Baustellen-Besuch

146 Meter über dem Alex: Auf dem Wolkenkratzer, der den Fernsehturm schluckt

KURIER-Besuch bei den Bauarbeitern auf der höchste Baustelle am Alexanderplatz. In einem Jahr soll der Wolkenkratzer fertig sein.

Author - Norbert Koch-Klaucke
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KURIER-Reporter Norbert Koch-Klaucke mit Projektleiter Hans-Jürgen Bendel auf der Baustelle des Alex-Wolkenkratzers, der den Fernsehturm frisst. Erst ganz oben auf der 34. Etage ist das Berliner Wahrzeichen in voller Schönheit wieder da.
KURIER-Reporter Norbert Koch-Klaucke mit Projektleiter Hans-Jürgen Bendel auf der Baustelle des Alex-Wolkenkratzers, der den Fernsehturm frisst. Erst ganz oben auf der 34. Etage ist das Berliner Wahrzeichen in voller Schönheit wieder da.Henk Hogerzeil/Berliner KURIER

Er ist noch nicht fertig und trotzdem schon eine Berühmtheit. Jeder schaut auf den Wolkenkratzer neben dem Galeria-Kaufhaus am Alexanderplatz hoch, um zu sehen, wie er den Berliner Fernsehturm schluckt. Doch der wirkliche Wahnsinn tobt ganz oben! Um ihn zu erleben, muss man aber 146 Meter rauf auf die höchste Baustelle am Platz und darf vor allem keine Höhenangst haben!

Wolkenkratzer am Alex: Besuch beim Fernsehturm-Killer

Das KURIER-Team hat keine Angst und darf rauf auf den Wolkenkratzer. Mit dabei: Hans-Jürgen Bendel, der den Bau für den Bauherrn Commerz-Real leitet.

Bauhelm auf, Warnweste und Sicherheitsschuhe an – doch bevor es nach oben geht, ist ein Sicherheitsscheck notwendig. Erst vor Wochen haben es junge Männer geschafft, auf den Baukran zu klettern, um ein Instagram-Video zu drehen.

Der Wolkenkratzer am Alex-Warenhaus hat den Berliner Fernsehturm fast komplett geschluckt. Es bleibt nur noch die Spitze.
Der Wolkenkratzer am Alex-Warenhaus hat den Berliner Fernsehturm fast komplett geschluckt. Es bleibt nur noch die Spitze.Norbert Koch-Klaucke

Wir klettern nicht. Wir benutzen einen der beiden Außenfahrstühle des Alex-Wolkenkratzers, die wie riesige Blechbüchsen aussehen. Mit diesen Lifts, die eine Last von 3,5 Tonnen befördern können, werden unter anderem die letzten Fensterteile für die noch nicht verglasten Etagen der Turmspitze transportiert. Bei unserer Fahrt steigen Bauleute ein, die zu ihren Arbeitsplätzen wollen.

Mit diesen Aufzügen geht es nach oben auf die Wolkenkratzer-Baustelle am Alexanderplatz. Nicht nur Arbeiter fahren damit. Auch Baumaterialien werden damit transportiert.
Mit diesen Aufzügen geht es nach oben auf die Wolkenkratzer-Baustelle am Alexanderplatz. Nicht nur Arbeiter fahren damit. Auch Baumaterialien werden damit transportiert.Henk Hogerzeil/Berliner KURIER

„Etwa 250 Menschen arbeiten derzeit auf der Baustelle“, sagt Projektleiter Bendel. „Bald werden es 500 Leute sein, wenn die Innenausbauarbeiten beginnen.“ Woher sie kommen? Etwa aus Frankfurt/Main, aus der deutschen Metropole, in der Wolkenkratzer zum Stadtbild gehören.

Mit sieben Metern pro Sekunde aufs Wolkenkratzer-Dach

Am Alex-Wolkenkratzer geht es nun mit dem Lift mit einem Tempo von sieben Metern pro Sekunde zur Spitze des Wolkenkratzers. Leicht ruckelig fühlt sich die Fahrt an, die mit einem Wow-Effekt in der 34. Etage endet.

Denn kaum ist die Lifttür geöffnet, ist ein alter Bekannter wieder da! In der 34. Etage des „The Berlinan“-Turms spuckt der Wolkenkratzer den Fernsehturm aus. Zum Greifen nah und noch viel schöner steht das Berliner Wahrzeichen vor uns.

KURIER-Reporter Norbert Koch-Klaucke auf der höchsten Alex-Baustelle: In der 34. Etage (etwa 140 Meter hoch) ist der Berliner Fernsehturm zum Greifen nah.
KURIER-Reporter Norbert Koch-Klaucke auf der höchsten Alex-Baustelle: In der 34. Etage (etwa 140 Meter hoch) ist der Berliner Fernsehturm zum Greifen nah.Norbert Koch-Klaucke

Doch der atemberaubende Anblick ist mit Vorsicht zu genießen. Wie gesagt, die Fenster fehlen noch. Absperrungen sichern die freien Stellen. Und die Bauleute, die da oben sind, haben Wichtigeres zu tun, als auf den Fernsehturm zu schauen.

Oder auf der Gegenseite zu sehen, wie neben dem Hotel Park Inn der zweite Wolkenkratzer des französischen Unternehmens Covivio in die Höhe wächst.

