Verhandlungen

Angst vor BVG-Streik in Berlin: Jetzt spricht Verdi ein Machtwort

Die Verhandlungen laufen, Verdi fordert dringende Verbesserungen beim Urlaub, der erst 2028 gewährt werden soll.

Author - Norbert Koch-Klaucke
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Plakate mit der Aufschrift Warnstreik sind an einem Busbetriebshof der BVG zu sehen: Solche Bilder aus vergangenen Jahren drohen nun erneut
Plakate mit der Aufschrift Warnstreik sind an einem Busbetriebshof der BVG zu sehen: Solche Bilder aus vergangenen Jahren drohen nun erneutMaurizio Gambarini/imago

Mehr Urlaub, bessere Arbeitsbedingungen, mehr Geld soll es bei den Berliner Verkehrsbetrieben geben. Die Verhandlungen zwischen BVG und Verdi sind jetzt in der nächsten Runde. Sie begannen am 25. März und werden am heutigen Donnerstag fortgesetzt. Obwohl die Arbeitgeber ein Angebot vorgelegt haben, ist die Gewerkschaft nicht ganz zufrieden. Ob es zum nächsten Warnstreik kommt? Verdi hat jetzt ein Machtwort gesprochen.

Mehr Urlaub, mehr Geld bei der BVG: Warnstreik droht

Dabei gibt man sich momentan recht wortkarg im aktuellen Tarifstreit, in dem es nicht um die Gehälter geht, sondern um die Arbeitsbedingungen der etwa 16.000 BVG-Beschäftigten. Nicht einmal der Ort der Verhandlungen wird genannt. Er bleibt geheim. Denn im Grunde müssen auch beide Verhandlungsseiten ungestört bleiben, damit es nicht zu einem Streik kommt.

Fakt ist: Die BVG hat nach langem Hin und Her ein Angebot gemacht. Bis zu 33 Tage Jahresurlaub (statt 30 Tage) und mehr Urlaubsgeld stehen darin. Im Detail: Alle BVG-Mitarbeiter sollen generell ab 2028 einen jährlichen Urlaubsanspruch von 31 Tagen haben. Dazu kommen zwei weitere Tage, bei denen die Mitarbeiter wählen können, ob sie frei machen oder Geld nehmen.

Zusätzlich sollen Mitarbeiter eine „Verlängerung des Urlaubsgeldes von 500 Euro pro Jahr“ erhalten. Ein Punkt, an dem das BVG-Fahrpersonal herumkritisiert. „Die 500 Euro bedeuten nicht mehr Urlaubsgeld. Das bekommen wir ja schon seit zwei Jahren“, so ein Busfahrer zum KURIER. „Man rechnet uns Geld als Gewinn zu, den wir eh schon bekommen.“

Allerdings ist für die Fahrer eine Neuregelung und Anpassung des sogenannten „Nachturlaubs“ geplant: Für 100 Arbeitsstunden (statt bisher 150) soll es bis zu vier Tagen Urlaub geben.

Warum will BVG erst 2028 mehr Urlaub gewähren?

Aber vieles, was in dem BVG-Angebot steht, soll es für die Mitarbeiter nicht sofort geben, sondern erst in zwei Jahren. Das passt Verdi-Verhandlungsführer Serat Canyurt gar nicht.

„Es ist gut, dass wir ins Verhandeln kommen. Aber die Frage des Urlaubsanspruchs auf den Sankt-Nimmerleins-Tag zu verschieben, ist inakzeptabel“, sagt er vor dem jetzigen Treffen.

Verdi-Verhandlungsführer Serat Canyurt (li.) ist das Angebot der BVG noch nicht ausreichend.
Verdi-Verhandlungsführer Serat Canyurt (li.) ist das Angebot der BVG noch nicht ausreichend.Peter Neumann/Berliner Zeitung

Warum es mehr Urlaub erst in zwei Jahren geben soll? Aus Kreisen der BVG heißt es: Der Grund, warum erst 2028 der zusätzliche Urlaubstag eingeführt werden kann, ist der nötige Personalaufbau.

Noch habe man offenbar nicht genug Leute. Und ein zusätzlicher Urlaubstag könnte daher in den Dienstplänen und auch in den Fahrplänen von Bussen, Straßen- und U-Bahnen für Probleme sorgen.

Streik bei der BVG? Verdi sagt, was los ist

Verdi-Verhandlungsführer Canyurt sagt:  „Wir werden nun mit den Beschäftigten beraten, welche Antwort wir auf die Haltung des BVG-Vorstands geben.“ Die Antwort könnte ein Warnstreik sein, so wie Ende Februar, als Busse, Straßen- und U-Bahnen zwei Tage lang in Berlin nicht fuhren.

Wie die Antwort nun genau lautet, die Verdi der BVG bei den Verhandlungen geben will, bleibt auch geheim. Man wolle auch nichts zu einer Stimmungslage oder zu einem Meinungstrend in der Belegschaft sagen.

Aber es wird ein Machtwort gesprochen! „Alle Optionen liegen auf dem Verhandlungstisch“, sagte Verdi-Sprecher Kalle Kunkel dem KURIER. „Und wir wollen, dass wir am Verhandlungstisch zu einer Lösung kommen.“

Wie ist Ihre Meinung dazu? Bitte schreiben Sie uns: leser-bk@berlinerverlag.com