Tarif-Streit um Urlaub

Verhandlungen beendet: Kommt es zu Ostern zum Streik bei der BVG in Berlin?

Durchbruch oder kommt es zum Streik: BVG und Verdi haben die Verhandlungen beendet. Das Ergebnis soll am Freitag verkündet werden.

Author - Norbert Koch-Klaucke
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Streikposten stehen am Busbahnhof Müllerstraße.
Streikposten stehen am Busbahnhof Müllerstraße.Maurizio Gambarini/imago

Der Tarif-Streit um mehr Urlaub und bessere Arbeitsbedingungen bei den Berliner Verkehrsbetrieben: Kommt es jetzt zum Streik bei der BVG? Etwa noch in dieser Woche? Zwei Tage hatten sich noch einmal die Verhandlungsführer der BVG mit Vertretern der Gewerkschaft Verdi getroffen. Die Verhandlungen wurden am Donnerstagabend (26. März) für beendet erklärt.

Durchbruch oder Streik bei der BVG: Zwei Tage wurde verhandelt

Die Berliner müssen hoffen, dass diese Gespräche gut ausgegangen sind. Denn was bei den Treffen am 25. und 26. März herauskam, darüber schweigen beide Seiten.

Die BVG erklärte am Donnerstag zu den „intensiv geführten Gesprächen“: „Über die Ergebnisse der Verhandlungen werden die Gremien am 27. März (Freitag) unterrichtet. Anschließend informieren beide Parteien die Mitarbeitenden und die Öffentlichkeit über den Ausgang der Gespräche.“

Fast wortgleich liest sich die Erklärung von Verdi. In welche Richtung die Gespräche gingen, ob es einen Durchbruch gab, oder ob die Zeichen auf Streik stehen – darüber wollte Verdi-Sprecher Kalle Kunkel vorab nichts sagen.

Die Geheimnistuerei bei Verdi und BVG: Ob das ein gutes Zeichen ist? Es spricht jedenfalls viel dafür, dass man zu einem Ergebnis gekommen ist, über das beide Seiten eine Nacht lang in Ruhe schlafen wollen, bevor man öffentlich Klartext spricht.

Das gilt vor allem für Verdi. Die Verhandlungen hatten in der Vergangenheit gezeigt, wie die Gewerkschaft auch reagieren kann, wenn die Arbeitgeberseite die Wünsche der Verdi-Verhandlungsführer nicht erfüllt – mit Warnstreiks!

Streik bei der BVG zu Ostern?

In der aktuellen Tarifrunde gab es ihn bereits: Ende Februar fuhren 48 Stunden lang kaum Busse, keine Straßen- und U-Bahnen in Berlin. Das kann durchaus wieder passieren. Ein schneller Warnstreik zum Wochenende oder in der kommenden Osterwoche wäre denkbar.

In den Tarifverhandlungen ging es nicht um mehr Lohn, sondern um mehr Urlaub und bessere Arbeitsbedingungen. Das Angebot der BVG nach langem Hin und Her: Bis zu 33 Tage Jahresurlaub (statt 30 Tage) und mehr Urlaubsgeld stehen darin.

Im Detail: Alle BVG-Mitarbeiter sollen generell ab 2028 einen jährlichen Urlaubsanspruch von 31 Tagen haben. Dazu kommen zwei weitere Tage, bei denen die Mitarbeiter wählen können, ob sie frei machen oder Geld nehmen.

Zusätzlich sollen Mitarbeiter eine „Verlängerung des Urlaubsgeldes von 500 Euro pro Jahr“ erhalten. Für die Fahrer ist eine Neuregelung und Anpassung des sogenannten Nachturlaubs geplant: Für 100 Nachtarbeitsstunden (statt bisher 150) soll es bis zu vier Tage Urlaub geben.

Verdi-Verhandlungsführer Serat Canyurt (li.) ist das Angebot der BVG noch nicht ausreichend.
Verdi-Verhandlungsführer Serat Canyurt (li.) ist das Angebot der BVG noch nicht ausreichend.Peter Neumann/Berliner Zeitung

Aber vieles, was in dem BVG-Angebot steht, soll es für die Mitarbeiter nicht sofort geben, sondern erst in zwei Jahren. Das passte Verdi-Verhandlungsführer Serat Canyurt vor dem zweitägigen Treffen gar nicht. „Es ist gut, dass wir ins Verhandeln kommen. Aber die Frage des Urlaubsanspruchs auf den Sankt-Nimmerleins-Tag zu verschieben, ist inakzeptabel“, sagte er.

Canyurt fügte auch noch hinzu: „Wir werden nun mit den Beschäftigten beraten, welche Antwort wir auf die Haltung des BVG-Vorstands geben.“ Die Antwort könnte ein Warnstreik sein, der die Gespräche am Mittwoch und Donnerstag möglicherweise bestimmt haben könnte.


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