Die 34. Etage vom Alex-Wolkenkratzer: Dort soll die Dachterrasse entstehen.
Die 34. Etage vom Alex-Wolkenkratzer: Dort soll die Dachterrasse entstehen.Henk Hogerzeil/Berliner KURIER

Vor der aufregenden Berlin-von-oben-Kulisse werkeln die Bauarbeiter nicht nur daran, dass dort bald Fenster eingebaut werden. Sie fertigen eine der aufregendsten Dachterrassen der Stadt mit dazugehörigen Konferenz- und Eventräumen. Jede Menge technische Teile stehen schon auf der Plattform der 34. Etage bereit, die unter anderem in Belüftungssystemen Verwendung finden.

Der Blick von der künftigen Dachterrasse: Man sieht auf die Museumsinsel, auf den Reichstag bis hin zur City-West mit dem Kudamm und dem Funkturm. Ostseits fällt der Blick auf das Scheunenviertel, den Prenzlauer Berg bis weit in das brandenburgische Umland, wenn es das Wetter erlaubt.

Bendel ist stolz auf die Bauleute und was sie geleistet haben. In nur 18 Monaten hätten sie das Gebäude in die Höhe gezogen. Ein Rekord.

Wolkenkratzer am Alex: Keine Wohnungen, nur Büros

Im Wolkenkratzer werden nur Menschen arbeiten. „In dem Turm entstehen keine Wohnungen, sondern Büros. Es werden nur Firmen einziehen“, sagt Projektleiter Bendel. „Die Vermarktung läuft.“ Insgesamt soll eine Fläche von 40.000 Quadratmetern vermietet werden.

So schick können die Büros im Alex-Wolkenkratzer aussehen.
So schick können die Büros im Alex-Wolkenkratzer aussehen.Henk Hogerzeil/Berliner Zeitung, Commerz Real

Seit dem Richtfest im Januar läuft in den Etagen der Innenausbau der Büros auf Hochtouren. Sie entstehen quasi um den Innenkern des Wolkenkratzers herum, in dem sich Räume für technische Anlagen, Toiletten und die Zugänge zu den sechs Fahrstühlen und der Fluchttreppe im Wolkenkratzer befinden. Zwei weitere Aufzüge gibt es im anschließenden Sockelbau.

KURIER-Reporter Norbert Koch-Klaucke bei den Bauarbeitern im Sockelgebäude des Wolkenkratzers: Hier stehen Teile für die Lüftungsanlage bereit, die verbaut werden sollen..
KURIER-Reporter Norbert Koch-Klaucke bei den Bauarbeitern im Sockelgebäude des Wolkenkratzers: Hier stehen Teile für die Lüftungsanlage bereit, die verbaut werden sollen..Henk Hogerzeil/Berliner KURIER

Noch bieten die Büroflächen, in denen es auch Küchen geben soll, einen trostlosen Anblick. Auch das werden die Bauarbeiter ändern, die in den nächsten Monaten auf den 34 Etagen viel zu tun haben.

Wolkenkratzer am Alex: Im Mai 2027 ist Eröffnung

Jede Menge Leitungen müssen verarbeitet und Fußbodenplatten verlegt werden. Spezialdecken werden in den Etagen montiert, die für eine automatische Belüftung, Kühlung oder Beheizung der Büroräume sorgen sollen.

Hans-Jürgen Bendel ist der Projetleiter der Commerz Real für den Wolkenkratzer am Alex.
Hans-Jürgen Bendel ist der Projetleiter der Commerz Real für den Wolkenkratzer am Alex.Norbert Koch-Klaucke

„Das ist in etwa die Basisausstattung“, sagt Projektleiter Bendel. „Die eigentliche Ausgestaltung geschieht nach den Wünschen der künftigen Mieter.“ In der Regel werden pro Etage ein bis zwei Unternehmen einziehen.

Der Wolkenkratzer am Alex: So soll er einmal aussehen.
Der Wolkenkratzer am Alex: So soll er einmal aussehen.Commerz Real

Wer dort nicht arbeitet, bekommt einen Einblick in das Innere des ersten Alex-Wolkenkratzers nur über den siebengeschossigen Sockelbau. Er grenzt an das Galeria-Warenhaus an. Im Gebäude entstehen Restaurants, Geschäfte und eine Dachterrasse. Das zehn Meter hohe Erdgeschoss dient als Eingangsportal für Besucher und diejenigen, die in dem Büroturm arbeiten.

Der Alex ist eine Wolkenkratzer-Baustelle: Vom „The Berlinian“-Hochhaus sieht man den Bau des Covivio-Hochhaus (links) und den Standort des Hines-Tower auf der Freifläche neben Saturn.
Der Alex ist eine Wolkenkratzer-Baustelle: Vom „The Berlinian“-Hochhaus sieht man den Bau des Covivio-Hochhaus (links) und den Standort des Hines-Tower auf der Freifläche neben Saturn.Norbert Koch-Klaucke

Der erste Alex-Wolkenkratzer soll im Mai 2027 fertig sein. Schon jetzt steht fest: Mit seinen 146 Metern wird er nicht der höchste auf dem Alex bleiben.

Denn die Kräne drehen sich auf dem Platz weiter. Hinten am Saturn kündigt sich schon ein weiterer Wolkenkratzer an – der Hines-Tower. Mit 150 Metern ist er irgendwann nicht nur der höchste Bau am Platz, sondern auch der nächste, der den Fernsehturm frisst.

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