Am Donnerstagmorgen hat die Polizei mehrere Objekte in Kleinmachnow durchsucht. Wie die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) auf Anfrage der Berliner Morgenpost sagte, werde gegen drei Männer im Alter von 24, 25 und 40 Jahren wegen des Verdachts der Geldwäsche sowie der Verschleierung illegaler Vermögenswerte ermittelt.
Arafat Abou-Chaker steht im Zentrum der Ermittlungen
Im Zentrum der Ermittlungen steht Arafat Abou-Chaker, einer der prominentesten Vertreter des berüchtigten Abou-Chaker-Clans. „Es geht um die Frage, ob bei den Angaben des finanziellen Vermögens alles richtig gemacht wurde oder nicht. Denn irgendwie muss man sich auch Immobilien leisten können“, sagte Benjamin Jendro, Pressesprecher der Berliner Gewerkschaft der Polizei (GdP), auf KURIER-Anfrage.
Es geht um eine Villa am Zehlendorfer Damm
Im Mittelpunkt der Untersuchungen stand demnach der Erwerb einer Villa am Zehlendorfer Damm in Kleinmachnow. Die Immobilie soll im Jahr 2022 für das Mindestgebot von 7,4 Millionen Euro, und damit etwa zum halben Verkehrswert, an einen Sohn des früheren Bushido-Managers gegangen sein.
Ob und inwiefern dabei illegale Finanzströme eine Rolle gespielt haben könnten, wird nun strafrechtlich untersucht. Laut Jendro sei nach digitalen Datenträgern, eventuellen Geldbündeln und Dokumenten gesucht worden.

Razzia auch an anderen Orten in Brandenburg und NRW
Die Maßnahmen in Kleinmachnow waren Teil einer bundesweit koordinierten Aktion. Wie die Behörden bestätigten, fanden am Donnerstag weitere Durchsuchungen in Berlin, in den Brandenburger Landkreisen Potsdam-Mittelmark und Barnim sowie in Essen und Recklinghausen in Nordrhein-Westfalen statt. Insgesamt waren rund 50 Einsatzkräfte an sieben Objektzugriffen beteiligt.
Auf KURIER-Nachfrage konnte Jendro jedoch nicht sagen, um welche Orte es sich in den Brandenburger Landkreisen genau handelte. „Manchmal geht es auch nur um einzelne Grundstücke. Es sind nicht immer große Anwesen“, sagte der GdP-Pressesprecher.
Rechtsstaat will mit Aktion Präsenz zeigen
Für Jendro war bei der Aktion wichtig, dass die Behörden nicht nur bei Strafverfahren aktiv werden, sondern bereits davor. „Wir müssen Finanzströme zerstören, und deswegen war das ein richtiges Zeichen“, sagte er. Damit zeige man, dass die Behörden den Clan im Visier haben, auch wenn die Familie zuletzt nicht mehr so auffällig gewesen sei.
Zufrieden sei er erst, wenn Beweismaterial zusammengekommen sei, was möglicherweise Geldwäsche beweise. „Wichtig ist, dass der Rechtsstaat Präsenz zeigt, weil Familie Abou-Chaker hat in den letzten Jahren an Einfluss gewonnen, weil der Rechtsstaat vielleicht oftmals nicht so handlungsfähig war, wie er hätte sein können.“



