1. März 2026, wurde der Görlitzer Park zum ersten Mal von 22 bis 6 Uhr verschlossen. Wieso? Die Berliner Grünanlage ist ein absoluter Drogenhotspot, der sich schwer überblicken, geschweige denn kontrollieren lässt. Seitens vieler Anwohner gab es zuletzt massiv Kritik an der Lösung, für die sich der Regierende Bürgermeister eingesetzt hatte. Das zeigte sich nun auch bei der allerersten Schließung des Görlitzer Parks.
Die erste Görli-Schließung lief glatt, mit einigen Buhrufen
Hat die erste Verriegelung des Görlitzer Parks reibungslos geklappt? Ja, kann ein Sprecher der Polizei dem Berliner KURIER auf Anfrage bestätigen: „Es war im Wesentlichen recht ruhig.“ Am Sonntagabend um 22 Uhr sind die 16 Eingänge des lang gezogenen Parks zum ersten Mal mit den neu gebauten Toren verschlossen worden. Das Verlassen des Parks war aber auch danach noch über Drehtüren möglich.
Ab 19 Uhr fand eine angekündigte Demonstration in der Grünanlage mit rund 300 Teilnehmern der Initiative Rave against the Zaun statt. „Diese lief gemäß der Vorschrift, so wie es auch zuvor der Versammlungsbehörde angemeldet wurde. Es war eine normale Form der Kundgebung, ohne besondere Vorkommnisse“, schildert der Polizeisprecher. Es habe lediglich eine Verhaftung gegeben: Ein Mann soll einen Stein auf Einsatzkräfte geworfen haben.

Erwähnenswert ist jedoch: „Es gab Beleidigungen zum Nachteil des Herrn Wegner, des Bürgermeisters“, berichtet der Sprecher. Der Regierende wurde unter anderem als „Lumpensohn“ beschimpft. Wegner gilt als Gesicht der Görli-Verriegelung, da er sich lautstark dafür starkgemacht hatte.
Bisher keine Verlagerung der Kriminalität in den Kiez
Die Schließung des Görlitzer Parks erfolgt durch eine private Wachschutzfirma. Die Polizei wird den Wachschutz in den kommenden Wochen unterstützen und dabei vor allem auf Kommunikation setzen.

Viele Anwohner sorgen sich, dass die Verriegelung dazu führen wird, dass sich die kriminellen Vorfälle aus dem Park in den umliegenden Kiez verlagern. War das in der ersten Nacht bereits der Fall? Diese Sorge kann der Polizeisprecher gegenüber dem KURIER nicht bestätigen.
„Wenn es um die Kriminalität geht, gab es keine Auffälligkeiten, die jetzt im Raum stehen. Man kann nicht sagen, dass sich zu dem Zeitpunkt, als der Görlitzer Park geschlossen war, ein anderes Kriminalitätsfeld gebildet hat“, erklärt der Polizeisprecher. „Wir haben keine verstärkte Wahrnehmung von Straftaten, die sich verlagert hätten. Das rechnet sich nach aktueller Maßgabe nicht so ab.“


